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Kartoffel-Testessen
Kartoffelsorte „Allians“ macht das Rennen

Ein weiteres Kartoffel-Testessen der Obst- und Gartenbauvereine im Saarpfalz-Kreis fand in Höchen statt.
Ein weiteres Kartoffel-Testessen der Obst- und Gartenbauvereine im Saarpfalz-Kreis fand in Höchen statt. FOTO: Markus Hagen
Gersheim. Rund 100 Testesser kürten im Gersheimer Kulturhaus die festkochende Knolle zur besten. Von Wolfgang Degott

Ungebrochen ist das Interesse am Kartoffeltestessen des Kreisverbandes der Obst- und Gartenbauvereine im Gersheimer Kulturhaus. 100 Interessierte aus weiten Teilen des Kreises fanden sich ein, um sieben vorgelegte Kartoffelsorten unter die Lupe zu nehmen.


Die Reifegruppen reichten von sehr früh über mittelfrüh bis mittelspät, während sich die Kocheigenschaften von festkochend über vorwiegend festkochend bis mehlig erstreckten. Am Ende siegte mit der Sorte Allians eine festkochende, vor allem für Salate geeignete Knollenfrucht. Sie erreichte 15,9 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Auf dem zweiten Platz, mit 15,8 Prozent knapp geschlagen, landete Belana, die sich als früh festkochende Art definiert. Auf den Bronzerang wertete sich Annabelle. Der festkochende Erdapfel kam auf 15,4 Prozent. Der stellvertretende Kreisvorsitzende Bernhard Rath hatte in seinem einführenden Referat berichtet, dass in Deutschland 150 Speisekartoffelarten zum Anbau zugelassen seien. Im Saarland werden auf rund 130 Hektar Kartoffeln angebaut. Aufgrund der Witterungsbedingungen sei die Kartoffelsaison erneut als sehr schwierig zu bezeichnen, so Rath, der aber auch hervorhob, dass die Kartoffel sehr beliebt, insbesondere die saarländischen Spezialitäten Grumbeerkichelche, Gefillde und Dibbelabbes „Botschafter“ der Saar-Grumbier seien. Er ergänzte, dass die Ernte zwar gleichbleibend gegenüber dem Vorjahr geblieben sei, es aber wohl Probleme mit der Einlagerung geben werde, weil es zu trocken gewesen sei, dadurch die Knollen nicht mit Erde behaftet seien.



Kreisvorsitzender Frank John, gleichzeitig auch Kirkels Bürgermeister, der gemeinsam mit Rath die Wertungsbögen auswertete, sprach von einer traditionellen Veranstaltung, bei der die Kartoffeln vor allem vom Kirchheimerhof der Familie Schreiner in Breitfurt und daneben von der Landwirtschaftskammer des Saarlandes aus eigenem Vertragsanbau kostenlos zur Verfügung gestellt worden seien. Norbert Bruckart, der Vorsitzende des ausrichtenden Obst- und Gartenbauvereins Gersheim, freute sich über die gute Resonanz. Die Veranstaltung sei das „Paradepferd“ seines Vereins, den er 17 Jahren führt. „Das Kartoffeltestessen, das wir zum 13. Mal veranstalten, ist in Gersheim ein Begriff“, so Bruckart, der sich auch alljährlich auf eine 15-köpfigige Helfermannschaft mit ihren grünen Shirts verlassen kann. Dazu steuerten die Frauen ein reichhaltiges Kuchen- und Tortenbüffet mit rund 20 Kartoffelspezialitäten wie gefüllte Kartoffelhörnchen, salzige Schoko-Schnitte mit Kartoffelmehl oder auch verschiedene Kartoffeltorten, wozu auch eine Weincremekartoffeltorte gehörte, bei.

Auch hatte Christine Weisang wieder für eine viel beachtete herbstliche Dekoration gesorgt. In der Beleuchtung der Gesamtsituation der Obst- und Gartenbauvereine im Saarpfalz-Kreis zeigten sich sowohl Frank John als auch Geschäftsführer Harry Lavall zufrieden. Es existierten 41 Vereine, mit rund 5200 Mitgliedern wobei mit Oberwürzbach eine Neugründung zu verzeichnen sei. Festzustellen sei, dass sich derzeit ein Verjüngungsprozess vollziehe, dass insbesondere Menschen mit Umweltbewusstsein, mit dem Wunsch sich umweltbewusster zu ernähren entdeckten die Streuobstwiesen als Lieferanten schmackhaften Obst, Äpfeln für Apfelsaft.