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Kleine Parkflächen in der Tiefgarage
Autos werden breiter, die Buchten nicht

Wenn sich zwei moderne und entsprechend dimensionierte Autos in den Parkbuchten des Homburger Parkhauses begegnen, dann wird es mitunter schon mal unangenehm eng, Ein- und Austeigen kann da schon mal zur Akrobatik werden. Foto: Thorsten Wolf
Wenn sich zwei moderne und entsprechend dimensionierte Autos in den Parkbuchten des Homburger Parkhauses begegnen, dann wird es mitunter schon mal unangenehm eng, Ein- und Austeigen kann da schon mal zur Akrobatik werden. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Viele Kunden klagen über die Enge in der Tiefgarage unter dem Saarpfalz-Center: Die Aufteilungen seien veraltet. Von Thorsten Wolf

Das Parken ist in Homburg immer wieder ein Thema. Für die einen gibt zu wenig Parkraum, andere kritisieren neue Parkzonen-Projekte. Vor diesem Hintergrund wurde an der Uhlandstraße ein ehemaliger Kundenparkplatz der Kreissparkasse Saarpfalz von der stadteigenen Homburger Parkhaus- und Stadtbusgesellschaft  (HPS) übernommen und zu Lasten eines Spielplatzes erweitert.


Gleichzeitig ist der Parkplatz am Zweibrücker Tor – umgangssprachlich „Kino-Parkplatz“ genannt, obwohl er nichts mit dem Kino an der Zweibrücker Straße zu tun hat – immer noch aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen dem privaten Miteigentümer und der Stadt gesperrt. Natürlich schwebt über der Frage, ob Homburg ausreichenden Parkraum hat, auch die unendliche Geschichte Enklerplatz.

Kommt dort ein Einkaufszentrum? Kann ein solches die dort dann verloren gehenden Parkmöglichkeiten ersetzen und zu welchen Konditionen? Und nicht vergessen sollte man auch nicht das Vauban-Carree, immer wieder gut für eine Geschichte zum Thema „Da wird was gebaut“, tatsächlich aber vor allem ein seit Jahren zu Gunsten der Innenstadt gut genutztes Parkfeld.

Wie ein Fels in der Brandung wirkt da das Homburger Parkhaus unterhalb von Saarpfalz-Center und Talzentrum. Zwar plätschert hier nach wie vor munter das Grundwasser von einer Parkzone zur anderen, trotzdem ist der Bau grundsätzlich frei von Spekulationen – was seine Zukunft angeht. Doch rächt sich ein bisschen die Vergangenheit. Denn: Das Parkhaus, bewirtschaftet von der HPS, ist in die Jahre gekommen.

Und das betrifft vor allem die Breite der „Standard-Parkbuchten“. Zum Hintergrund: 2,30 Meter muss eine solche Parkbucht mindestens breit sein, das schreibt ein Gesetz aus dem Jahr 1973 vor. Bereits ein aktueller VW Golf misst aber schon 1,80 Meter in der Breite, da sind die Außenspiegel noch nicht eingerechnet. Und der Golf ist bei weitem nicht das breiteste Auto auf Deutschlands Straßen.



Zwar bekommt man grundsätzlich auch ein größeres Auto als einen Golf zwischen die Markierungslinien des Homburger Parkhauses. Doch wenn sich zwei Boliden Seite an Seite finden, dann wird es dazwischen schon richtig eng. Ein entspanntes Türaufschwingen geht nicht, mancher muss sich mit schon fast akrobatischen Übungen aus seinem Auto schälen.

Kein Problem ist das an entspannten Einkaufstagen in der City, dann liefert das Homburger Parkhaus genug Ausweichmöglichkeiten, auch für den überdimensionierten Einkaufs-Geländewagen. Doch wenn es in Sachen Parkmöglichkeiten knapp wird, dann wird es eben auch mitunter recht eng. Eine Lösungsmöglichkeit wäre, die Parkflächen neu einzuzeichnen.  In einem kleinen Teil des Parkhauses hat man solche größeren Parkplätze schon in der Vergangenheit realisiert, so wurden spezielle Parkmöglichkeiten für Nutzer geschaffen, die neben dem „großen Auto“ auch noch einen Kinderwagen mitbringen.

Könnte eine solche Lösung auch die Parkplatz-Enge im restlichen Parkhaus beheben? Für Jan Emser von der Stadtverwaltung ein Ansatz mit eigenen Problemen: „Der Parkraum in der Tiefgarage ist naturgemäß begrenzt und die Nachfrage hoch. Dazu ist es so, dass es nicht wenige vermietete Stellplätze gibt. Um breitere Plätze für die Kurzzeitparker zu schaffen, wäre es notwendig, bei einer Vielzahl von Parkplätzen aus jetzt drei Stellplätzen nur noch zwei zu machen. Vereinzelt breitere Parkplätze anzubieten, hätte wohl wenig Sinn, da diese mit hoher Wahrscheinlichkeit auch von kleineren Fahrzeugen angefahren werden. Eine Überlegung ist allerdings, einen kleineren, etwas abseits gelegenen Bereich zu nutzen, um dort einige breitere Parkplätze anzubieten.“

Als Ausweichmöglichkeit empfiehlt Emser den Uhlandparkplatz,  der über breite Parkflächen verfüge: „Hier gibt es oft noch freie Plätze, auch wenn die Auslastung deutlich zugenommen hat.“ Und wie sieht es grundsätzlich mit der Entwicklung von Park-Angeboten in der Innenstadt aus? Hier, so Emser, überlege man, zusätzlichen Parkraum zu schaffen. Dies orientiere sich „an der Entwicklung der Stadt, insbesondere an der Geschäftsentwicklung“. Da könnte sich aus Sicht der Stadt dann auch eine Lösung für das Homburger Parkhaus ergeben. Emser: „Wenn zukünftig neuer Parkraum entstünde, wäre in der Tiefgarage unter dem Talzentrum eine generelle Verbreiterung von Parkplätzen denkbar.“