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Denokratieprojekte
20 000 Euro für Demokratie-Projekte

Integration kann auch durch den Magen gehen. Beim gemeinsamen Kochen und Essen – wie hier auf unserem Symbolbild – lernen Kinder und Jugendliche andere Kulturen kennen. Diese Idee steckt auch hinter einem Projekt, das der Verein Saarkult an der Robert-Bosch-Schule umsetzen möchte. Es wird im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie gefördert.
Integration kann auch durch den Magen gehen. Beim gemeinsamen Kochen und Essen – wie hier auf unserem Symbolbild – lernen Kinder und Jugendliche andere Kulturen kennen. Diese Idee steckt auch hinter einem Projekt, das der Verein Saarkult an der Robert-Bosch-Schule umsetzen möchte. Es wird im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie gefördert. FOTO: Maurizio Gambarini / gms
Homburg. Sechs unterschiedliche Vorhaben werden 2018 in Homburg im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie gefördert. vom Theater bis zum gemeinsamen Kochen. Im Sommer kann man sich erneut mit Projekten bewerben. Von Ulrike Stumm

Gerade ringen in Berlin Politiker, darunter auch etliche Saarländer, darum, dass eine neue Regierung gebildet wird. Während sich also dort oder zum Beispiel auch bei Bundestagswahlen sozusagen im Großen zeigt, wie sich Demokratie auswirkt, gibt es eine Seite dieser Regierungsform, die ganz nahe dran ist am Alltag des Einzelnen. Viele Vereine, gemeinnützige Einrichtungen und andere Träger engagieren sich nämlich für die Demokratie. Das ist auch in Homburg so. Sie tun das auf einer anderen Ebene als die Verhandlungspartner in Berlin: Sie sorgen dafür, dass sich Menschen begegnen, sich austauschen. Sie fördern die Teilhabe und sensibilisieren gegen Vorurteile und Rechtsextremismus.



Genau hier setzt die „Partnerschaft für Demokratie“ der Stadt Homburg an. Sie unterstützt das Engagement von Vereinen und Co., fördert und begleitet es. Dazu gehört auch Geld: 20 000 Euro wurden jetzt für lokale Projekte regionaler Träger in diesem Jahr bewilligt. 2017 flossen so 40 000 Euro in verschiedene Vorhaben. Eine zweite Antragsrunde in diesem Sommer, in der sich Interessenten also nochmals bewerben können, werde folgen, kündigt Luisa Maurer vom städtischen Amt für Jugend, Senioren und Soziales an. Das Amt ist in der Stadt für diese „Partnerschaft für Demokratie“ zuständig, die Anfang 2015 von der Stadtverwaltung aufgebaut wurde. Mit im Boot ist das Adolf-Bender-Zentrum. Dahinter steckt wiederum das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ (siehe Infobox). Zu dessen Zielgruppen gehören insbesondere Kinder und Jugendliche, deren Eltern, Familienangehörige und Bezugspersonen, aber auch ehren-, neben- und hauptamtlich in der Jugendhilfe Tätige und Multiplikatoren, also Menschen, die Infos und Wissen weitergeben, sowie weitere Akteure. Der Grundgedanke dahinter: Der Bund gibt Geld in die Region, damit sollen möglichst vielfältige kleine Projekte, die wiederum unterschiedliche Zielgruppen erreichen, umgesetzt werden.

Aus dem Bundesprogramm  stammt auch der bei weitem größte Batzen des Geldes, das nun in Homburg verteilt wird, erläutert Luisa Maurer. Der Träger eines Projekts muss zudem jeweils einen Eigenanteil in Höhe von zehn Prozent einbringen. Zudem unterstütze die Stadt noch mit einem geringen Anteil.

Das läuft dann so, dass sich diejenigen, die das möchten, zunächst einmal um eine solche Förderung bewerben. In der jüngsten Antragsphase seien insgesamt sechs Projektanträge eingereicht worden, informiert Maurer, unter anderem, von Vereinen und gemeinnützigen Einrichtungen. Ob sie bewilligt werden oder nicht, darüber entscheide ein Begleitausschuss, zusammengesetzt aus verschiedenen Akteuren. Diesmal gab es für alle Bewerber ein „Ja“. Durchschnittlich gehen zehn bis zwölf Anträge pro Jahr ein, die dann auch meist gute Chancen haben, bewilligt zu werden. Das komme natürlich darauf an, wie hoch die Summe ist, die gebraucht werde, und was noch ins Budget passe, führt Maurer aus. Zusätzlich könne ein Jugendforum, in dem Jugendliche ein eigenes Budget verwalten, Dinge umsetzen, mit denen sie wiederum ihre eigene Zielgruppe erreichen.

 Die Projekte, die jetzt gefördert werden sind ganz unterschiedlich:  So wird die freie Kunstschule Artefix gemeinsam mit dem Atelier für Mädchen und junge Frauen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) über theaterpädagogische Methoden junge Frauen ermutigen. Sie setzen sich in den Projekten mit den Frauenrechten auseinander und hinterfragen tradierte Rollenbilder.

Mit theaterpädagogischen Mitteln arbeitet auch der Verein Creative Change an der Grundschule Langenäcker. Mit dem Projekt „Jugend kann die Welt bewegen“ werden die Kinder eine Woche lang Themen wie Demokratie und Kinderrechte auf interaktive Weise behandeln.

Der Jugendtreff Check-Point der Awo in Erbach widmet sich einem Projekt gemeinsam mit der Freiwilligen Ganztagsschule „Neue Sandrennbahn“. In Workshops, einem Zeitzeugengespräch und Exkursionen beschäftigen sich die Jugendlichen mit der saarländischen Geschichte, mit dem Nationalsozialismus und dem heutigen Rechtsextremismus sowie der Bedeutung von Frieden und Demokratie.

Die Begegnung und der interreligiöse Dialog bilden die Schwerpunkte zweier Projekte des Vereins Saarkult. Mit „Über den Tellerrand kochen“ wird der Verein an der Robert-Bosch-Schule ein interkulturelles Kochprojekt umsetzen. Zudem plant der Verein ein gemeinsames Fastenbrechen mit Menschen christlichen, muslimischen und jüdischen Glaubens sowie Menschen anderer oder keiner Glaubenszugehörigkeit.

Das „Haus der Begegnung“ der Awo wird Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen zusammenbringen und gemeinsam Themen wie Kinder- und Menschenrechte behandeln.

Für dieses Jahr ist noch mehr geplant: Neben Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, findet im zweiten Halbjahr eine Demokratiekonferenz statt.

Weitere Infos findet man, wenn man sich unter www.homburg.de durchklickt über die Punkte Stadtprofil, Jugend, Demokratie leben.