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Biblische Visionen und Traumtänze

Erbach. Ein besonderes Konzert erlebten die nur wenigen Zuhörer in der katholischen Pfarrkirche Maria vom Frieden. Das Zusammenspiel von Orgel und Schlagzeug stellte für ein Kirchenkonzert eine nichtalltägliche Besetzung dar Von SZ-Mitarbeiter Bernhard Reichhart

Erbach. Ein besonderes Konzert erlebten die nur wenigen Zuhörer in der katholischen Pfarrkirche Maria vom Frieden. Das Zusammenspiel von Orgel und Schlagzeug stellte für ein Kirchenkonzert eine nichtalltägliche Besetzung dar. Doch gerade die außergewöhnliche Kombination von Orgelpfeifen mit Vibraphon, Glocken, Trommeln, Triangel und vielen anderen Schlaginstrumenten sorgte in der Pfarrkirche für einen ungeahnten Reichtum an Klangfarben. Das Duo Carillon in der Besetzung Armin Sommer (Schlagzeug) und Andreas Hoffmann (Orgel) präsentierte am Sonntagabend bei ihrem ersten Auftritt in der Pfarrkirche Maria vom Frieden sowohl moderne Musik als auch Stücke mit melodiösen Passagen mit sehr interessanten Klangeffekten. Auf dem annähernd einstündigen Programm des Duos standen Werke aus dem 20. Jahrhundert von Hans Ludwig Schilling, Berthold Hummel, Bernhard Krol und Martin Christoph Redel. Der Name des Duos "Carillon" stammt übrigens vom gleichnamigen Stück von Hans Ludwig Schilling ab. Er leite sich von einem Musikstück für (Turm-)Glockenspiel beziehungsweise einem Instrumentalstück mit glockenspielartigem Charakter ab, welches es früher gab, betonte Hoffmann im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Und so wurde das ungewöhnliche Kirchenkonzert auch passend mit Schillings "Carillon" eröffnet. Die melodiösen Passagen trugen zur Entspannung des Publikums bei. Wesentlich moderner und abstrakter mutete dagegen das zweite Stück "in memoriam, op. 74'' mit den drei Sätzen "Invocation", "Toccata" sowie dem Requiem-Choral "Wenn wir in höchsten Nöten sein" von Berthold Hummel (1925-2002) an, welches Dietrich von Bausznern in Töne umgesetzt hatte. Danach ging es mit moderner Musik und Texten weiter. Die vier biblischen Visionen "und es erschien ihm, op. 147'' von Bernhard Krol, Jahrgang 1927, wurden sowohl musikalisch präsentiert als auch als Text vorgelesen. Dabei erwiesen sich die vier Visionen Jakob, Paulus, Nebukadnezar und Josef von der Stilistik her als eine Meditation über diese vier Personen. Abgerundet wurde das außergewöhnliche Kirchenkonzert von Orgel und Schlagzeug mit dem erstmals ins Programm genommene Stück "Traumtanz, op. 30a" von Martin Christoph Redel. "Wir spielen das Stück, das ursprünglich für Schlagzeug und Streicher angelegt war und 1983 vom Komponisten für Orgel umgearbeitet worden war, zum ersten Mal bei einem Konzert", betonte Andreas Hoffmann.

Auf einen BlickDas Duo Carillon mit den beiden Musikern Andreas Hoffmann (Orgel) und Armin Sommer (Schlagzeug) spielt seit zwei Jahren zusammen. Sommer, 1967 in Mainz geboren, widmet sich neben seiner vielfältigen musikpädagogischen Arbeit fast ausschließlich der neuen Musik/Performance. Hoffmann, 1980 geboren, beschäftigt sich seit 2001 mit dem Kunstharmonium und seiner Musik. Er ist seit Oktober 2006 hauptamtlicher Kantor an St. Peter Bous, der kirchenmusikalischen Schwerpunktstelle im Dekanat Saarlouis. re

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