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Tradition
Tolle Tage und freche Sprüche

Die Herbitzheimer Straußgesellschaft feierte auch in Sonnenblumenfeldern und ließ ihre Hüte fllegen. Links der „Jubilläumsstraußbub“ Markus „Boller“ Sand, der auch die Kerweredd verlas.
Die Herbitzheimer Straußgesellschaft feierte auch in Sonnenblumenfeldern und ließ ihre Hüte fllegen. Links der „Jubilläumsstraußbub“ Markus „Boller“ Sand, der auch die Kerweredd verlas. FOTO: Wolfgang Degott
Herbitzheim. Die Herbitzheimer Kerwe geht an diesem Dienstag mit dem traditionsreichen Heringsessen zu Ende. Von Wolfgang Degott

Mit dem Vergraben der Kerb und dem traditionellen Heringsessen endet an diesem Dienstag, 2. Oktober, die „Hewezummer Kerb“. Zwölf Straußbuben und 15 -mädchen, darunter sieben Mütter, die gemeinsam mit ihren Kindern feierten, sorgten in den vergangenen Tagen für viel Stimmung, trugen ihren mit rund 4000 Bändchen geschmückten Kerwestrauß zu den Festivitäten, die mit dem Kerweausgraben in der Dorfmitte am Freitagabend begonnen hatten. Mit dabei auch Markus „Boller“ Sand, der zum 25. Mal mit dabei war und nach dem der Strauß auch benannt worden war. Er trug am Sonntagabend am Sportheim auch die Kerweredd vor, die hauptsächlich von Fabian Degott, Nils Günther und Tim Schumacher zu Papier gebracht worden war, zu den Geschichten aber auch alle anderen ihr Scherflein beigetragen hatten. Darin enthalten waren Themen, zu denen die beiden neuen Fußball-Spielgemeinschaften der Frauen und Männer, aber auch der Bau des Feuerwehrgerätehauses gehörten und die wie auch weitere Begebenheiten des Dorfes trefflich glossiert wurden.


Markus Sand, der seit 14 Jahren in Nürnberg lebt, hat die meisten der „Kerwesprüche“ neben Florian Sperling und Andreas Wesely vorgetragen. Er kommt immer wieder gerne zu den „tollen Tagen“ in seine alte Heimat. „Eine Ende ist nicht absehbar“, so „Boller“. Bis Sonntagabend war die Straußgesellschaft auch international.

Mit im Tross befand sich die 21-jährige amerikanische Studentin Abigail „Abby“ Wigfield aus Florida. Sie studiert derzeit in München an der Bundeswehr-Universität Betriebswirtschaft und musste am Montag zu Vorlesungen nach München reisen. Sie hatte die Kerwesprüche auf ihrem Smartphone gespeichert. Ihre Begeisterung kannte keine Grenzen. „Diese Kameradschaft und das durchs Dorf ziehen hatte sie in den Staaten noch nicht erlebt“, erläuterte Sheila Meidinger, die eine Kommilitonin der US-Amerikanerin in München ist und aus Herbitzheim stammt.



Die beiden hatten sich in der Westpoint Militärakademie der US-Army kennengelernt, wo Sheila ein Auslandsstudium absolvierte. Reaktiviert wurden Mütter von Mitgliedern der Straußgesellschaft. Darunter befanden sich Henny Günther, Jutta Klein, Helga Kretz, Martina Martin, Marita Nagel und Andrea Toth, die sich in die Traditionsfeier einklinkten, kräftig mitfeierten – und damit eindrucksvoll unterstrichen, dass Kerwe feiern in Herbitzheim nicht nur Sache der Jungen ist.