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Homburger Kanone an Clemens Lindemann
Ein Dankeschön für den sozialen Einsatz

Aus den Händen von Rüdiger Schneidewind, dem ersten Zunftmeister der Homburger Narrenzunft, erhielt der frühere Landrat Clemens Lindemann am Mittwochabend die „Homburger Kanone“ als Würdigung seines Jahrzehnte währendes, gesellschaftlichen Engagements.
Aus den Händen von Rüdiger Schneidewind, dem ersten Zunftmeister der Homburger Narrenzunft, erhielt der frühere Landrat Clemens Lindemann am Mittwochabend die „Homburger Kanone“ als Würdigung seines Jahrzehnte währendes, gesellschaftlichen Engagements. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Homburger Narrenzunft ehrt bei ihrem Neujahrsempfang Clemens Lindemann mit der „Homburger Kanone“. Von Thorsten Wolf

Der Neujahrsempfang der Homburger Narrenzunft wäre nicht das, was er ist, würde an diesem Abend nicht auch die „Homburger Kanone“ verliehen. In diesem Jahr wurde der frühere Landrat Clemens Lindemann mit diesem Preis für sein jahrzehnte langes Engament, weit über die Aufgaben eines Landrates hinaus, geehrt (wir berichteten).


Anlässlich der Preisverleihung am  Mittwochabend im Homburger Kulturzentrum Saalbau gestand Rüdiger Schneidewind in seiner Funktion als erster Zunftmeister der Narrenzunft allerdings ein, dass er angesichts des Vorschlags, Lindemann mit dem Preis auszuzeichnen, zuerst etwas gezögert habe. „Nicht etwa, weil ich der Meinung bin, Clemens hätte das nicht verdient. Aber ich wollte von Anfang an der Gefahr begegnen, dass diese Ehrung eine selbstverständliche Auszeichnung für ehemalige hauptamtliche Kommunalpolitiker wird. Aber bei dem, was Clemens alles außerhalb seiner Tätigkeit als Landrat geleistet hat, war auch ich schnell überzeugt. Und natürlich wurde der Beschluss im Vorstand einstimmig getroffen.“

Seiner eigenen Argumentation folgend betonte Schneidewind dann vor allem die soziale Komponente, die Lindemann sowohl in seiner Tätigkeit als auch in seiner zahlreichen weiteren ehrenamtlichen Engagements ausgezeichnet habe. Bei allem sei Lindemann dabei „einer von uns geblieben“, so Schneidewind. In seiner langen Aufzählung der Verdienste Lindemanns, neben seinem Wirken als „ewiger Landrat“, stellte der Chef der Narrenzunft den von Lindemann betriebenen Aufbau der Rettungsleitstelle des Rettungszweckverbandes Saar und seine 30 Jahre währende Vorsteherschaft an der Spitze des Verbandes ganz an den Anfang seiner Laudatio.

„Du hast hier Machtkämpfe gegen die Landeshauptstadt geführt und auch gewonnen. Das allein wäre in Homburg schon die Auszeichnung mit der ,Homburger Kanone’ wert.“ Viele Tätigkeiten und Impulse konnte Schneidewind in der Folge nennen, so Lindemanns 25-jährige Vorstandschaft im „Deutschen Verein für öffentliche und private Versorgung“, seiner Mitintitiative bei der Gründung der Siebenpfeiffer-Stiftung, sein immer noch währendes Engagement als Präsident des Landesverbandes der Obst- und Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz, Lindemanns Mithilfe bei der Gründung des Vereins zur alterübergreifenden Palliativ-Versorgung und sein, aus eigenem Erleben begründeten Wirken bei der Gründung der Elternintitiative krebkranker Kinder. Mit Blick auf diese Vielzahl von Engamenents, auch und vor allem im sozialpolitischen Bereich, zeigte sich Schneidewind gewiss: „Wir haben auch in diesem Jahr die richtige Wahl getroffen, der Mann ist eine echte Kanone!“

Ein sichtlich aufgeräumter Kanonenpreisträger Clemens Lindemann, der nunmehr 14. in der Reihe der so von der Homburger Narrenzunft geehrten Persönlichkeiten der Stadt, bewies gleich zu Beginn seiner Dankesrede, dass es ihm an Humor nach wie vor nicht mangelt, passend zum Neujahrsempfang eines Karnevalvereins. „Jetzt hann ich e Fläschje Urpils kriet, aber ohne Öffner“, scherzte der Preisträger mit Blick auf die Auszeichnung, die als Kanonenrohr eben eine Flasche der Homburger Brauerei trägt. Das gab dann schon mal die ersten Lacher im Saal. Und von denen sollten noch einige folgen. Lindemann stellte auch klar, dass vieles von dem, wofür ihn Schneidewind gelobt habe, nur durch die Unterstützung von Mitarbeitern und Mitstreitern möglich gewesen sei. „Ohne die ging es nicht.“



Mit Blick auf seine Zeit als Landrat sagte er auch: „Wir waren schon ein schöner und sehr innovativer Laden.“ Lindemann reflektierte so manches aus den zurückliegenden Jahrezehnten, Gutes wie weniger Gutes. Exemplarisch nannte er da den Versuch, im „Storchen“ am Homburger Marktplatz ein Museum zum Thema Siebenpfeiffer, Wirth und Hambacher Fest zu etablieren. Dies sei nicht gelungen, das Projekt Ruhe nun, „da war ich nicht lange genug Landrat“. Da gab‘s dann wieder Lacher. Lachen war grunsätzlich ein wichtiges Thema für Lindemann am Mittwochabend. Nicht nur, dass er zum Schluss gleich mal zwei Beamtenwitze erzählte, deutlich ernsthafter machte er auch klar, dass es etwas sehr wichtiges im Leben sei, „gemeinsam Lachen zu können. Lachen ist gesund. Es vertreibt die Sorgen. Und Lachen zu können ist sehr wichtig in schwierigen Situationen des Lebens“.

Lindemanns Botschaft: „In der endlichen Zeit, die uns bleibt, sollten wir so oft wie möglich zusammen lachen und weniger übereinaner herziehen“.