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Bürger appellieren an Schneidewind, Friedhof nicht zu schließen

Jägersburg. Das Thema Friedhofsschließungen beschäftigt die Menschen. Das zeigen die Proteste im Stadtrat, aber zum Beispiel auch die Reaktionen von betroffenen Bürgern aus Altbreitenfelderhof, die sich unter anderem mit einem Brief und einer Unterschriftensammlung an Homburgs Oberbürgermeister gewandt haben. ust/red

Sie haben Unterschriften gesammelt, zudem deutliche Worte gefunden: Bürger aus Altbreitenfelderhof , die gegen die Schließung ihres Friedhofs mobil machen. "Wir, die Bürger von Altbreitenfelderhof , appellieren an Sie, auch an ihr Herz, den sozial unbedachten Beschluss der Friedhofsschließung rückgängig zu machen", heißt es in einem Schreiben an OB Rüdiger Schneidewind . Durch eine Unterschriftenaktion und eine Befragung der Bürger zu diesem Thema, "können Sie sehen, dass alle Bürger geschlossen zu 100 Prozent gegen eine Friedhofsschließung sind", so das Schreiben weiter. Friedhöfe seien ein Kulturgut, Treffpunkt für ältere Bürger und hätten eine sehr hohe soziale Funktion. "Warum werden wir Bürger bei einem so heiklen, brisanten Thema im Vorfeld nicht mit ins Boot genommen und befragt?", fragen sie. Gefordert werden eine "Offenlegung der Unterhaltungskosten, die einzusparen wären" und genaue Zahlen, "denn wir sehen auf unserem Friedhof keine sichtbaren sofortigen Einsparungskosten und Möglichkeiten".

Ferner entmündige der Beschluss die Bürger dahingehend, dass sie nicht mehr frei zwischen einer Urnen- oder Erdbestattung auf dem Friedhof in Altbreitenfelderhof wählen könnten, sondern bei Wahl der Erdbestattung in Jägersburg beerdigt werden müssen. Zudem wollen die Unterzeichner des Schreibens wissen, in welchem Jahr die Möglichkeit für Urnenbestattungen ende. Es solle nach anderen Einsparmöglichkeiten gesucht werden. "Bei Prestigebauten, die Millionen verschlingen, die nicht jeder Bürger braucht und auch nicht jeder nutzt, sollte mal der Rotstift zuerst angesetzt", heißt es, als Beispiel werden genannt: das neue Schwimmbad und die Musikschule.

Auch einzelne Bürger haben sich an den OB gewandt. Dass die Stadt Homburg "an den Toten sparen muss" sei eine Schande, schreibt Elke Bernd. Mitbürgern, die hier geboren wurden und wahrscheinlich auch hier sterben, könne man nicht die Urne vorschreiben, wenn eine Erdbestattung nicht mehr möglich sei. "Das ist für mich eine Entmündigung im Tod." Harsche Worte auch von Ute Stalter, die fragt: "Wie kommen Sie auf solch eine verrückte Idee?" Der OB könne doch nicht mit dem Stadtrat bestimmen, den Friedhof zu schließen. "Sie müssen sich doch für die Bürger einsetzen und nicht für die obere Instanz." Nur die Einwohner vor Ort könnten bestimmen, "wenn sie keinen Friedhof mehr haben wollen".