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Diorfentwicklung
Bürger auf der Suche nach der „gefühlten Dorfmitte“

Kleinottweiler. Schulhaus, Sportheim oder Kirchsaal – nächster Schritt in Sachen Dorfentwicklung in Kleinottweiler. Fotos der Dicken Eiche werden gesucht. Von Jennifer Klein

Rund 30 Bürger kamen zum 3. Dorfgespräch im ASV-Sportheim. Zu Gast war neben Thomas Schneider und Helmut Hary von der Stadtverwaltung Bexbach auch Otmar Weber von der Agentur ländlicher Raum. Schwerpunkt der engagierten Diskussion war die Verortung eines Dorfmittelpunktes. Da hätte man sagen können. Wozu die Debatte? Schließlich war die Veranstaltung zum dritten Mal im ASV-Heim – das sich damit schon als Dorfmittelpunkt empfohlen hätte. Ebenso vom Zuschnitt des Saales her. Allerdings: Das Gebäude ist sanierungsbedürftig und die Lage am Waldrand, also etwas außerhalb, sei nicht so optimal. Das fiel auch Otmar Weber auf, der als Experte geladen war. Weber hat zahlreiche Projekte in Sachen Dorfentwicklung begleitet, und konnte aus seinem reichen Erfahrungsschatz berichten. Für einen Mittelpunkt, mit Betonung auf „einen“, müsse man sich jedoch entscheiden – „aber Sie müssen sehen, was Sie wirklich brauchen“, mahnte er eindringlich, „und das nicht nur ein Jahr lang, sondern auch mit Blick auf die Zukunft in zehn Jahren. Er könne Ratschläge geben, aber „ich fahre nachher heim, Sie müssen bleiben“, meinte Weber. Um diesen Bedarf zu ermitteln, hatte es Fragebögen gegeben, die an die Haushalte im Dorf verteilt worden waren, allerdings war die Resonanz eher spärlich, wie Ortsvorsteher Karl Peter Ranker mit Bedauern feststellen musste.


Nichtsdestotrotz hatten die verschiedenen Arbeitskreise ihre Ideen weiter ausgefeilt: Das alte Schulhaus in ein multifunktional nutzbares Dorfgemeinschaftshaus umzuwidmen, ist eine der zentralen Ideen in Sachen Dorfentwicklung. Marco Bohrmann führte verschiedene barrierefreie Varianten mit zwei bis vier nutzbaren Räumen aus. Dabei dürfe es nicht nur um bauliche Maßnahmen gehen, so Weber, sondern vor allem komme es darauf an, was dort hinein soll. Geplant ist unter anderem ein festes Angebot am Vormittag für Senioren – was Webers Zustimmung fand: „Wir werden älter und weniger“, brachte er einen gesellschaftlichen Trend auf den Punkt. Es sei wichtig Vereinsamung gerade älterer Menschen entgegenzuwirken. Zu berücksichtigen sei bei den Planungen auch das Angebot der evangelischen Kirchengemeinde, die in ihrem Gemeindesaal ebenfalls eine Reihe von Veranstaltungen organisiert, wurde zu bedenken gegeben. Eine Planung sollte auf mindestens zehn Jahre angelegt sein, so Weber, und man müsse ein Ranking für die Projekte erstellen. Die neue Förderperiode für Dorfentwicklungsprojekte beginnt 2020.

1520 ist die Dicke Eiche, der „Wappenbaum“ des Dorfes, erstmals urkundlich erwähnt worden. Und wenn die ASV 2020 ihr 100-Jähriges feiert, wäre das ein doppeltes Jubiläum. Die Arbeitsgruppe Dicke Eiche will – in Absprache mit dem SaarForst – den Rest der Dicken Eiche konservieren, eine neue Eiche pflanzen und das Umfeld neu gestalten. Das Geld dazu könnte durch eine Spendensammlung aufgebracht werden – damit es die „Eiche der Bürger“ wird. Zudem soll eine Schautafel aufgestellt werden, die auf die historische Bedeutung des Baumes verweist. Deshalb der Aufruf: Wer Fotos der Eiche hat, kann sie gerne dem Arbeitskreis zur Verfügung stellen.