| 20:33 Uhr

Lappentascherstraße 100
Grünfläche soll bald gestaltet werden

 Von der Musikschule aus blickt man derzeit auf eine Grünfläche. Dort standen Jahre lang die ungenutzten Gebäude der ehemaligen Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge. Die Häuser, die nicht umgebaut wurden, sind längst abgerissen, die Brache soll nun gestaltet werden.
Von der Musikschule aus blickt man derzeit auf eine Grünfläche. Dort standen Jahre lang die ungenutzten Gebäude der ehemaligen Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge. Die Häuser, die nicht umgebaut wurden, sind längst abgerissen, die Brache soll nun gestaltet werden. FOTO: Ulrike Stumm
Erbach. Der Abriss der heruntergekommenen Häuser an der Lappentascherstraße ist längst über die Bühne gegangen. Demnächst soll damit begonnen werden, die hier entstandene Grünfläche zu gestalten. Von Ulrike Stumm

Schaut man vom Parkplatz der Musikschule Homburg nach unten, dann sieht man dort eine recht große Brache: ein bisschen Wiese, mittendrin ein paar Sträucher und einzelne Bäume. Bis vor etwa einem Jahr standen hier noch zwei ziemlich kaputte und seit langer Zeit leerstehende Häuser mit zum Teil vernagelten Fenstern und Graffiti an den Wänden. Sie waren die beiden letzten verbliebenen Gebäude von einst mehreren der ehemaligen Zweigstelle des Lebacher Landesaufnahmelagers für Flüchtlinge, das hier angesiedelt war. Ein schöner Anblick waren die Häuser schon nicht mehr, als die Idee aufkam, zwei von ihnen für die Musikschule umzubauen. Und die beiden verbliebenen wirkten umso desolater, als ihnen gegenüber die Schule dann im Frühjahr 2015 tatsächlich eingezogen war. Diese bekam zu den grundlegend sanierten Häusern auch noch eine neue verbindende Aula, die mir ihrer auffälligen Fassade heute ein echter Blickfang ist.


Im März vergangenen Jahres waren dann die Bagger angerückt, um die beiden letzten nicht genutzten Gebäude endgültig abzureißen. Schon an dem Termin hatte man angekündigt, dass die Grünfläche neu gestaltet werden soll.

Die Ausschreibung dafür sei bereits lange über die Bühne gegangen und eine Firma beauftragt, informierte Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff jetzt auf Anfrage unserer Zeitung. Sobald das Wetter passe, soll es hier losgehen, vermutlich gegen Ende März. Die Pläne, was hier genau bis zum Sommer geschehen soll, hatte Roland Ecker, Abteilungsleiter Hoch- und Tiefbau, beim Abbruchtermin erläutert. Immerhin 2900 Quadratmeter umfasst die Fläche. Zusammen mit der bereits bestehenden Grünanlage von 2000 Quadratmetern Größe solle es am Ende wirken „wie aus einem Guss“. Kleine Böschungen will man begrünen, mit Bodendeckern bepflanzen. Bäume sollen gesetzt, Sitzgelegenheiten geschaffen werden, auch Wege und Beleuchtung sind geplant. Auf einer Art Plateau soll eine kleine, halbrunde Spiel- und Präsentationsfläche entstehen. Einen Veranstaltungsbereich will man durch Schotter, der mit Rasen begrünt wird, so befestigen, dass er unterschiedlich genutzt werden kann: für ein Spielmobil zum Beispiel, eventuell auch mal als Parkplatz oder etwa, um hier Stühle aufstellen zu können. Die Kosten für Abbruch und Umgestaltung hatte die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr mit 352 000 Euro angegeben. Bund und Land übernähmen je ein Drittel davon.



Dabei gab es für das Areal einmal ziemlich weitreichende Visionen: Ursprünglich wollte man die Gebäude nämlich in ein Jugendkulturzentrum umgestalten. Die Pläne hielten sich über mehrere Jahre, wurden mehrfach verändert und gekürzt. Man bemühte sich sogar noch um Zuschüsse für das Vorhaben. Letztlich entschloss man sich auch angesichts der angespannten finanziellen Haushaltslage Homburgs dazu, hier nicht weiter auszubauen. Der Grund: Die Folgekosten für Personal und zur Unterhaltung hätte die Stadt allein stemmen müssen, all das hatten die Vertreter der Stadt mehrfach erläutert.

Grundsätzlich sollten in dem umgebauten Gebäude beispielsweise Jugendräume, Probenräume für Bands und fürs Theater entstehen. Zudem sollte es Platz geben, um Material zu lagern. Darüber hinaus wollte man einen kleinen Saal für Konzerte und Aufführungen hinbekommen. Die Kosten wurden auf 1,4 Millionen Euro beziffert, der Eigenanteil der Stadt hätte durch großzügige Fördermittel „nur“ bei 350 000 Euro gelegen.

Geblieben ist auf dem weitläufigen Gelände übrigens nicht nur die Musikschule. Neu gebaut wurde auch der Kindergarten der Arbeiterwohlfahrt (Awo), der im oberen Bereich an das Gebiet grenzt. In einem Gebäude am unteren Rand zog unter anderem eine Schlagzeugschule ein. Ohnehin präsent ist die Awo hier mit ihren sich anschließenden Ausbildungsstätten.

 Im März 2018 wurde der Abriss der verbliebenen heruntergekommenen Gebäude in der Lappentascherstraße 100 eingeleitet.
Im März 2018 wurde der Abriss der verbliebenen heruntergekommenen Gebäude in der Lappentascherstraße 100 eingeleitet. FOTO: Ulrike Stumm