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Erfolgs-Autor stellt Projekt vor
Drei Türen, drei Bücher: Neues von Heitz

Autor Markus Heitz stellt sein neues Buchprojekt auch auf der Frankfurter Buchmesse vor.
Autor Markus Heitz stellt sein neues Buchprojekt auch auf der Frankfurter Buchmesse vor. FOTO: Fotograf: Stefan Freund
Homburg. Bestseller-Autor Markus Heitz aus Homburg wagt ein Experiment: Nach einer Pilotfolge haben die Leser die Wahl zwischen drei verschiedenen Fortsetzungen. Von Ulrike Stumm

Markus Heitz schickt das Personal seines neuen Buchprojekts in die Höhle. Irgendwann musste es ja so kommen, wird sich da der ein oder andere denken. Denn der Homburger Erfolgsautor als echter Sohn seiner Stadt kennt die hiesigen Schlossberghöhlen natürlich seit seiner Kindheit und hat später zu Lesungen seiner Bücher an diese Stelle eingeladen. Steckt das hinter seinem aktuellen Konzept „Doors“? Stimmt vielleicht ein bisschen und auch wieder nicht, lässt Heitz bei einem Besuch in unserer Redaktion durchblicken. Wenn man schon in der Stadt der Buntsandsteinhöhlen wohnt, liegt das ja schon unterbewusst als Inspiration nahe. Andererseits: Im Horror- und Mystery-Genre, das er selbst auch besetzt, „sind Höhlen immer ein Thema“. „Es ist dunkel, man weiß nicht, was kommt: Höhlen sind ein Ausnahmezustand“, sagt er. In den Schlossberghöhlen ist seine Geschichte aber nicht angesiedelt. Was da passiere, „wollte ich Homburg nicht antun“, grinst Heitz.


Sein neues Projekt, das er im Oktober bei der Frankfurter Buchmesse vorstellen wird, dreht sich aber nicht nur um eine Höhle. Es ist auch ein Experiment, bei dem der Leser selbst wählen und dadurch sozusagen die Richtung der Handlung mitbestimmen darf. Konkret sieht das so aus: Es gibt einen schmalen Band, in dem die Geschichte beginnt. Grundsätzlich geht es um einen Vermisstenfall. Ein reicher Vater schickt ein sechsköpfiges Team aus unterschiedlichen Experten in ein unerforschtes Höhlensystem, um seine Tochter zu finden.

Am Ende dieses Prologs kann der Leser entscheiden, durch welche von drei Türen – daher der englische Name doors – die Gruppe gehen soll. „Für jede gibt es gute Gründe.“ Je nach Wahl kann er dann einen von drei Bänden kaufen, in denen jeweils eine andere Version der Fortsetzung steht. Es seien komplett verschiedene Handlungsstränge und Welten, unterschiedliche Enden, außerdem andere Todesraten, das Personal bleibe aber jeweils gleich, verrät Heitz. Innerhalb der drei Bücher ist jedes für sich ein „normaler Roman“, wenn auch nicht in der üblichen Heitz-Dicke, eher 300 anstatt 500 Seiten. Mit Abenteuerspielbüchern, innerhalb derer man sich immer wieder entscheiden muss, um dann im Buch auf jeweils andere Seiten zu springen, habe das nichts zu tun. Das werde für manche Leser „sehr schnell anstrengend“. Die Doors-Pilotfolge wurde und wird bereits bei verschiedenen Gelegenheiten kostenlos verteilt, etwa bei der Messe Hom-Buch, kann auch im Internet heruntergeladen werden. Die Fortsetzungen erscheinen alle drei zeitgleich ab 1. Oktober.



Und warum dieses Experiment? „Es ist wichtig, dass man etwas Neues probiert“, erläutert Heitz. Selbst wenn man „grandios scheitern kann“. Aber früher sind die Menschen auch irgendwann einmal losgefahren, um etwas zu entdecken. „Manchmal muss man es einfach tun.“ Dass er grundlegend selbst gerne ausprobiert und einfach macht, beweist ein Blick auf das, was er bereits alles geschrieben hat. Sein Rhythmus: zwei dickere Wälzer pro Jahr, dazu jede Menge weitere Projekte. Darüber hinaus bedient er verschiedene Genres in den Abstufungen von Fantastik beziehungsweise Fantasy, Science-Fiction und Mystery/Horror. Dazu erlaubt er sich schon mal anderes: Kinderbücher, politische Erzählungen, Thriller.

An neuen Ideen mangelt es ihm eigentlich nie, und Erfolg hält er nicht für garantiert. „Ob etwas wirklich so zündet, weißt Du nie.“ Deswegen sei er „gerne die fleißige Biene“. Und wie immer, wenn er über ein Projekt spricht, steckt er schon tief im nächsten drin.

Theoretisch könnte Markus Heitz seinen Job eigentlich von jeder Ecke der Welt aus erledigen. Was hält ihn also in Homburg? Er sei, sagt er, tatsächlich viel und gerne unterwegs. Auch weil er dann neue Inspirationen, neue Eindrücke sammle, „Gedanken, die Du zu Hause nicht hast“. Doch er komme eben auch immer wieder gerne nach Homburg zurück. Es sei einfach eine sehr schöne Ecke zum Leben.