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Bockbierfest in Homburg
Der Richter reimt zu Bier und Gesetz

Eingerahmt von Bierkönigin Denise I. (links) und Bierprinzessin Natalie I. lieferte der frühere Saar-Ministerpräsident und heutige Verfassungsrichter Peter Müller sehr zur Freude von Christian Weber und den Gästen eine Grundgesetz-taugliche Begründung für Biergenuss.
Eingerahmt von Bierkönigin Denise I. (links) und Bierprinzessin Natalie I. lieferte der frühere Saar-Ministerpräsident und heutige Verfassungsrichter Peter Müller sehr zur Freude von Christian Weber und den Gästen eine Grundgesetz-taugliche Begründung für Biergenuss. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Ex-Ministerpräsident Peter Müller begeisterte mit launiger Rede beim Bockbieranstich der Karlsberg-Brauerei. Von Thorsten Wolf

Ohne Zweifel, der frühere Ministerpräsident und heutige Bundesverfassungsrichter Peter Müller liebt die Bühne – und die Bühne liebt ihn. Und so verwunderte es nicht, dass sein Auftritt beim Bockbieranstich für geladene Gäste am Mittwochabend in der Halle des Baubetriebshofes sich den Preis für den größten Unterhaltungswert sicherte. „Preis“ war überhaupt das richtige Stichwort für Müller. Aus den Händen von Christian Weber, dem Generalbevollmächtigten der Karlsberg-Brauerei, gab‘s für ihn den „Goldenen Hammer“ als Dank und Anerkennung für sein Engagement in und für die Region.


Müller dankte die Auszeichnung mit einer launigen Rede. „Ich bin sehr gerne heute Abend hierher gekommen, ich fühle mich sehr geehrt – habe aber den Verdacht, dass diese Auszeichnung weniger etwas mit meiner jetzigen Tätigkeit und mehr mit meiner früheren Arbeit als Politiker und Ministerpräsident zu tun hat. Alleine deshalb, weil nach meinem Eindruck das Verhältnis zwischen Bier und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unzureichend ausgeleuchtet ist.“ Da gab‘s schon mal ordentlich Applaus und Lacher im weiten Rund der Halle des Baubetriebshofes. Als Müller dann noch anfing, in Reimen zu sprechen, hatte er alle Aufmerksamkeit der Gäste. So als er das Grundgesetz als Rechtsgrundlage eines gepflegten Biergenusses interpretierte. „Artikel zwei ergibt das schon, gewährt Entfaltung der Person. Artikel eins, die Menschenwürde auch, verlangt das Bier gebraut nach altem Brauch, erfrischend durch die Seele rinnt, die Sorgen gehen, die Nacht beginnt.“

Nach dieser Einlage war dann auch dem letzten im Rund klar: Sollte Müller nach den Ämtern als Ministerpräsident und Verfassungsrichter noch nach einer dritten, beruflichen Karriere suchen – als Büttenredner und Unterhalter stünden da viele Türen offen.



Doch natürlich ging es rund um die Reden des aktuellen Ministerpräsidenten Tobias Hans und von Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind vor allem aber um die Karlsberg-Brauerei und deren Perspektiven. Wie in der jüngeren Vergangenheit gestaltete Christian Weber seine Präsentation dabei wieder multimedial, einschließlich Live-Schaltungen von der Bühne aus zu anderen Bereichen innerhalb der Halle. Dort standen in Interviews Verantwortliche unterschiedlicher Produktbereich Rede und Antwort.

Was den einen oder anderen Gast mit Sicherheit überraschte: Christian Weber selbst stellte in seiner Präsentation nicht das titel-gebende Bockbier, immerhin in diesem Jahr ausgezeichnet als „Bestes Bockbier Deutschlands“ oder den Klassiker Urpils an den Anfang, sondern Produkte aus dem nichtalkoholischen Sortiment, namentlich aus den Bereichen Fruchtsaft, Mineralwasser und Cola. „Alkoholfreie Getränke sind in unserem Unternehmensverbund sehr, sehr wichtig.“ Hier sei die Marke Teinacher, bekannt als Hersteller von Mineralwasser, als Teil des Unternehmensverbundes eine der Erfolgsgeschichten der vergangenen Jahre. Eine weitere dieser Erfolgsgeschichten im Bereich der alkoholfreien Getränke sei, so Christian Weber, neben Vaihinger auch die Marke „Afri“, vielen geläufig als Afri-Cola. „Diese Marke hat lange Zeit im Dornröschenschlaf gelebt. Was wir aber in den vergangenen Jahren an Entwicklung erlebt haben, ist wirklich ganz, ganz toll. Wir sind auf dem Weg, die größte deutsche Cola-Marke zu sein.“ Natürlich ging‘s aber auch um Bier und Biermischgetränke. Hier beschrieb Christian Weber auch die nach wie vor marktbeherrschende Stellung von Mixery. Und es drehte sich am Mittwochabend ebenso natürlich auch um das Bockbier des Jahres 2018.

Das wurde traditionell zeitgleich mit dem Fassanstich an die Gäste ausgeschenkt – und fand über den Abend hinweg wieder literweise Absatz.