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MV Mimbach
Zum 40. Mal wurde den Gästen eine klingende Maibowle serviert

Das große Orchester des Musikvereins Frohsinns Mimbach bei seinem Konzert in der Blieskasteler Bliesgaufesthalle; vorne Dirigent Eric Grandjean.
Das große Orchester des Musikvereins Frohsinns Mimbach bei seinem Konzert in der Blieskasteler Bliesgaufesthalle; vorne Dirigent Eric Grandjean. FOTO: Jörg Martin
Blieskastel. In der Bliesgaufesthalle gab der Musikverein Frohsinn Mimbach sein Frühlingskonzert.

Mit den Worten „Ihnen steht Historisches und Glorioses bevor“ begrüßte Horst Kreutz am Samstagabend die Gäste des Frühjahrskonzerts des Musikvereins Frohsinn Mimbach. Diese waren traditionell zur „Klingenden Maibowle“ in die Bliesgau-Festhalle gekommen. Historisch, weil der Frohsinn bereits zum 40. Mal das Konzert nebst Maibowle veranstaltete. Letztere übrigens seit Anfang an von Walter Klein zubereitet. Und, weil der Verein dieses Jahr bereits 115 Jahre besteht. Höhepunkt war aber die Verleihung der Pro-Musica-Plakette des Bundespräsidenten (ausführlicher Bericht folgt). „Glorious“, weil man dies auch als Motto des Konzerts verwandte. So wollte man den musikalischen Blick über die Insel erkennen lassen. Dies machte sich in vielen Programmpunkten des Abends und auch an den bunten Fähnchen mit deutscher und englischer Flagge auf der Bühne bemerkbar. Daniel Peters, der Dirigent des Großen Orchesters musste an diesem Abend mit dem Besucherplatz statt des Stehpults auf der Bühne vorlieb nehmen. Aus gesundheitlichen Gründen fiel er kurzfristig aus und wurde durch Eric Grandjean vertreten.


Für Verwunderung sorgte bereits der erste Programmpunkt „Fanfare for Common Man“ (Aaron Copland). Mit dieser Fanfare traf man exakt den Geist des Abends. Hier blieb die Bühne teilweise leer, da nur die Blechbläser das Stück spielten. Das Holz kam erst danach hinzu. Das sei pompöser und die „schmetternden Klänge“ kämen so noch besser zur Geltung, meinten die beiden Conférenciers Anja Jung und Stefan Hamernik. Mit Wein prosteten sich die Musiker zu, als sie das Werk des Schweizers Mario Bürki, nämlich „Grapes of the Sun“ zum Besten gaben. Wobei da manch einer glaubte, vor allem zu Beginn, Klänge eines Didgeridoos gehört zu haben. Bravo!-Rufe und stehende Ovationen erzielte Marina Ochsenreither als sie ihr Klarinetten-Solo bei „Concerto for Clarinet“ spielte. Den mehr als schwierigen Swing-Titel kann man durchaus als einen der Höhepunkte des Abends bezeichnen. Nicht gerührt und auch nicht geschüttelt, dafür sehr präzise und klar wiedergegeben wurde das James Bond-Medley von Johan de Meij, welches sich vordergründig mit den Filmmusiken von „Goldfinger“ und „For your eyes only“ beschäftigte. Edward Elgars „Pomp and Circumstance“ sorgt auf der Insel meist für wahre Begeisterungsstürme und in der Londoner Royal-Albert-Hall für Glamour.

Auch Eric Grandjean betonte dies, indem er mit dem Union-Jack-Fähnchen auf die Bühne kam. „115 Jahre und wir machen weiter“, meinte Moderatorin Anja Jung nach der Zugabe „Show must go on“. Es war klar, dass alleine wegen der Bravo!-Rufe noch eine Weitere folgen musste. Im ersten Teil des Abends hatte das Jugendorchester (Leitung: Marina Ochsenreither) mit „Prelude to a Festival“ (Anne Mc Ginty) und „Call of the Buffalo“ (Gerald Oswald) eine gute Grundlage für den weiteren Abend gelegt. Auch die beiden Blockflötengruppen unter der Leitung von Jasmin Schaeffer dokumentierten mit ihrem Auftritt die verantwortungsvolle Nachwuchsarbeit des Vereins.