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Vornamen
Ben und Maria sind die „Sieger“

Junge oder Mädchen? – Ein schöner, klangvoller Name für das Baby soll es sein . . . da haben Eltern die Qual der Wahl.
Junge oder Mädchen? – Ein schöner, klangvoller Name für das Baby soll es sein . . . da haben Eltern die Qual der Wahl. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Homburg. Das Standesamt Homburg legt seine Vornamens-Hitparade 2017 vor und weist auf Regeln bei der Namensgebung hin. Von Jennifer Klein

Spätestens, wenn der Geburtstermin in Sicht kommt, drängt die Frage: Welchen Namen soll das Kind denn tragen? Schließlich wird der Name den Nachwuchs sein Leben lang begleiten. Man denke nur an Verona Pooth, die seinerzeit erklärte, sie selbst heiße ja auch wie eine Stadt, deshalb solle ihr Sohn den Namen „San Diego“ bekommen. Ganz so klangvoll ist „Homburg“ zwar nicht, aber Eltern müssen schon überlegen, ob ihr Kind lieber einen ausgefallenen Namen bekommen soll, der in Erinnerung bleibt oder doch eher einen klassischen? Wenn im Schwimmbad eine Mama nach „Emma“ oder „Leon“ ruft, kann man davon ausgehen, dass sich mindestens drei Kinder angesprochen fühlen. Ein zweiter Vorname ist nicht nur eine Alternative, wenn sich die Eltern nicht entscheiden könenn, sondern wird oft traditionell von den Großeltern oder Paten übernommen. Ganze Beratungsbücher gibt es zu dem Thema, die zum Beispiel erklären, dass zu einem kurzen Nachnamen gerne ein mehrsilbiger Vorname genommen werden kann, weil das besser klingt.


Die Eltern in Homburg mochten es im vergangenen Jahr eher klassisch, wie die „Hitparade“ zeigt, die das Standesamt der Stadtverwaltung zusammengestellt hat. Bei den beliebtesten männlichen Vornamen war der „Sieger“ bei den Jungen der Name Ben, der 27 Mal vergeben wurde, gefolgt von Elias (26 Mal), Paul (23 Mal), Luca (21 Mal) sowie Leon und Maximilian (je 19 Mal). Auf den weiteren Plätzen rangieren die Vornamen Noah (18 Mal), Jonas und Alexander (je 17 Mal), Finn/Fynn (16 Mal), Henry/Henri, Louis/Luis (je 14 Mal), David (13 Mal), Tom (12 Mal), gefolgt von Liam, Niklas und Leo, für die sich die Eltern je 11 Mal entschieden. Weiterhin wurden die Vornamen Anton, Hannes, Jakob, Michael und Lucas/Lukas (je 10 Mal), Marlon, Milan, Johannes, Daniel (je 9 Mal), Till (8 Mal), Adam, Jan, Julian, Samuel (je 7 Mal) sowie Jonathan, Maxim, Mika, Moritz, Nils, Oskar, Philipp und Rafael/Raphael (je 6 Mal) für Jungen vergeben.

Für die Vornamen Emil, Felix, Jannis und Linus entschieden sich die Eltern je 5 Mal. Es folgen die Namen Christian, Aaron, Frederik, Franz, Jayden, Joel, Justus, Jakob, Leandro, Lias, Manuel sowie Matteo, Max, Milo, Omar, Sam, Silas, Tim und Vincent, die jeweils 4 Mal gewählt wurden.



Lagen die meistgenannten Vornamen bei den Jungen sehr nah beieinander, so gab es bei den Mädchen zwischen den beiden beliebtesten und den dann folgenden Namen große Abstände. Gleichzeitig fiel bei den beliebtesten weiblichen Vornamen im Jahr 2017 die „Spitzenreiterin“ des Vorjahres Sophie/Sophia/Sofia auf Rang 2 (76 Mal) zurück und wurde abgelöst von dem Vornamen Maria/Marie, der 80 Mal vergeben wurde und im Jahr 2016 noch den zweiten Platz belegte.

Auf den nächsten Plätzen liegen Luisa/Luise/Louisa (27 Mal), Emma, Hanna/Hannah (je 19 Mal), Emilia, Anna/Anne (je 18 Mal), Amalia/Amelia/Amilia (17 Mal), Leni, Clara/Klara (je 16 Mal), Lea (15 Mal), Mia (14 Mal) sowie Ella, Johanna, Lena und Elisa/Elise, für die sich je 12 Mal entschieden wurde. Es folgen die Vornamen Leonie (11 Mal), Mila, Charlotte, Marlene, Mathilda/Matilda (je 10 Mal) sowie Amelie und Alina (je 9 Mal). Mit je 8 Mal belegen die Vornamen Frieda/Frida, Maya, Paula, Ida und Lara die weiteren Plätze. Es folgen die Vornamen Helena, Lina, Mira, Celine, Lia, Julia/Jule (je 7 Mal), Mara, Milena, Nele, Nora, Sara/Sarah (je 6 Mal). Schließlich wurden die Vornamen Emily, Jana, Laura, Malia, Melina, Pauline je 5 Mal und die Vornamen Alessia, Anastasia, Ava, Greta, Lisa, Romy und Lotta je 4 Mal gewählt.

Bei insgesamt 1930 Geburten, die im Jahr 2017 im Homburger Standesamt registriert wurde (2016 waren es 1817 Geburten), genügte 1123 Eltern für ihr Kind ein Vorname, 720 hielten zwei Vornamen für angebracht. Drei Vornamen erhielten 80 Kinder und sieben Elternpaare gaben ihrem Sprössling vier oder sogar mehr Vornamen.

Wie schon seit einigen Jahren werden die vom Standesamt Homburg zusammengetragenen und ausgewerteten Daten der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden mitgeteilt, um dort in die Gesamtauswertung für die Bundesrepublik Deutschland einzufließen.

Zu der Vornamensgebung gibt es einige grundsätzliche Regeln: Der Vorname eines Kindes soll das Geschlecht zweifelsfrei erkennen lassen. Bei Namen, die sowohl dem männlichen als auch dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden – und dies sind weitaus mehr, als man glauben mag – ist es empfehlenswert, einen weiteren, das Geschlecht eindeutig bestimmenden Vornamen dazuzugeben. Außerdem dürfen trotz eines vorhandenen, aber nicht schrankenlosen „Vornamenserfindungsrechtes“ der Eltern Begriffe nicht als Vorname verwendet werden, die bereits anderweitig belegt, anstößig oder lächerlich sind. Auch Familiennamen als Vornamen scheiden grundsätzlich aus. Unzulässig ist es auch, Geschwistern denselben Vornamen als einzigen Vornamen zu geben.