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Fischtag
Am Tag der Einheit lief der Räucherofen auf Hochtouren

Beim Fischtag wird die erste Einheit mundgerechter Regenbogenforellen von (von links) Jörg Weber, Mathias Hartz, Georg Lambert und Vorsitzender Dieter Biron aus dem Ofen geholt.
Beim Fischtag wird die erste Einheit mundgerechter Regenbogenforellen von (von links) Jörg Weber, Mathias Hartz, Georg Lambert und Vorsitzender Dieter Biron aus dem Ofen geholt. FOTO: Wolfgang Degott
Peppenkum. Mehr als 20 Helfer verarbeiteten beim Fischtag des Angelsportvereins Peppenkum 300 Forellen.

Zwei Mal im Jahr sind viele im Angelsportverein Peppenkum eingespannt. Heißt es Fischtag, werden Regenbogenforellen zu Gaumenfreuden. Seit einem viertel Jahrhundert bieten die Petrijünger unter der Führung von Dieter Biron jeweils am Karfreitag und am Tag der Einheit den Freunden schmackhaft geräucherter Forellen einen Festtag. „Angefangen hat es damit, dass ich zuhause für Freunde Forellen geräuchert habe“, erinnert sich Biron. Das sei gut angekommen und brachte die Idee es auch für mehr Menschen zu versuchen.


Am Anfang sei es ein Zentner, etwa 100 Forellen gewesen, die schnell verkauft waren. Nachdem die beiden kleinen Öfen es nicht mehr schafften, baute der Angelsportverein einen neuen, der rund 180 Fische für den Räuchervorgang aufnehmen kann. Zuletzt habe man 300 Fische verarbeitet, von denen 250 Portionen vorbestellt waren. Über 20 Helfer hätten sie geputzt, eingelegt, mit Gewürzen und Kräutern versehen und eine Nacht aushängen lassen. In zwei Chargen wurden sie dann morgens final zubereitet und dazu noch Speck gegeben. Das Jahr über betreut der Verein fünf Kilometer Wasserlauf der Bickenalb von der Landesgrenze zu Frankreich bis zur Gemarkungsgrenze Altheim. Dazu kommen noch neun Kilometer der Nebengewässer, unter anderem Becher Bach, Bommersbach, Herschbach, Imbach, und Medelsheimer Mühlbach. Stolz sind sie darauf, dass die als ausgestorben gegoltene kleine Fließmuschel wieder entdeckt worden sei, wie auch Flusskrebse in dem rund 17 Kilometer langen Fluss, der in Petite Rederching entspringt und bei Ixheim in den Hornbach mündet, ihren Lebensraum gefunden haben.

„Wir setzen jährlich etwa 4000 Forellenbrütlinge mit einer Größe von etwa zwei Zentimeter ein und es ist schön, dass sie größtenteils gut wachsen und mittlerweile eine gute Stückzahl von Forellen mit einer Größe von über 20 Zentimeter in der Bickenalb schwimmen“, weiß Biron zu berichten. Diese Entwicklung sei ein wichtiger Beitrag dafür, dass sich die Struktur der Bickenalb wieder renaturiere und dass die Fische auch wieder ablaichen können, sich die heimische Art im Gewässer fortpflanzen kann. Neben den Bachforellen sind die Rotaugen und die Rotfedern die Hauptarten im Flusslauf. Um auch ganzjährig angeln zu können, da zwischen Oktober und März das Fließgewässer gesperrt ist, hat sich der Verein einen Weiher in Medelsheim gekauft. Daneben finden wöchentlich Clubabende statt, zu denen auch Nichtmitglieder willkommen sind. Jahrelang sei man an die Ostsee zum Fischen gefahren, so Biron. Doch nachdem die dortige deutsche Küste zu einem Schutzgebiet geworden sei, habe man die „Fangfahrten“ eingestellt. Erfolgreich sind auch die Fischereiprüfungen an denen zwischen 35 und 45 Absolventen teilnehmen.