| 20:29 Uhr

Schulchöre aus drei Nationen
West-östliche Verbindung durch Chöre

Der Schulchor „Amantis cantare“ des Gymnasiums Nr. 5 in Przemysł (Polen) auf der Bühne der Aula des Von der Leyen-Gymnasiums.
Der Schulchor „Amantis cantare“ des Gymnasiums Nr. 5 in Przemysł (Polen) auf der Bühne der Aula des Von der Leyen-Gymnasiums. FOTO: Susanne Gastauer
Blieskastel. Ukrainisch-polnisch-deutsches Chorprojekt erlebte am Von der Leyen-Gymnasium umjubelte dritte Auflage. red

(red) „Bereits zum dritten Mal wurde ein ukrainisch-polnisch-deutsches Chorprojekt am Von der Leyen-Gymnasium durchgeführt und wenn im Saarland etwas mehr als zwei Mal stattfindet, kann man schon von einer Tradition sprechen.“ Mit diesen Worten begrüßte Schulleiter Christoph Kohl die Gäste in der vollbesetzten Aula des Von der Leyen-Gymnasiums, besonders. Jerzy Wegrzynowski, den Leiter von Spohns Haus, in dem die beiden Chöre aus Polen und der Ukraine logierten, Violetta Frys, Partnerschaftsbeauftragte des Saarpfalz-Kreises und den 2. Vorsitzenden der deutsch-polnischen Gesellschaft im Saarland, Hans Bollinger, „Herz und Motor“ für den Jugendaustausch mit Osteuropa.


„Drei Tage lang haben die drei Schulchöre abwechselnd am Von der Leyen-Gymnasium und in Spohns Haus miteinander geprobt“, so informiert Christoph Kohl das Publikum, „und heute wollen sie das Ergebnis ihrer gemeinsamen Arbeit präsentieren.“

Im Konzert erlebten die Zuhörer ein bunt durcheinander gewürfeltes internationales Chorrepertoire. Zunächst stellten sich die nur 14 jungen Sängerinnen und Sänger des Schulchors „Vergissmeinnicht“ (Leitung: Natalia Iwaschkiw) der Schule Nr. 8 in Lemberg (Lwiw), einer Schule mit dem Schwerpunktfach Deutsch, vor. Zum Erstaunen der Zuhörer interpretierten die wenigen Jugendlichen mehrstimmige A-cappella-Chorsätze, wie beispielsweise „Abendruhe“ von Wolfgang Amadeus Mozart oder „Viva tutte le vezzose“ von Felice Giardini in blitzsauberer Intonation.



Die 24 Sängerinnen und Sänger des Schulchores „Amantis cantare“ (Leitung: Piotr Szelazek) des Gymnasiums Nr. 5 in Przemysł hinterließen einen fast schon professionellen Eindruck. Mit einer rhythmischen Bühnenshow zu den vierstimmig vorgetragenen afrikanischen Songs „Sivela Kwazulu“ und „Syiahamba“ animierten sie auch das Publikum zum „Mitswingen“. Bei dieser aufgelockerten Stimmung im Saal fiel es den circa 50 „Leyen-Peppers“ (Leitung: Susanne Gastauer), Mädchen und Jungs aus den Klassenstufen 5 bis 12, nicht schwer, mit der Metal-Ballade „Nothing Else Matters“ die Herzen der Zuhörer zu erobern. Den meisten Applaus ernteten sie aber für das dreistimmig vorgetragene deutsche Volkslied „In einem kühlen Grunde“ (Klavierbegleitung: Christoph Kohl). Beim Finale war die Bühne der Aula für alle jungen Sängerinnen und Sänger zu klein. Dafür war das Klangvolumen groß, als aus rund hundert Kehlen das Renaissancemadrigal „An hellen Tagen“ oder Songs wie „California Dreamin’“ und der Kanon „Bona nox“ erklangen.

Das Projekt hat gezeigt, dass es ganz leicht ist, mit Musik zwischen den Jugendlichen aus West- und Osteuropa Verbindungen herzustellen, denn musikalisch scheinen gemeinsame Vorlieben zu bestehen. Dieser Eindruck entsteht durch die internationale Repertoire-Auswahl aller Chöre. Dass darüber hinaus auch die „musikalische Chemie“ unter den Sängerinnen und Sängern stimmt, bewiesen die beiden Überraschungspunkte im Programm. In Anspielung auf den Vornamen der Blieskasteler Chorleiterin gaben die polnischen Sängerinnen und Sängerinnen den Adriano Celentano–Hit „Susanna“ zum Besten. Völlig unabhängig davon überraschten die zwölf ältesten Mädchen und Jungs der Leyen-Peppers mit dem Beatles-Hit „All you need is love“ die ukrainischen und polnischen Gäste und bewarfen, um ihre Botschaft weiter zu unterstreichen, beim Schlussakkord das Publikum mit Herzchen-Konfetti.