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Burgerstürmung
Burg ist fest in der Hand der Narren

Er konnte auch in diesem Jahr wieder anstellen, was immer er auch wollte - am Ende landete Graf Patrick, gefangen von der Garde der Kirkeler Burgnarren, wieder am Pranger.
Er konnte auch in diesem Jahr wieder anstellen, was immer er auch wollte - am Ende landete Graf Patrick, gefangen von der Garde der Kirkeler Burgnarren, wieder am Pranger. FOTO: Thorsten Wolf
Kirkel. Auf der Kirkeler Burg wurde die heiße Phase der Fastnacht eingeläutet, Graf Patrick, der Ortsvorsteher, ist bis Aschermittwoch erledigt. Von Thorsten Wolf

(thw) Die Kirkeler Burg? Gefallen! Graf Patrick? Am Pranger! Die Kirkeler Burgnarren? Wie immer am Fetten Donnerstag siegreich! So kurz könnte man zusammenfassen, was sich gestern am späten Nachmittag auf der Kirkeler Burg und zum Start der richtig, richtig heißen Phase der Fastnacht zugetragen hat.


Doch natürlich verdient sowohl der erneut heldenhafte, wenn auch wieder sieglose Kampf des Grafen Patrick eine kleine Saga. Und auch auf die siegreiche Narrenschar um Prinz Jan I, seine Prinzessin Justine I und Kinderprinzessin Annika I kann man gestrost auch in diesem Jahr wieder ein Liedchen singen, nach dem einen oder anderen Sektchen oder Bierchen auch das eine oder andere Liedchen mehr.

Angefangen hatte es für Graf Patrick, im bürgerlichen Leben Patrick Ulrich und Ortsrvorsteher von Kirkel-Neuhäusel, dabei gar nicht so schlecht.



Immerhin hatte er sich für diesen Jahr ein längeres Schwert besorgt, ein grünes, eines mit Lasertechnik. Das rückte ihn ein bisschen in die Nähe einer Art von Biosphären-Darth Vader. Um sich geschart hatte er zudem in diesem Jahr erneut die Kämpfer um seinen ersten Ritter Steffen. Der gräbt abseits der Tollen Tage als Peter Steffen eigentlich als Chef des Förderkreises der Kirkeler Burg nach Hinterlassenschaften der Grafen von Kirkel. Und da hatte er, zumindest vordergründig, auch diesmal ein gerüttelt Maß an hohem Interesse, dass die Burg in den Händen des Grafen und damit auch in den seinen bleibt. Dass die Ritter zudem mit schweren Konfetti-Kanonen ausgerüstet waren und diese auch über den feiernden Narren lautstark zum Einsatz brachten – auch das ließ für eine kleine Weile die Chancen der weltlichen Macht gar nicht so schlecht erscheinen.

Als aber das royale Trio der Burgnarren die direkten Konfrontation mit dem Grafen suchte, da wurde schnell deutlich: Auch in dieser Session wird es nix werden mit dem Sieg des Herrschers der Kirkeler Burg. Wortkanonade hin, Wortkanonade her ging es minutenlang rund zwischem dem Grafen auf Burg Kirkel und den lautstark aufsässigen aufsässigen Narren. Das alleine hätte wohl Graf Patrick noch nicht zur Aufgabe gezwungen.

Doch als die Narren ihre Garde zum Einsatz brachten und die mit gerade zu aufrührerischem Frohsinn die Ritterschaar niedertanzte, da wendete sich das Blatt. Zum Duell mit dem Schwert wirkte Graf Patrick schon irgendwie verloren, gleichwohl er seine grüne Laserklinge mit einigem Geschick und fast schon tänzerischer Grazie führte. Doch das konnte weder das Prinzentrio, noch die Garden, noch die gefürchteten Hexen der Kirkeler Burgnarren wirklich beeindrucken. Und all sich dann noch Ritter Steffen als wenig treuer Gefährte erwies und ganz fix zu den Narren überlief, da war es um die gräfliche Macht auf der Kirkeler Burg auch in diesem Jahr wieder geschehen. „Ich gebe zu, Ihr hat es geschafft. Es lebe das Brauchtum der Fasenacht!“ Doch zu Kreuze kriechen wollte er dann doch nicht. Und so wurde er von der Garde der Burgnarren unter dem Jubel der bunten Narrenschar wieder an den Pranger gestellt – bis Aschermittwoch. Und dann ist ja bekanntlich alles wieder vorbei.