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Europäischer Kulturpark
Heilkräuter liegen im Trend

Andreas Fritz aus Bad Kreuznach verkaufte beim Saarländischen Heilpflanzentag Kräuter.
Andreas Fritz aus Bad Kreuznach verkaufte beim Saarländischen Heilpflanzentag Kräuter. FOTO: Jörg Martin
Reinheim. Trotz mäßigen Wetters lockte der siebte Saarländische Heilpflanzentag viele Besucher nach Reinheim.

Mit über 70 Teilnehmern bei den Workshops ist am Sonntagabend der siebte Saarländische Heilpflanzentag im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim zu Ende gegangen. „Wir haben mit 24 Ausstellern mehr Teilnehmer als im vergangenen Jahr“, freute sich Sandra Woll. Die St. Ingberter Heilpraktikerin ist eine von vier Frauen, die das Event veranstalten.


Das drückende Wetter am Nachmittag spielte hinsichtlich des Besucherandrangs keine Rolle, darauf wies Woll hin. „Vor allem, dass die Workshop-Teilnehmer mehr geworden sind, ist für uns ein Riesenerfolg. Denn das ist eine spezielle Klientel“, freut sich Sandra Woll. Sie und ihre Kolleginnen haben festgestellt, dass die Bereitschaft, sich im Bereich Heilkräuter und Wildpflanzen weiterzubilden, groß sei. Trend und Zeitgeist spielten der Veranstaltung dabei in die Hände. „Das Interesse beginnt meist bei Mitte 30. Irgendwann entdecken die Leute, dass man etwa bei Insektenstichen auch Spitzwegerich verwenden kann und nicht auf die Salbe aus der Apotheke vertrauen muss“, so Woll.

Glücklich sind die Organisatoren vor allem über die Zusammenarbeit mit dem Kulturpark. „Das ist eine super Kooperation“, lobte Sandra Woll. Bei den Vorträgen kam insbesondere der Impulsvortrag „Heilkräuter aus römischer Zeit“, den ihre Veranstalter-Kollegin Gabriel Geiger aus Einöd hielt, gut an. Glücklich waren die Organisatoren auch darüber, dass man das Blieskasteler Trio „Scheldeborn“ für die musikalische Umrahmung gewinnen konnte. Das Ensemble steuerte – Mitten im kleinen Wäldchen nahe dem Fürstinnengrab, in dem sich auch die Stände befanden – die passende Musik bei. Die Mimbacher gaben Interpretationen deutschsprachiger Liedermacher wie Reinhard Mey, Klaus Hoffmann und Hannes Wader sowie Volkslieder und Traditionelles zum Besten.



„Ich finde es hier sehr gut. Das Interesse ist groß. Und das, obwohl schon Nachsaison ist“, sagte Andreas Fritz. Der Aussteller aus der Nähe von Bad Kreuznach hatte Kräuter in Strauchform an seinem Stand im Angebot, die stark nachgefragt wurden. Schnittknoblauch werde gerne gekauft. Seine Kunden gingen meist mit nicht nur einem Strauch nach Hause. „Ich habe ein vielfältiges Angebot“, meint Fritz. Zum sechsten Mal als Aussteller dabei war auch der Obst- und Gartenbauverein aus Homburg-Kirrberg. Renner an diesem Stand waren auch dieses Mal die „Kirrberger Drobbe“. Die von Walter Mick und seinem Team hergestellten Kräuteressenzen haben mittlerweile ihre Fangemeinde. „Wir haben einen großen Kräutergarten in Kirrberg. Auf unserer eigenen Streuobstwiese gibt es 140 Bäume und wir haben eine eigene Brennerei“, erklärte Herbert Schwarz, der erste Vorsitzende des 270 Mitglieder zählenden Vereins, stolz. Viele Leute kauften die „Drobbe“, wenn sie etwa Rückenprobleme haben. Dann sei die Sorte „Teufelskralle“ die richtige. Für den Heilkräutertag habe man aber auch eigens einen Keltentrunk zusammengemixt und angeboten. Von ihm, den Schnäpsen und von den Tees machten die Kunden zahlreich Gebrauch.