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Reinheimer Carneval
Riesenstimmung in der Grenzlandhalle

Die Aktivengarde des CCR trat am Samstagabend bei der Fastnachts-Show in der Reinheimer Grenzlandhalle mit einem Showtanz auf.
Die Aktivengarde des CCR trat am Samstagabend bei der Fastnachts-Show in der Reinheimer Grenzlandhalle mit einem Showtanz auf. FOTO: Jörg Martin
Reinheim. Der Reinheimer Carnevalclub bot bei seiner Sitzung am Samstagabend beste Unterhaltung für jeden närrischen Geschmack.

Wenn man auf dem Land lebt und als Einwohner in die Kerwered gelangt, hat man es geschafft. Sagt man. Wenn man sogar Gegenstand einer Nummer bei einer Fastnachtsveranstaltung ist, so stellt dies schon beinahe die Adlig-Sprechung dar. So geschehen am Samstagabend beim Carneval-Club Reinheim (CCR). Im Rahmen der Fastnachtsshow in der Grenzlandhalle hatte man sich zu einer lokalen Persiflage auf das legendäre „Dinner für one“ entschlossen.



Nichts Ungewöhnliches könnte man meinen. Doch Butler Loi (Andres Couturier) und Frau Klausi (Klaus Wack) hatten natürlich auch imaginäre Gäste, die Loi zu spielen hatte. Unter ihnen Peter Nagel, der an einem Abend in einer Stunde drei Sitzungen absolviert und noch der Gattin schnell mal eben die Wohnzimmerdecke streicht. Oder Bernd Krämer, der nun – dank neuer Freundin – statt nur auf 400 Geburtstagsfeiern auf 100 mehr im Jahr gehen kann. Es war kein Wunder, dass der Saal aus dem Grölen nicht mehr herauskam. Spätestens dann schunkelten vor allem in hinteren Teil der Narrhalla die Leute, während sie auf den Stühlen standen. Und das nicht nur, weil Loi noch in Anwesenheit des Löwen (Manuel Wack) gezaubert hatte. Zuvor hatte bereits im ersten Teil Sänger Axel Ruth die Stimmung mit Titel wie „Chöre“ (Mark Forster) so hoch getrieben, dass viele auf den Stühlen tanzten. Zugabe-Forderungen und Stimmungsraketen waren keine Seltenheit.

Beim über vierstündigen Mammutprogramm verging nicht nur wegen des Mottos „Wer hat an der Uhr gedreht?“ zum Jubiläum – vier Mal elf Jahre CCR – die Zeit wie im Flug. Die Gruppe Morsche Knochen (Trainerin: Manuela Recktenwald) als tanzende Kosaken sorgten schnell für Stimmung. Angesichts des Ohrwurms „Dschinghis Kahn“ sang das Publikum schnell mit. Büttenredner Helmut Alf erklärt derweil die „Senioren-PIN“ für Zahlungsvorgänge: Sie ist einstellig aber man hat zehn Eingabeversuche. Kriegt man im Geschäft Treuepunkte, wenn man fremdgeht? Die Frage blieb offen. Und dann gibt es einen Unterschied zwischen Lidl und Donald Trump: Lidl lohnt sich. Der US-Präsident steht übrigens für ein neues Längenmaß: Ein Trump ist der Abstand zwischen zwei Fettnäpfchen. Die Herren-Showtanzgruppe „Tanzbärchies“ (Trainer: Susanne Ringle/Johanna Nagel) überzeugte mit Tänzen zu „Kung-Fu-Fighting“ und Twist. Bravo!-Rufe erhielt die Showtanzgruppe „Revival Girls“ (Trainer: Tina Wiesen) für ihren Vampirtanz. Ihn führte die Gruppe letztmalig 2001 (Trainer damals: Sandra Hirtz-Hausknecht) auf.

Einige Tänzer von damals waren auch diesmal dabei. Die Musik der Sechziger und Achtziger spielte unter anderem beim Showtanz der Aktivengarde (Trainer: Susanne Ringle) eine Rolle. Ihr „I love Rock’n’Roll“ ging schnell ins große Finale über.