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Reinheim
Die Beete auf Vordermann gebracht

Die Erstklässler der Grundschule Reinheim beackern den Garten des ökologischen Schullandheims Spohns Haus und erleben dabei hautnah die Natur. Mit dabei sind Lehrerin Stefanie Rastetter (links), Erzieherin Sandra Klingler (hinten/Mitte) und Umweltpädagogin Andrea Lippmann (rechts).
Die Erstklässler der Grundschule Reinheim beackern den Garten des ökologischen Schullandheims Spohns Haus und erleben dabei hautnah die Natur. Mit dabei sind Lehrerin Stefanie Rastetter (links), Erzieherin Sandra Klingler (hinten/Mitte) und Umweltpädagogin Andrea Lippmann (rechts). FOTO: Wolfgang Degott
Gersheim/Reinheim. Der Garten von Spohns Haus in Gersheim wurde von Reinheimer Grundschülern vom Unkraut befreit. Von Wolfgang Degott

Nachdem in der Schule die Pflanzen auf der Fensterbank vorgezogen worden waren und das Gemüse ausgesät war, ging es für 20 Erstklässler der Reinheimer Grundschule zu Fuß in den Garten des Ökologischen Schullandheims Spohns Haus nach Gersheim. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Stefanie Rastetter wurde fleißig Unkraut gejätet, dort wo jahrelang nichts passiert war, alles brach lag und zu verwildern drohte. Das Anlegen eines Kartoffelbeetes, die Bepflanzung eines Teils mit Beeren, aber auch Flächen für Blumen und Wildbienen herstellen sowie ein Gemüsebeet anlegen, hatte auch noch einen anderen Hintergrund. Die Gersheimer Erzieherin Sandra Klingler, die in einer Neunkircher Einrichtung arbeitet, hatte sich das alles als Projekt innerhalb ihrer Fortbildung zur Begleiterin für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Elementarbereich ausgesucht. Die Ausbildung soll sie dazu befähigen, schon in der Kindertagesstätte das Bewusstsein der Kinder für Natur und Umwelt zu fördern.


Dabei setzt sie sich intensiv mit Themen wie Natur, Klimaschutz, Energie, Mobilität und nachhaltigem Wirtschaften auseinander, erfährt viele praktische Tipps und bekommt Materialien, um mit den Kleinen arbeiten zu können. „Die Idee, dies innerhalb einer Kooperation mit der Grundschule umzusetzen lag nahe, zumal auch mein Sohn in diese Klasse eingeschult worden war“, so Klingler.

Für die Kinder wurde dadurch auch die Möglichkeit geschaffen, kontinuierlich den Lauf der Natur zu verfolgen - vom Anpflanzen bis zur Ernte und der anschließenden Verkostung. Klassenlehrerin Stefanie Rastetter war gleich aufgeschlossen, als sie angesprochen wurde. „Die Kinder haben so wenig Erfahrung mit Garten und Natur. Deshalb haben wir das Projekt genutzt, auch um ihnen das Arbeiten in der Natur  nahe zu bringen“, so die Pädagogin. Beim zweiten „Arbeitseinsatz“ wurde auch gleich ein Ernteerlebnis geschaffen, Wildkräuter von der Wiese fanden den Weg in den Kochtopf, und alle konnten eine schmackhafte Suppe probieren.



„Es geht darum, den Kindern die Natur zu vermitteln, beispielsweise auch, dass es nicht sinnvoll ist, im Winter Erdbeeren zu kaufen“, brachte es Andrea Lippmann, Umweltpädagogin in der Gersheimer Einrichtung, auf den Punkt. Für sie sei es Teil der Aufgabe, Kooperationen und Verknüpfungen zu schaffen, beispielsweise zwischen Schule und freien Umweltpädagogen, aber auch Bildungsarbeit im Bliesgau innerhalb des Triumvirats Spohns Haus, Biosphäre und Umweltministerium zu erarbeiten und zu installieren.

In dem konkreten Projekt gehe es auch darum, Natur und Umwelt in die Schule zu bringen. So freute sie sich, dass sich Stefanie Rastetter bereit erklärt hatte, die Brücke von der Schule zum Bildungspartner zu schlagen.