| 20:16 Uhr

Ausstellung in Homburg
Einmal Weltraum und zurück

Hier geht es ins All: Eine Einladung zur Sternenreise ist die neue Schau von Julia Johannsen und Sebastian Voltmer in Homburg.
Hier geht es ins All: Eine Einladung zur Sternenreise ist die neue Schau von Julia Johannsen und Sebastian Voltmer in Homburg. FOTO: Ulrike Stumm
Homburg. An diesem Freitag beginnt eine neue Gemeinschaftsausstellung in der Innenstadt-Galerie von Julia Johannsen. Ihre eigenen, größtenteils neuen Arbeiten stellt sie dort den Astrofotografien von Sebastian Voltmer gegenüber.

Die Einladung steht: Einmal Sterne schauen, sich aufschwingen in die berühmten unendlichen Weiten und doch auf dem Boden bleiben. Möglich macht das die neue Ausstellung in der Galerie von Julia Johannsen in der Homburger Altstadt.


Wenige Tage vor der Vernissage ist hier zwar schon zu erahnen, wie „Space Time“, so der Titel der Schau, einmal die Wände der Galerie-Räume, die sich über mehrere Stockwerke ziehen, erobern wird. Aber vieles steckt noch im Kopf von Julia Johannsen. Endgültig festlegen, was wo hängen soll, wird sie gemeinsam mit Ausstellungspartner Sebastian Voltmer in einer sicherlich langen Nacht der Sternenkunst.

Nacht ist letztlich sowieso Programm. Schließlich spielt die eine zentrale Rolle. Da sind zum einen die beeindruckenden Fotografien von Voltmer, ein begeisterter Sternegucker seit er 14 ist, verrät Julia Johannsen. Stundenlang und überall auf der Welt suche er nach der richtigen Stelle, wartet nachts auf den richtigen Moment, den besten Ausschnitt. Er will, sagt Johannsen, die Kunst in der Welt sichtbar machen, das, was um uns herum ist.



Dabei kommen dann Bilder heraus, die einen fast schon in sich aufnehmen, einsaugen, die Reise ins All ein bisschen möglich machen. Das Herz des Weltraums, ein Blick über die Berge ins Firmament, Momentaufnahmen der Himmelswelt, die ja so eigen und oft so schwer greifbar für den Laien mit der Zeit umgeht. Manchmal ist kaum noch zu erkennen, ob hier noch ein Foto hängt. Es könnte auch ein Sprayer am Werk gewesen sein, der seine Kunst versteht. Der Eindruck ist auch der speziellen Präsentation geschuldet, verrät Johannsen. Die Fotos sind auf eine spezielle Leinwand aufgezogen, die Feinheiten erlaubt und ein besonderes Leuchten.

Neben den Foto-Bildern hängen die Arbeiten von Julia Johannsen, fein abgestimmt und von beiden Künstlern „fast alles neu“. Man riecht die Farbe noch. Wie immer, sagt sie, gehe es bei ihr „ab ins Blaue“. Dabei sei der Titel der Schau „Space Time“ bewusst getrennt gehalten und doch wieder eins. Space sei eher Voltmer, time, die Zeit, eher sie selbst, das endlose Blau, schon immer ihr wichtiges Thema. Dabei verliert sich ihr Blau diesmal sogar über die Etagen ein bisschen. Macht Platz für neue Farben.

Ist es unten noch ein Blick ins All mit Bodenhaftung, ein „Über die Berge und ab ins All“ von beiden interpretiert, dann geht es ein Stockwerk höher in die Vollen, ins Himmelsgewölbe. Nachthimmel, das All in Rosa, Braun, Orange und mehr. Auch Johannsen wagt sich an Farbwelten, die „ihr“ Blau ein bisschen an den Rand stellen. Und es gilt: Je höher hinauf über die Galerietreppen desto spaciger. Es sollen, betont sie, bei der Vernissage mehrere Sinneswelten angesprochen werden. Ein echtes Teleskop lädt dann zum Sterneschauen ein. Auch ein Film die „Wiederkehr des Mars“ läuft, am Freitag eher im Hintergrund, an einem Sondertermin soll er nochmals richtig zur Geltung kommen. Kein Zufall, denn dahinter steckt Voltmer, der auch als Filmemacher unterwegs ist.

Wenn heute, am Freitag, 7. Dezember, ab 18.30 Uhr die Galerietüren in der Innenstadt offen stehen, dann wird es draußen schon dunkel sein. Und selbst wenn Wolken und Nieselregen dem Sternengucker die Sicht vermiesen sollten, Lichter und Sterne gibt es der Jahreszeit geschuldet dennoch an vielen Stellen zu sehen. Genau das Richtige also, um in „Space Time“ einzutauchen in den Räumen in der Saarbrücker Straße 7 in Homburg.