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Ländlicher Raum
Geld steht für den ländlichen Raum bereit

Schmucke Ortsmitte: Die Parkanlage mit dem Schwibbogen in Dorf im Warndt. Ein Beispiel, den ländlichen Raum zu gestalten.
Schmucke Ortsmitte: Die Parkanlage mit dem Schwibbogen in Dorf im Warndt. Ein Beispiel, den ländlichen Raum zu gestalten. FOTO: Thomas Annen
Regionalverband/Kirkel. Wie soll damit unsere Region gestaltet werden? Darüber debattierten Verantwortliche bei der Arbeitskammer in Kirkel-Neuhäusel.  Von red


„Der ländliche Raum steht vor vielen neuen Herausforderungen. Die alten Rezepte taugen nicht mehr, um unsere Dörfer für die Zukunft lebensfähig und lebenswert zu erhalten“, stellte der saarländische Umweltminister Reinhold Jost (SPD)  fest und lud rund 100 Akteure des ländlichen Raumes ins Bildungszentrum der Arbeitskammer nach Kirkel-Neuhäusel. Bürgermeister, Ortsvorsteher, Vertreter von Fachbehörden, Vereinen und Verbände diskutierten über Ideen, Projekte und Fördermöglichkeiten in der Dorf- und Regionalentwicklung.

Im Zentrum stand dabei der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (Eler), der einen wesentlichen Beitrag dazu leiste, den ländlichen Raum zukunftsfähig zu machen, heißt es in der Pressemitteilung des Veranstalters.

„Dorfentwicklung ist längst mehr als reine Dorfverschönerung. Es geht nicht darum, unsere Dörfer in Museen zu verwandeln. Hochwertiger und zeitgemäßer Wohnraum im Dorfkern, Treffpunkte für die Dorfgemeinschaft, örtliche Arbeitsplätze, wohnortnahe Grundversorgung, schnelles Internet, sozialer Zusammenhalt und demografischer Wandel – das sind nur einige der Herausforderungen, die es zu meistern gilt“, so Jost, der diesem Thema hohe Priorität einräume. Denn mit rund 460 000 Menschen lebe fast die Hälfte der Saarländer im ländlichen Raum.

Der demografische Wandel mache orts- und gemeindeübergreifende Zusammenarbeit unumgänglich. Aus diesem Blickwinkel stelle sich die Frage, ob in jedem Dorf jede Infrastruktur vorgehalten werden könne und müsse. „Wir müssen wegkommen vom Kirchturmdenken“, fordert der  Minister.



Die Entwicklung dürfe auch nicht  mit weiter steigendem Flächenverbrauch einhergehen. Jost: „Boden ist eine knappe Ressource, die nicht beliebig vermehrbar ist. Bevor wir weiterhin land- oder gar forstwirtschaftliche Flächen für Neubaugebiete opfern, müssen wir Bausubstanz im Ortskern modernisieren und heutigen Ansprüchen anpassen, nicht mehr nutzbare Leerstände abreißen oder Brachflächen nutzbar machen, um so innerörtlichen Wohn- und Arbeitsraum zu schaffen.“ Ein großes Potenzial biete die Revitalisierung von Industriebrachen. All das sei eine Form von Nachhaltigkeit. Was sei nachhaltiger, als ein vor 200 Jahren errichtetes Gebäude für weitere Generationen nutzbar zu machen?

Ein unverzichtbares Instrument sei dabei die aus Mitteln der Europäischen Union, des Bundes und des Saarlandes finanzierte Förderung der nachhaltigen Dorfentwicklung. Über den Eler und die Bund-Länder- Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) sowie den Landeshaushalt flössen in der Förderperiode 2014 bis 2020 über 58 Millionen Euro in den ländlichen Raum des Saarlandes. Davon seien allein 5,7 Millionen Euro an EU-Mitteln und noch einmal so viele nationale Mittel für die nachhaltige Dorfentwicklung sowie weitere acht Millionen Euro für Leader-Projekte eingeplant.

 Jost: „Damit können wir vier Leader-Regionen mit rund 330 000 Einwohnern, also fast drei Viertel der ländlichen Bevölkerung, finanzieren. Leader ist schon deshalb ein unverzichtbarer Ansatz, weil hier die Bürger vor Ort selbst Verantwortung für ihre Region übernehmen (...), um ihre eigene Region zu entwickeln.“ Es würden rund 18 Millionen Euro für die Regional- und Dorfentwicklung eingesetzt, um den ländlichen Raum nach vorne zu bringen.

Übrigens: Zu den Leader-Regionen gehört auch das Gebiet „Warndt-Saargau“.