Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 20:41 Uhr

Bekannte Vorleser in Homburg

Homburg. An 21 Terminen können Lesefreunde in Homburg Geschichten zuhören. Autoren und Menschen des öffentlichen Lebens greifen zum Buch. Zwei Organisatorinnen der Lesezeit waren in der Redaktion zu Gast. Ulrike Stumm

Lesen kann man zu vielen Gelegenheiten, derzeit am Strand oder auf dem heimischen Liegestuhl, abends im Bett geht sowieso immer. Vorlesen ist oft den Kindern vorbehalten, dabei kann das auch für Erwachsene richtig spannend sein. Genau hier setzt die Homburger Lesezeit an. Jutta Bohn vom Frauenkulturstammtisch und Patricia Hans von der Akademie für Ältere bringen eine richtige Welle der Begeisterung mit in die Homburger Redaktion. Sie gehören neben Hom-Buch-Initiator Ulrich Burger und Andrea Sailer, Leiterin der Stadtbibliothek, zum Organisatorenteam. Demnächst, wenn die Ferien vorbei sind, die Zeit der Open-Air-Kultur sich dem Ende zuneigt, startet die mittlerweile dritte Auflage der Homburger Lesezeit. "Wenn der Jazz aufhört, weiß man, der Sommer ist vorbei, dann kommt der Herbst mit der Lesezeit", sagen die beiden.

Sie sind richtig stolz darauf, dass aus einer ersten Idee und einem "Komm', wir probieren das mal zusammen" mittlerweile eine feste Größe geworden ist, die, das betonen sie, auch bezahlbar ist. Das ist schon deshalb so, da das Angebot "komplett auf ehrenamtlicher Arbeit fußt". Ein bisschen was schießt die Stadt zu, um die 1600 bis 1700 Euro für die gesamte Lesezeit, erläutern sie. Das könne sich auch verringern. Als etwa die Star-Krimiautorin Ingrid Noll in Homburg zu Gast war, nahm man Eintritt - ansonsten sind die Lesungen kostenfrei. Und mit den Einnahmen daraus habe man dann auch anderes finanzieren können, sodass bei der Stadt am Ende nur noch 800/900 Euro hängen geblieben seien.

Das Konzept kommt an: Anfangs saßen um die 40 Menschen im Bistro 1680, dem ehemaligen Stadtcafé, um zuzuhören. Mittlerweile liege man bei etwa 70 Leuten, es brauche sogar regelmäßig Extra-Stühle, selbst die Stehtische seien belegt. Sie haben Stammpublikum, doch es werden auch neue Leute angelockt.

Wenn Menschen mit richtig großen Namen kommen, dann weicht man ohnehin in Räume aus, die mehr Platz bieten. Das fasse das Café einfach nicht. Das ist auch bei der neuen Auflage so. Sie haben nämlich wieder bekannte Leser gewinnen können: Am 6. Oktober stellt der Schauspieler Sky du Mont sein neues Buch "Steh ich jetzt unter Denkmalschutz?" zum Thema älter werden im Rathaus, Am Forum, vor. Das ist eine der seltenen Fälle im Lesereigen, bei dem es etwas kostet. Genauso übrigens wie zum Abschluss der Reihe im April 2017, wenn Bremens ehemaliger Regierender Bürgermeister, Henning Scherf , sein Buch "Das letzte Tabu" mitbringt.

Insgesamt kann man an 14 Terminen hinhören, in der Regel dienstagabends. Meistens kommen die Autoren selbst, darunter Isabella Archan, Kerstin Rech, die spektakuläre Kriminalfälle im Saarland im Gepäck hat, Günter-Otto Baus, Hans Bollinger, Lotta Lundberg, Marita Spang. In drei Fällen lesen Schauspieler oder leidenschaftliche Vorleser aus Büchern vor. Auch für Kinder ist etwas im Programm, dann nachmittags und in der Stadtbibliothek. Sie können die Autorinnen Uticha Marmon und Bettina Obrecht treffen, ihren Geschichten zuhören und Fragen stellen. Das gilt übrigens für die gesamte Reihe: Hinterher darf nachgehakt werden.

Die ursprüngliche Lesezeit hat bereits einen Ableger bekommen: Menschen, die man in Homburg durch ihre herausgehobene Funktion kennt , sollten zum Lieblingsbuch greifen, daraus vor Publikum lesen, sagen, warum sie es mögen, "nichts Hochtrabendes, sondern einfach etwas, das ihnen im Leben etwas bedeutet hat".

"Vips lesen vor", kurz VLV, haben sie das Projekt genannt - und sich erhofft, dass so das Buch zum Medium für einen Gedankenaustausch wird. "Der Erfolg gab uns recht", sagen sie, berichten von spannenden Gesprächen und haben wieder sieben Persönlichkeiten des hiesigen öffentlichen Lebens gewinnen können, darunter die Landschaftsarchitektin Gräfin Catherina Bernadotte af Wisborg, den kaufmännischen Direktor des Uniklinikums, Ulrich Kerle, und Homburgs Polizeichefin, Alexandra Besse.

Es wird also jede Menge Lesefutter aufgetischt, klar, das dahinter ordentlich Aufwand steckt. "Man muss die Liebe dazu haben, sonst würde man das nicht machen", resümiert Patricia Hans.

Zum Thema:

Hintergrund Lesezeit: Sky du Mont: 6. Oktober, Isabell Valentin: 20. Oktober, Isabella Archan: 25. Oktober, Kerstin Rech: 8. November, Bettina Obrecht (für Familien/Kinder): 30. November, Günter-Otto Baus liest am 1. Dezember, Hans Bollinger am 8. Dezember, szenische Lesung mit Sylvia Bervingas: am 10. Januar, Marita Spang: 19. Januar, Lesung zu Don Quijote mit Schauspielern: 11. Februar, Lesung zu Hans Fallada : 14. Februar, Autorenbegegnung für Kinder mit Uticha Marmon: 15. Februar, Lotta Lundberg: 28. März, Henning Scherf : am 4. April. Die Termine bei Vips lesen vor: Giuseppe Nardi , Geschäftsführer: 20. September, Gräfin Catherina Bernadotte af Wisborg: 4. Oktober, Pfarrerin Petra Scheidhauer: 22. November, Schulleiter Wolfram Peters: 13. Dezember, Milly Dell-Euler, 24. Januar, Alexandra Besse, Leiterin Polizei Homburg : 21. Februar, Ulrich Kerle, kaufmännischer Direktor Uniklinik, 14. März. In der Regel beginnen die Lesungen dienstags, 19 Uhr, im Bistro 1680 am Marktplatz. Fast alle sind kostenfrei, bis auf die mit Henning Scherf und Sky Dumont im Forum, Karten/Info: Tel. (06841) 10 11 68 oder online bei Ticket Regional. ust

Auch sie werden bei der Homburger Lesezeit und dem Projekt Vips lesen vor zum Buch greifen (im Uhrzeigersinn von rechts oben): Schauspieler Sky du Mont, Gräfin Catherina Bernadotte af Wisborg, Alexandra Besse, Leiterin Polizeiinspektion Homburg, und Bremens ehemaliger Regierender Bürgermeister, Henning Scherf. Fotos: Peter Endig/Jörg Carstensen/Patrick Seeger/ Ingo Wagner (alle dpa)/SZ-Redaktion/Stumm
Auch sie werden bei der Homburger Lesezeit und dem Projekt Vips lesen vor zum Buch greifen (im Uhrzeigersinn von rechts oben): Schauspieler Sky du Mont, Gräfin Catherina Bernadotte af Wisborg, Alexandra Besse, Leiterin Polizeiinspektion Homburg, und Bremens ehemaliger Regierender Bürgermeister, Henning Scherf. Fotos: Peter Endig/Jörg Carstensen/Patrick Seeger/ Ingo Wagner (alle dpa)/SZ-Redaktion/Stumm
Freuen sich schon auf die Lesezeit: Patricia Hans und Jutta Bohn beim Besuch in der Homburger Redaktion. Foto: Stumm/SZ-Redaktion
Freuen sich schon auf die Lesezeit: Patricia Hans und Jutta Bohn beim Besuch in der Homburger Redaktion. Foto: Stumm/SZ-Redaktion FOTO: Stumm/SZ-Redaktion