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Reinheim
Reinheimer Wehr zieht positive Bilanz

Vor dem Sportheim in Reinheim sind die Gewählten, Ernannten und Beförderten sowie die Führungskräfte der Wehr versammelt.
Vor dem Sportheim in Reinheim sind die Gewählten, Ernannten und Beförderten sowie die Führungskräfte der Wehr versammelt. FOTO: Wolfgang Degott
Reinheim. Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung gab es viel Lobenswertes zu berichten, aber auch kritische Anmerkungen fehlten nicht. Von Wolfgang Degott

Für weitere sechs Jahre führt der 58-jährige Reinhold Drieß den 28-köpfigen Löschbezirk der Reinheimer Feuerwehr. Er wurde in der Jahreshauptversammlung im Sportheim Reinheim bei der geheimen Wahl unter der Leitung von Bürgermeister Alexander Rubeck einstimmig bestätigt. Drieß gehört bereits seit dem Jahr 1980 der Führungsriege der Selbsthilfeorganisation an. 15 Jahre war er Jugendwart, von 1986 an war er stellvertretender Löschbezirksführer und seit 2006 führt er die Wehr, zu der auch noch 20 Mitglieder der Jugendwehr und 14 der Altersabteilung gehören. Ihm steht ein neuer Stellvertreter zur Seite. Nachdem Klaus Wack nach zwölfjähriger Amtszeit auf eine Wiederwahl verzichtete, wurde Benjamin Uth, der während der Versammlung zum Brandmeister befördert wurde, ebenfalls einstimmig gewählt.



Drieß erinnerte zum Beginn an die großen Verdienste, die Walter Wack, der während des letzten Jahres verstarb, um die Feuerwehr erworben habe. Er sei 68 Jahre im Feuerwehrdienst gewesen, habe in seinen Amtszeiten als Wehrführer die Zahl der Jugendwehren in der Gemeinde von zwei auf neun gesteigert. In seinem Rechenschaftsbericht bezeichnete Drieß die Nachwuchsfindung als „größte Herausforderung der kommenden Jahre“. Die Wehr selbst schrumpfte in den letzten Jahren auf Sollstärke-Niveau. „Dieser Rückgang der Aktiven bereitet mir zusehends Kopfzerbrechen in Bezug auf einen schlagkräftigen Brandschutz. Auch die letzten Einsätze haben gezeigt, dass in den kritischen Zeiten der Brandschutz nicht gewährleistet ist“, stellte Drieß heraus. Er forderte, in der kommenden Legislaturperiode viel Arbeit in die Motivation der Aktiven zu legen, aber auch im Bereich von Neuwerbung aktiv zu werden. Im vergangenen Jahr hätten 24 Übungen stattgefunden, wobei sich der Besuch nochmals verschlechtert habe. Die meisten Übungsbesuche hatten Michael Plitt und Klaus Wack zu verzeichnen, die 18 Mal dabei gewesen waren. Er hob insbesondere die Jahresabschlussübung heraus. Dabei sei im ehemaligen Kindergarten eine Person aus dem verqualmten Gebäude zu retten gewesen.

Auch die Übung des ABC-Zuges Süd in der Gersheimer Firma Pallmann, die von Manuel Langenbahn mustergültig vorbereitet worden war, wurde mit Reinheimer Beteiligung durchgeführt. 23 Mal, davon zwölf Mal durch Brandmeldeanlagen, sei die Wehr zu Einsätzen gerufen worden. Zu den übrigen Einsatzarten gehörten Brände, Beseitigung von Sturmschäden, Türöffnungen, Folgen von Eisregen und eine Tierrettung. Zudem seien bei der Trofeo, dem Johannisfeuer des Kleintierzuchtvereins und auch dem Biosphärenfest Dienste geleistet worden. Daneben hätte der Kameradschaftsabend mit Wanderung zur Kameradschaftspflege beigetragen. Am Rosenmontag seien viele Gäste im Feuerwehrhaus bewirtet worden.

Der Jugendbeauftragte Manuel Langenbahn sprach von einer konstanten Mitgliederstärke, darunter sieben Mädchen, in der Nachwuchswehr mit einem Altersdurchschnitt von 12,5 Jahren. Kassierer Peter Wagner, der wiedergewählt wurde, konnte zog eine positive Finanzentwicklung. Der Kreisbrandinspekteur Uwe Wagner lobte die Kontinuität und hob die Bedeutung des Atemschutzes hervor. Ohne Atemschutzgeräteträger könnten keine Einsätze mehr abgewickelt werden. Wehrführer Stefan Lugenbiel kündigte eine verstärkte Kooperation mit den Nachbarwehren Blieskastel und Mandelbachtal an, mit gemeinsam durchgeführten Lehrgängen und der zentralisierten Schlauchprüfung in Ormesheim. Reinheims Ortsvorsteher Jürgen Wack dankte den Wehrangehörigen für ihr Engagement, stellte fest, dass die Wehr innerhalb der Bevölkerung anerkannt sei, und die Politik die Stärkung der Wehr vor Ort in ihrer Agenda habe. Der Gemeindejugendfeuerwehrbeauftragte Matthias Motsch lobte die kontinuierliche und erfolgreiche Jugendarbeit. Auf Gemeinde-Ebene seien 112 Jugendliche in neun Wehren zu finden. Dieses Jahr soll erneut eine Sternwanderung mit Ziel Rubenheim stattfinden.