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Leserreporter
Hobbykünstler müssen Ausstellungstermin verlegen

Ein breites Angebot  bieten die  Hobbykünstler um den Höcherberg  bei ihrer Adventsausstellung (hier ein Archivfoto).
Ein breites Angebot bieten die Hobbykünstler um den Höcherberg bei ihrer Adventsausstellung (hier ein Archivfoto).
Bexbach. Statt wie üblich am Volkstrauertag findet die Schau nun am Samstag, 17. November, in der Bliestalhalle  Niederbexbach statt.

Der Advent sollte ja eine ruhige, besinnliche Zeit sein, stattdessen dominieren oft genug aber eher Hektik und Betriebsamkeit. Letzteres haben die Hobbykünstler um den Höcherberg in diesem Jahr schon vor den Adventstagen. Denn wie Leserreporterin Sandra Bauer, Vorsitzende des bekannten Bexbacher Vereines, mitteilt, musste die traditionelle Adventsausstellung in diesem Jahr verlegt werden. „Diese Veranstaltung gibt es mittlerweile seit sieben Jahren, erstmals fand sie statt 2011 im Gasthaus Brunneneck in Höchen. Mittlerweile waren die Stationen in der Unterkirche, Glanhalle, Höcherberghalle und in diesem Jahr in der Bliestalhalle in Niederbexbach.“ Die Orte wechselten, geblieben ist der Termin: Auch in diesem Jahr sollte die Ausstellung am Volkstrauertag stattfinden.


Dass das nun nicht so ist, geht auf eine Bürgerbeschwerde bei der Stadtverwaltung zurück: „In der Presse war erstmals im Oktober ein Artikel für den diesjährigen Markt veröffentlicht worden und an diesem Tag hatte sich ein Bürger beziehungsweise eine Bürgerin anonym beim Ordnungsamt der Stadt Bexbach über diese Veranstaltung beschwert, da es ja ein kirchlicher Feiertag wäre und dies nicht zulässig sei. Nach Rücksprache mit Landkreis und Innenministerium teilte uns die Stadt an diesem Tag mit, dass der Markt nur samstags stattfinden darf. Dies war mit viel Aufwand verbunden, da Presseberichte schon verschickt waren und auch die 41 Aussteller hierüber informiert werden mussten“, schildert Sandra Bauer. Die Hobbykünstler sehen das Verbot mit Unverständnis: Es handele sich bei diesem Markt nicht um eine laute Veranstaltung mit Live-Musik, sondern um eine ruhige Ausstellung. Es gebe jedes Jahr eine Tombola, deren Erlös für einen caritativen Zweck gespendet werde – in den vergangenen Jahren wurden schon 5000 Euro gespendet.

„Nun müssen wir uns schon fragen warum sich die letzten Jahre niemand daran gestört hat und auf einmal ist es nicht zulässig. Die Blumengeschäfte machen doch auch an Volkstrauertag und Totensonntag ihre Adventsausstellungen. Im St. Wendeler Raum gibt es an den beiden Feiertagen auch Ausstellungen von Hobbykünstlern, warum dürfen die und wir nicht?“



Die Stadtverwaltung Bexbach beruft sich auf SZ-Nachfrage auf das Feiertagsgesetz – weil es sich um eine Verkaufsausstellung handele. „Gemäß Paragraf 8 Absatz 1 des Gesetzes über die Sonn- und Feiertage (Feiertagsgesetz – SFG) sind Veranstaltungen dieser Art nicht zulässig. Es handelt sich bei der geplanten Ausstellung nicht um die Ausstellung selbst, sondern auch um einen Verkauf der angebotenen Artikel“, teilt Joachim Gros vom Ordnungsamt der Stadt mit: „Die Durchführung einer solchen Veranstaltung wird dem Sinn dieses Feiertages somit nicht gerecht. Explizit gilt gemäß Paragraf 8 SFG das Verbot von Veranstaltungen dieser Art nicht nur am Volkstrauertag, sondern auch an allen im Paragraf 8 besonders aufgeführten Feiertagen (Karfreitag, Allerheiligentag, Totensonntag und Volkstrauertag ab 4 Uhr, am Allerseelentag bis 18 Uhr).“

Die Hobbykünstler um den Höcherberg laden nun für Samstag, 17. November, von 13 bis 19 Uhr zur Adventsausstellung in die Bliestalhalle in Niederbexbach ein.

Die Aussteller bieten ein breites Spektrum von Keramik, Holz und Leinenarbeiten, Schmuckteile aus Silberbesteck, Fimo, Filz, Aludraht, Nespressokapseln und Halbedelsteine, Etageren aus Sammeltassen, Nähobjekte (unter anderem Kinderkleidung, Utensilos uvm.), Strick- und Häkelarbeiten, Betondeko, Advents- und Weihnachtsdekorationen, Karten und Kerzen, Stickarbeiten, Malerei, Kulinarisches wie Marmeladen, Liköre, Öle und Essig, und vieles mehr. Auch für das leibliche Wohl wird mit Gulaschsuppe, warmem Fleischkäse und Kaffee, Kuchen (auch zum Mitnehmen) und Getränken gesorgt.

Zugunsten des Zentrums für Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie an der Uniklinik wird eine Tombola veranstaltet.

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