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Samhain
Ahnenzeremonie im Schein der Fackeln

Arkan der Druide von der Keltengruppe Riusiava vollzog beim Samhain im Europäischen Kulturpark seine Ahnenzeremonie.
Arkan der Druide von der Keltengruppe Riusiava vollzog beim Samhain im Europäischen Kulturpark seine Ahnenzeremonie. FOTO: Wolfgang Degott
HOmburg/Reinheim. Vor dem Torhaus des Europäischen Kulturparks in Reinheim wurde das keltische Neujahrsfest Samhain gefeiert.

„Die Kraft der Sonne hat nachgelassen, die Tage sind trübe, grau und kurz geworden. Der Gott der Sonne und des Feuers hat sich verwandelt in den dunklen Samhain. Alles Leben in der Natur ist erfasst, die Vorräte für den Winter sind gesammelt und so sollen wir Menschen in dieser Zeit uns innerlich sammeln“, waren Worte während der Ahnenzeremonie vor dem Torhaus im Europäischen Kulturpark, wohin die vielen Besucher, darunter auch viele Familien mit ihren Kindern, mit einem Fackelzug gekommen waren.


Mit sonorer Stimme sprach sie Arkan der Druide, der gemeinsam mit seinen „Mitstreitern“ der Keltengruppe „Riusiava“ aus Stuttgart für den mystischen Part während der Feier zum keltischen Neujahrsfest übernommen. Es sei die Nacht und die Zeit, wo die Tore offen stünden zur anderen Welt, so der Druide. In der mystisch in Szene gesetzten Parkkulisse, bei der die viele Feuer flackerten, den Gästen, fast doppelt so viele wie im letzten Jahr, den Weg vom Areal rund um das Fürstinnengrab hin zum Tor des Geländes der großen keltischen Villa zeigte. Sie war die in den letzten Jahrzehnten Block um Block freigelegt und teilweise wieder aufgebaut worden.

Laura Rekowski von der Parkverwaltung erläuterte, das die Truppe von Riusiava mit allerlei Darbietungen, darunter Waffenschau und Kampfvorführungen, den Brückenschlag von der Neuzeit in die Zeit der keltischen Fürstin, die vor 2400 Jahren in Reinheim zusammen mit enormen Reichtümern bestattet worden war. Sie freute sich auch, dass selbst gebrauter Met und veganer Eintopf im Angebot war. Daneben konnten auch Arbeiten am Webstuhl und an der Drechselbank verfolgt werden, flechteten die Mädchen den Besuchern keltische Frisuren, boten Händler ihre Waren feil. Dabei waren auch Kerzen, die zuvor in der Bexbacher Kerzen-Werkstatt gezogen worden waren.



Im Fürstinnengrab gab Andrea Häusler, Mitglied der Keltengruppe, einen tieferen Einblick in die Welt der Kelten und die Bedeutung von Samhain, während der Rubenheimer Volkskundler und Inhaber des Museums für dörfliche Alltagskultur und des saarländischen Aberglaubens sein Wissen zum Thema Aberglaube weitergab. Nachdem die Bogenschützen der Keltengruppe mit Brandpfeilen eine Strohpuppe entzündet hatten, legte die Gruppe Hexeschuss im Fürstinnengrab los. Irisches Liedgut, mit abwechslungsreicher Instrumentierung und fünfstimmigen Gesang dargebracht, fanden sich schnell den Draht zum Publikum, wurde der Abend mit viel Rhythmus, Freude und Tanz beschlossen. Für das leibliche Wohl hatten während der Veranstaltung die Helfer der Spielgemeinschaft Gersheim-Niedergailbach gesorgt.