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Fritz Heil wird 90
Ein passionierter Lokaljournalist und Sportler

Der ehemalige Leiter der SZ-Redaktion Homburg, Fritz Heil (hier ein Archivfoto), feiert an diesem Sonntag seinen 90. Geburtstag.
Der ehemalige Leiter der SZ-Redaktion Homburg, Fritz Heil (hier ein Archivfoto), feiert an diesem Sonntag seinen 90. Geburtstag. FOTO: Michael Schanding
Homburg. Der langjährige Leiter der Homburger SZ-Redaktion, Fritz Heil, wird an diesem Sonntag 90 Jahre alt. Von red

Zugegeben, die letzte persönliche Begegnung liegt schon etwas zurück, der kollegiale Plausch am Rande eines Treffens der Siebenpfeiffer-Stiftung ist längst bei all der redaktionellen Tagesroutine in Vergessenheit geraten — das besondere Datum aber präsent: Fritz Heil feiert an diesem Sonntag, 28. Januar, im Kreis der Familie seinen 90. Geburtstag. Nicht in der für ihn vor Jahrzehnten zur Wahlheimat gewordenen Kreis- und Universitätsstadt Homburg, sondern bei Tochter Sabine und deren Familie in Köln. Und nicht nur der Autor dieser kleinen Würdigung, der von dem Jubilar vor Jahrzehnten bei seinen ersten journalistischen Gehversuchen begleitet und angeleitet worden war und von dem er lernen durfte, ehe er ihm Mitte der 90-er Jahre in seiner Funktion nachfolgte, gratuliert.


Seinen beruflichen Werdegang hatte der gebürtige Zweibrücker Fritz Heil einst als Verlagskaufmann und Prokurist beim „Pfälzischen Merkur“ in seiner westpfälzischen Heimatstadt begonnen. Der Schritt in den Zeitungsjournalismus war da nur noch ein kleiner. Und ein erfolgreicher. Im Februar 1966 übernahm Heil die Leitung der Lokalredaktion Homburg der Saarbrücker Zeitung. Viele Jahre lang hat er die Entwicklung der Kreis- und Universitätsstadt Homburg wachsam begleitet, zweieinhalb Jahrzehnte stand ,,fh“ an der Spitze der SZ-Redaktion. In all der Zeit hat ihm das Fortkommen der Stadt am Herzen gelegen, Missstände hat er kritisch moniert, Positives hat er wohlwollend und konstruktiv begleitet. Beispiele: Man denke an die Einführung des Inneren Rings in der Homburger Innenstadt, der auch 35 Jahre später so manchen Autofahrer noch zur Verzweiflung bringt und der damals von Heil sehr kritisch beäugt wurde. Oder die Entwicklung der Einkaufsstadt mit den beiden Centern, die der Zeitungsmann positiv begleitete. Der Bau des Verwaltungsgebäudes am Forum fiel in seine „Amtszeit“, ebenso wie das Finanzdesaster rund um das Sportzentrum Erbach.

Nicht verwunderlich ist, dass der passionierte Lokaljournalist und vielseitige Sportler, der vor allem als Handballer in Erinnerung geblieben ist, folgerichtig auch im Sport-Journalismus Ausrufezeichen setzte.



Inzwischen genießt er bereits seit 27 Jahren seinen Ruhestand, und Homburg ist er stets treu geblieben. Doch nicht nur die Stadt seines langen beruflichen Wirkens, die ihm im Jahr 1999 die Bürgermedaille verliehen hat, liegt Fritz Heil am Herzen, auch seiner Geburtsstadt Zweibrücken ist er noch sehr verbunden. Seine täglichen Spaziergänge mit Ehefrau Gisela und Hund Churchill hat er sich bis ins hohe Alter bewahrt. Und Schwarz auf Weiß ist neben seinen ungezählten Artikeln und Kommentaren auch einiges von ihm in Buchform nachzulesen. Dominiert von der großen Leidenschaft in Grün-Weiß, dem FC 08 Homburg, für den er geschwärmt und über den er sich oft genug geärgert hat. Zwei Bücher hat Fritz Heil über den einstmals kleinsten Fußball-Bundesligisten, den er über viele Jahre journalistisch begleitet hat, veröffentlicht. Mit der kritischen Distanz und fachlichen Kompetenz, die seine Zeilen und seine Zeit prägten, aber auch liebevoll im Detail. So sind in Heils FCH-Büchern unter anderen die unvergessenen Episoden im Umgang mit dem kauzigen Trainer Uwe ,,Klima“ Klimaschefski und dessen teils markige Sprüche auch Jahre danach noch ganz besonders lesenswert.

Nicht zu vergessen: In dem von Elmar Duhl herausgegebenen Buch „Grüße aus Homburg“ stammen die Texte von dem Jubilar Fritz Heil. Und genau zu dem gehen die Grüße und Glückwünsche jetzt aus gutem Grund zurück.