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Theaterwoche
Wenn aus der alten Rostlaube plötzlich ein „Love-Mobil“ wird

Während der Vorstellung der Theatergruppe Groß und Klein Pinningen befürchten (von links) Nicole Allgayer und Sabine Fischer Schlimmes, was Lisa-Marie, der Polizist Marco Krämer, Tim Lambert und Evi Frenzel auf dem Foto-Apparat entdecken. Dazu sehen (von links) Michael Neuhäuser und Klaus Schmitt ebenfalls dem Quartett zu.
Während der Vorstellung der Theatergruppe Groß und Klein Pinningen befürchten (von links) Nicole Allgayer und Sabine Fischer Schlimmes, was Lisa-Marie, der Polizist Marco Krämer, Tim Lambert und Evi Frenzel auf dem Foto-Apparat entdecken. Dazu sehen (von links) Michael Neuhäuser und Klaus Schmitt ebenfalls dem Quartett zu. FOTO: Wolfgang Degott
Homburg/Gersheim. Pinninger Theatergruppe Groß und Klein überzeugte mit „Maskenball am Campingplatz“ bei der 32. Gersheimer Theaterwoche. Von Wolfgang Degott

Naturidylle, Leben zwischen Wohnwagen und Grill, kleinbürgerliches Neidgehabe und der plötzliche Schuss Erotik: das waren die Zutaten der Komödie „Maskenball am Campingplatz“, die von der Theatergruppe Groß und Klein aus Pinningen aufgeführt wurde. Sie gastierte mit ihrer Premiere in der künstlerisch anspruchsvollen von der Pinninger Malerin Rita Walle kreierten Campingplatz-Kulisse bei der 32. Gersheimer Theaterwoche im voll besetzten Kulturhaus.



Die seit einem Vierteljahrhundert stets an der gleichen Stelle campenden Eheleute Erna (Sabine Fischer) und Eugen Bagger (Michael Neuhäuser), Ilse (Nicole Allgayer) und Gustav Strössel (Klaus Schmitt), Berta (Agathe Schmitt) und Siegfried Pellmann (Volker Sandmeier) fanden sich in höchster Alarmbereitschaft, als ihnen Platzwartin Isolde Zeltig (Luisa Schmitt) eine „Rostlaube“ von Wohnwagen direkt vor die Nase setzte. Das Feuer im Grill war entfacht und brannte gar lichterloh, weil dieser Camper den Seeblick versperrte und zu allem Unglück der neue Pächter auch noch ankündigte, Teile des Strandes als textilfreie Zone auszuweisen.

Das wiederum kam den drei „Pantoffelhelden“ nicht wirklich ungelegen, zumal aus besagter „Rostlaube“ die blutjungen Mädels Lori (Lisa-Marie Huppert) und Chrissi (Evi Frenzel) hüpften. Während bei diesen die Zielrichtung Maskenball am neuen FKK-Strand deutlich ausgegeben wurde, wollten die Damen als vermummte Demonstranten die nackten Tatsachen bekämpfen. Wachtmeister Alois Wichtig, dessen Darsteller Marco Krämer innerhalb der Gruppe eindrucksvoll debütierte, hatte alle Hände voll zu tun, und als der super coole, voll abgezockte Tscho (Tim Lambert) die Bildfläche betrat und die Rostlaube als „Love-Mobil“ mitten in Sodom und Gomorra ausgemacht wurde, zog ein Sturmtief nach dem anderen über den See und die Schauspieler liefen zur Top-Form auf.

Doch auf jedes Gewitter folgt Sonnenschein: Tscho outete sich als Pächter, der FKK-Strand entpuppte sich als echter Knaller und den Camper-Männern folgten im Gänsemarsch deren Ehefrauen, die das neue Stranderlebnis kaum erwarten konnten und schon auf dem Weg mit dem Entblättern begannen.

Die elfköpfige Truppe ist noch dreimal zu bewundern. Dann im heimischen Altheimer Sportheim, wo der Dreiakter von Beate Irmisch, in den Wochen zuvor einstudiert worden war. Der Vorhang öffnet sich an den Samstagen, 17. und 24. Februar, um 20 Uhr, und am Sonntag, 18. Februar, um 18 Uhr. Der Vorverkauf läuft im Bickenalb-Center in Altheim, wo Karten zum Preis von acht Euro zu haben sind.

Telefonisch können Karten zudem bei Sabine Fischer unter (0 68 44) 10 10, auch über Anrufbeantworter bestellt und danach natürlich zurückgelegt werden. An der Abendkasse können sie dann abgeholt werden.