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| 12:30 Uhr

Pläne für Zweibrücken/Mörsbach
„Einen Einspänner für die Esel habe ich schon“

Für die "Probephase" hat Susanne Murer einen Einspänner organisiert, später soll ein größeres Gefährt von den Eseln gezogen werden.
Für die "Probephase" hat Susanne Murer einen Einspänner organisiert, später soll ein größeres Gefährt von den Eseln gezogen werden. FOTO: Swen Pf“rtner / picture alliance / dpa
Zweibrücken. Die geplanten „Esel-Taxis“ für Mörsbach sind ein Stückchen nähergerückt. Wie Ortsvorsteherin Susanne Murer (Grüne) auf Anfrage sagt, hat sie bereits eine Investition vorgenommen: „Einen Einspänner für die Esel habe ich schon.“ Von Mathias Schneck

Der sei für die Anfangsphase gedacht, zwei Leute könnten darin Platz nehmen und sich darin von einem Esel ziehen lassen. Wobei Murer anmerkt, dass sie den Begriff „Esel-Taxi“ nicht mag. Der hat aber inzwischen bundesweit – und sogar länderübergreifend – die Runde gemacht. Das Echo auf die Pläne der Ortsvorsteherin, in Mörsbach Fahrten auf einem Karren, gezogen von Eseln, zu unternehmen sowie ferner ein „Arche-Dorf“ einzurichten, sind enorm (wir berichteten mehrfach).

In Deutschland führte die „FAZ“ ein Interview mit Murer, ferner berichteten unter anderem „Bild am Sonntag“, „Focus“ und „T-online“. Auch bei unseren Nachbarn in Luxemburg wurden die „Esel-Taxis“ thematisiert – hier berichtete die Zeitung „L’essentiel“. Die Lokalpolitikerin sagt im Gespräch mit dem Merkur, dass sie „von diesem gewaltigen Medienecho überrascht“ wurde, „das hat ganz schön Kreise gezogen“, staunt sie – und freut sich: „Aus ganz Deutschland bekomme ich Mails und Anrufe von Unterstützern.“ Dass es in den sozialen Netzwerken, etwa auf Facebook, viel Häme gab, irritiert die Grüne nicht, das müsse man in Kauf nehmen. Auch in Mörsbach selbst bekomme sie viel Rückmeldungen. „Aber nur von Befürwortern. Die rufen mich an und sagen mir, dass sie meine Pläne toll finden. Diejenigen, die dagegen sind, gehen allerdings nicht direkt auf mich zu. Die Kritik läuft nur über Facebook ab.“

Wie gesagt: Der Begriff „Esel-Taxi“, von dem nun alle reden, passt Murer nicht so recht. Sie habe das nie so genannt, die geplanten Fahrten mit den Tieren sollten keine Taxifahrt ersetzen. Der Karren mit den Eseln vorneweg solle nicht wie ein Taxi bestellt werden, da gebe es auch keine Fahrpläne oder ähnliches, unterstreicht sie. Es solle einzig und alleine eine Attraktion für Besucher und Einheimische werden. Es bleibe beim bisher von ihr genannten Zeitplan: Bereits in diesem Sommer sollen die ersten Fahrten stattfinden. Damit es keinen „Kaltstart“ gibt, hat Murer also nun einen Einspänner angeschafft. „Der ist für die Probephase, später soll es ein größeres Gefährt werden“, sagt sie. Das könnten übrigens nicht nur Esel ziehen, sondern auch Kühe, hatte Murer bereits im Merkur erklärt, Kühe seien dafür genauso geeignet, das wäre sicherlich auch eine Attraktion.

Würden Esel eingespannt, könne der Karren in relativ kurzer Zeit recht weite Distanzen zurücklegen, sagt Murer. So ist ihre Überlegung, Esel der Rasse „Potiou“, einer vom Aussterben bedrohte Art, zu beschaffen. Diese könnten im Schritttempo, einen Karren mit Besuchern ziehend, fünf bis sechs Kilometer pro Stunde zurücklegen. „Mit diesen Tieren wären wir in rund einer halben Stunde in Homburg – mit dem Auto bräuchte man eine Viertelstunde.“

Und was machen die Pläne für das „Arche-Dorf“, das vom Aussterben bedrohten Tieren (wie den Poitou-Eseln) eine neue Heimat in Mörsbach bieten soll? Die Ortsvorsteherin hatte bislang im Merkur erklärt, dieses Dorf könnte im Sommer 2019 eröffnen. Daraufhin hatte es mahnende Worte aus Niedersachsen gegeben. Denn in Steinlah bei Salzgitter wurde 2009 das bundesweit erste „Arche-Dorf“ gegründet und Hans-Jürgen Hesse, einer der Initiatoren, hatte in unserer Zeitung gewarnt, dieser Zeitplan sei höchst ehrgeizig, Murer solle lieber von drei Jahren Vorlaufzeit ausgehen.

„Ich habe mit Herrn Hesse gesprochen, er sagte mir, sein ,Arche-Dorf’ in Steinlah habe vor allem für die Beschaffung von Großtieren so lange gebracht. Die haben wir aber schon“, erklärt die Grüne. Bei einem „Arche-Dorf“ gebe es drei Kategorien: die Kategorien A bis C.

A umfasse Großtiere wie Pferd, Esel, Schwein und Rind; B Tiere mittlerer Größe wie Schaf und Ziege und C „Kleinvieh“ wie Huhn, Gans, Pute, Taube oder Biene. Bei einem „Arche-Dorf“ müssten mindestens vier Höfe als Kooperationspartner mitmachen, damit das Ganze breiter aufgestellt sei. Murer sagt, zwei Höfe seien für Mörsbach bereits im Boot: „der Bannsteinhof und mein Hof. Der Bannsteinhof hat Rinder, also Großtiere der Kategorie A. Und mein Hof, den ich zur Selbstversorgung mit meinem Mann betreibe, hat kleinere Tiere, etwa Ziege, Hühner, Enten, Gänse und Hasen“, zählt die Lokalpolitikerin auf. Zwei Höfe sind also bereits mit dabei – die halbe Miete. „Und ich bin guter Dinge, dass es mindestens vier Höfe in Mörsbach werden. Bislang gibt es acht Interessenten“, sagt sie. „Es ist sogar denkbar, dass es noch mehr werden.“ Zeitlich mache sie sich aber keinen Stress. „Selbst, wenn es wirklich drei Jahre werden sollten, wäre das nicht schlimm.“ Es liege ja daran, wie schnell die GEH grünes Licht gebe. Die GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen) zeichnet für das Projekt „Arche-Dorf“ verantwortlich. Murer will mit Vertretern der GEH aus Witzenhausen in Hessen zu Beginn dieses Monats über Details sprechen. Und auch mit der Zweibrücker City-Managerin Petra Stricker sei sie bereits in Gesprächen. „Frau Stricker hat sich sehr angetan von unseren Plänen gezeigt“, sagt Murer. Stricker habe signalisiert, dass sie gerne darauf hinweisen werde, was Mörsbach künftig alles zu bieten hat.

„Wir sind ja ein 1000-Einwohner-Dorf“, sagt Murer. Bislang sei es dort sehr beschaulich und für Besucher gäbe es nicht allzu viel zu sehen. Das soll nun anders werden.