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Spendenübergabe
Als Spendenempfänger auch anderen Gutes tun

Professor Sven Gottschling (Zweiter von links) nimmt den Spendenscheck von Heike Selzer, Klaus Schmitt und dessen Frau Hanna vom Verein Niere Saar (von links) entgegen.
Professor Sven Gottschling (Zweiter von links) nimmt den Spendenscheck von Heike Selzer, Klaus Schmitt und dessen Frau Hanna vom Verein Niere Saar (von links) entgegen. FOTO: Sebastian Dingler
Homburg. Palliativstation des Uniklinikums in Homburg freut sich über 1000 Euro-Spende des Vereins Niere Saar. Von Sebastian Dingler

(sedi) Der Verein Niere Saar zählt 130 Mitglieder und kümmert sich hauptsächlich um die Belange Nierenkranker. Wenn aber am Ende des Jahres von Spendengeldern und Mitgliedsbeiträgen noch etwas übrig ist, dann spendet der Verein gerne auch mal anderen Organisationen etwas. Am Dienstag überbrachten der St. Wendeler Vereinsvorsitzende Klaus Schmitt, seine Frau Hanna und Kassiererin Heike Selzer aus Losheim einen Scheck über 1000 Euro an den Leiter der Palliativstation des Uniklinikums in Homburg, Professor Sven Gottschling.


„Wir spenden an Einrichtungen, die sich um kranke Kinder kümmern“, meinte Klaus Schmitt. „Die Entscheidung für Professor Gottschling fiel wegen seiner sehr guten Arbeit in der Kinderpalliativmedizin. Er hilft mit seiner Schmerztherapie auch Dialysepatienten.“ Was die Nierenkranken selbst betrifft, so sieht Schmitt das Saarland „gut aufgestellt mit 13 Dialysepraxen“. Weniger gefällt ihm, dass diese immer mehr von großen Firmen übernommen werden – „es wird dadurch ein wenig unpersönlicher“. Zur Verwendung der Spendensumme sagte Gottschling: „Wir werden jetzt eine neue Musiktherapeutin einstellen. Die wünscht sich ganz spezielle Instrumente zur Behandlung von Kindern, zum Beispiel eine Glockenharfe. Das wäre eine super Anschaffung. Wir haben zunehmend Kinder, auch ganz kleine Kinder auf der Station. Auch brauchen wir immer etwas für unsere vier Therapie-Begleithunde“. Das seien alles Dinge, die das Uni-Budget nicht enthalte. Seine Station sei im Übrigen mit neun Zimmern und zwölf Betten chronisch überbelegt. „Wir haben ein Arztzimmer, wo sich die Kollegen übereinander stapeln“, so Gottschling.

Der Professor verfolgt aber bekanntermaßen noch einen etwas größeren Plan, nämlich ein altersübergreifendes Hospiz zu bauen (wir berichteten). „Vielleicht bekommen wir dieses Jahr noch den Spatenstich hin, der Bezug wäre dann 2019 oder 2020.“ Dafür seien natürlich Spenden in ganz anderer Höhe notwendig. Ihm fehlten da noch drei Millionen Euro zur Umsetzung. „Ich glaube, das wird ein Leuchtturmprojekt und hoffe, dass wir genügend Menschen für unsere Idee begeistern können. Ich wünsche mir, dass auch der ein oder andere Großspender sich ein Herz fasst und da mitmacht.“