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Bischof
Dokumentation über Kardinal Faulhaber

Am Sonntag, 18. Juni, feierte Dominik Schindler in der Kirche Maria vom Frieden in Erbach  seine Primiz. Seine Priesterweihe fand  am Samstag, 17. Juni, im Dom zu Speyer statt.
Am Sonntag, 18. Juni, feierte Dominik Schindler in der Kirche Maria vom Frieden in Erbach  seine Primiz. Seine Priesterweihe fand am Samstag, 17. Juni, im Dom zu Speyer statt. FOTO: Markus Hagen
Homburg/Speyer. Der katholische Theologe Dominik Schindler aus Erbach schreibt wegweisendes Buch über regionale Kirchengeschichte. 

Kaum ein anderer deutscher Bischof des 20. Jahrhunderts kommt Michael von  Faulhaber an Bekanntheit gleich. Er war von 1917 bis 1952 Erzbischof von München und Freising, einem der wichtigsten Diözesen Deutschlands. 1921 wurde er Kardinal. Faulhaber, der auch verwandschaftliche Bindungen nach Zweibrücken hatte, galt als wortmächtiger Repräsentant der katholischen Kirche der letzten Jahre der Monarchie, des Ersten Weltkriegs, der Weimarer Republik, der nationalsozialistischen Diktatur sowie der Anfangszeit der jungen Bundesrepublik, was ihn zu einer ebenso einflussreichen, wie facettenreichen und in manchem umstrittenen Persönlichkeit des deutschen Katholizismus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden ließ.


Von 1911 bis 1917 war er auch Bischof von Speyer und somit Oberhaupt auch der saarpfälzischen Katholiken.  Über seine Speyerer Zeit war bisher kaum etwas bekannt. Der  katholische Theologe und Priester Dominik Schindler aus der Erbacher Pfarrei Johannes XXIII. hat jetzt in Form einer Dissertation eine fundierte wissenschaftliche Dokumentation vorgelegt. Schindler war im Juni zum Priester geweiht worden und feierte dann seine Primiz in seiner Heimatgemeinde in Erbach. In seinem Buch wird neben dem politischen Engagement, das in der bisherigen Faulhaber-Literatur im Mittelpunkt stand, vor allem das seelsorgliche Wirken des Bischofs aufgearbeitet. Wie Schindler schreibt, steht doch außer Frage, dass Faulhaber in erster Linie als Priester, Theologe, Bischof und Kirchenmann profiliert werden muss, um ein vollständiges Bild seiner Persönlichkeit zu gewinnen, das es wiederum ermöglicht, auch den politischen Faulhaber differenziert zu beurteilen. Dass beide Elemente – das pastorale wie das politische – zusammenfallen, zeigt sich bereits in der Speyerer Amtszeit.

Das Buch von Dominik Schindler heißt „Faulhaber in Speyer, Predigten, Ansprachen und Veröffentlichungen des Bischofsjahre 1911-1917“, ist im Pilger-Verlag erschienen und ist im Buchhandel erhältlich, es kostet 19,80 Euro.

(jkn)