| 21:14 Uhr

Blieskastel
Weitere Ehrenamtler sind willkommen

Das Haus der Integration ist neuer Treffpunkt des Flüchtlingshilfe-Vereins in Blieskastel. Unser Foto zeigt Gäste sowie den Vorstand des Vereins mit Jürgen Heß (sitzend) sowie Andrea Hempel, Maria Herrndobler, Klaus Girnes und Manfred Gentes (stehend von links).
Das Haus der Integration ist neuer Treffpunkt des Flüchtlingshilfe-Vereins in Blieskastel. Unser Foto zeigt Gäste sowie den Vorstand des Vereins mit Jürgen Heß (sitzend) sowie Andrea Hempel, Maria Herrndobler, Klaus Girnes und Manfred Gentes (stehend von links). FOTO: Hans Hurth
Blieskastel. Der Verein der Flüchtlingshilfe hat sich in den neuen Räumlichkeiten eingelebt. Die Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Migration ist sehr gut. Von Hans Hurth

Seit Juli befindet sich der Verein der Flüchtlingshilfe Blieskastel in den neuen Räumen im Haus der Integration am Klosterweg (wir berichteten). Unsere Zeitung fragte beim Vorstand nach, wie es am Standort läuft. „Hier sind die räumlichen Möglichkeiten zwar größer, dafür sind wir von der Stabsstelle der Stadt weiter entfernt“, sagte uns der neue Vorsitzende Manfred Gentes. „Doch die Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Migration der Stadt um Marco Nehlig und Stefan Groh, verstärkt durch Ziad Zardoshaw und Moaead Hantush, ist weiterhin sehr gut. Moaead Hantush kam als syrischer Flüchtling hierher und ist jetzt in Vollzeit bei der Stadt Blieskastel angestellt, wegen der Sprache ein wichtiger Helfer und Vermittler.“


Die letzten Monate seien relativ ruhig verlaufen, die Zusammenführung von Familien mit Kindern habe zugenommen und dadurch auch die Arbeit der freiwilligen Helfer im Verein. „Ob Krankenkasse, Kindergarten oder Schule, die ausländischen Eltern nehmen Manches nicht so genau, da vergehen oftmals Fristen in der deutschen Bürokratie. Doch dank der Helfer läuft auch dies, die Behörden akzeptieren unsere Flüchtlingshilfe, die mittlerweile in Homburg, Lebach und Saarbrücken bei den Ämtern bekannt ist. Alle wissen, dass wir bestmöglich helfen wollen“, stellte Andrea Hempel, seit der ersten Stunde dabei, heraus.

Ein Manko beim Familiennachzug: „Für Kinder in Blieskastel-Mitte gibt es kaum Kita-Plätze. Daher können die Frauen auch nicht wie gewünscht Deutsch-Kurse besuchen, sondern müssen auf die Kinder aufpassen“, stelle Klaus Girnes fest. Zugenommen und verstärkt gefragt seien diese Deutsch-Kurse, neu sei ein Treff für Frauen im Haus der Integration am Dienstagnachmittag. Modernisiert wurde die Kleiderkammer in Mimbach, die im Übrigen für alle Bürger offen sei, die Hilfe benötigten. Fleißig unterwegs ist jedes Wochenende ein Transsportteam, das Möbel-Spenden transportiert.



Wie Manfred Gents weiß, würden die Helfer oft an ihre Grenzen gehen. „Sie helfen vor allem auch in finanziellen Notlagen, wenn Behörden keine Hilfe leisten können.“ Bei der Familie Omar habe sich der Einsatz der Helfer ausgezahlt, bis vor das Oberverwaltungsgericht sei für das Recht auf Aufenthalt gekämpft worden. „Die Behörden haben hier guten Willen gezeigt und im Gegenzug zeigen Vater und Mutter des kleinen Baraan große Integrationsbereitschaft. Der Vater Sherin Omar befindet sich jetzt in einer Ausbildung“, freut sich Andrea Hempel. Doch nicht immer laufe es so prima. „Oftmals sind die Helfer enttäuscht, dass ihr großer Einsatz nicht gewürdigt wurde, weil die gesetzlichen Vorschriften dagegen sprachen“, sagte Manfred Gentes, der zudem viele Jugendliche zählt, die auf Nachzug ihrer Eltern warten und nur bis 16. März 2018 subsidiären Schutz genießen. Als Problemlöser müssten die Helfer bei Tücken der Anbieter im Internet einspringen. „Da wird bei den Flüchtlingen der Eindruck erweckt, man könne günstig einen Kredit von 600 Euro bis 7777 Euro erhalten. Der Kunde erhält aber lediglich eine Prepaid-Kreditkarte, für deren Zustellung eine Gebühr von 149 Euro fällig wird“, so Manfred Gentes, der für die im Verein ehrenamtlich Tätigen ein dickes Lob bereithält. „Ob bei Deutschkursen oder Hilfen in allen Lagen – die Helfer leisten tolle Arbeit.“

Weitere Ehrenamtliche seien im engagierten Team am Klosterweg gerne willkommen.