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Wege frei schneiden für Windräder

Noch zeigen die Zufahrtswege zum Renkersberg einen dichten Grünbewuchs. Das wird sich bald ändern, um Platz für die Arbeiten an den Windrädern zu schaffen. Foto: Andreas Ternes/Stadt Blieskastel
Noch zeigen die Zufahrtswege zum Renkersberg einen dichten Grünbewuchs. Das wird sich bald ändern, um Platz für die Arbeiten an den Windrädern zu schaffen. Foto: Andreas Ternes/Stadt Blieskastel FOTO: Andreas Ternes/Stadt Blieskastel
Blieskastel. Die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) äußert sich auf Drängen von Parteien und Blieskasteler Stadtverwaltung zur Bauentwicklung der Windkraftanlagen in Webenheim in öffentlicher Sitzung. Joachim Schickert

Die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) will auf Drängen von Parteien und der Blieskasteler Stadtverwaltung ihre Pläne zum Bau der Windkraftanlagen in Webenheim in einer öffentlichen und damit für jedermann zugänglichen Sitzung des Stadtrats-Ausschusses für Umwelt, Planung und Bauen am kommenden Montag, 5. September, um 17.30 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathaus am Paradeplatz vorstellen. Das hat die Stadtverwaltung mitgeteilt. Wie berichtet, sollen im September drei der ursprünglich vier geplanten Windkraftanlagen der EnBW nordöstlich von Webenheim auf dem Renkersberg ans Netz gehen, deren Leistung jeweils im Zwei-Megawatt-Bereich liegen. Wie die Blieskasteler Stadtverwaltung weiter mitteilt, erfolge die Einspeisung des Windstroms ins Stadtwerkenetz von Zweibrücken. Der Einspeisepunkt liege rund 1000 Meter von der Windkraftanlage entfernt in Wattweiler. "Die Stadt Blieskastel und der Betreiber EnBW Energie Baden-Württemberg AG haben einen Gestattungsvertrag geschlossen, im Zuge dessen unter anderem die Vorgehensweise bei etwaigen durch den Nutzer verursachten Schäden geregelt ist. Zur Beweisführung wurde vor Baubeginn eine gemeinsame Bestandsaufnahme mit Fotodokumentation durch einen unabhängigen Sachverständigen durchgeführt. Der Zustand der Grundstücke wurde im Rahmen dieses Beweissicherungsverfahrens dokumentiert. Nach Beendigung aller Zuwegungs- und Verlegungsarbeiten wird eine weitere Bewertung durchgeführt, um etwaige zum Baubeginn abweichende Zustände zu ermitteln. Entstandene Schäden sind dann vom Verursacher zu beheben", heißt es aus dem Blieskasteler Rathaus.



Schneiden des Lichtraumprofils

Seit einigen Tagen sei ein Fachbetrieb mit der Herstellung des erforderlichen "Lichtraumprofilschnittes" befasst. Am Webenheimer Friedhof seien diese Arbeiten bereits im Bereich der drei Linden erledigt. Der "Lichtraumprofilschnitt" sei gesetzlich vorgeschrieben, um den Raum für den Verkehr freizuhalten.

Die Fahrbahn werde bis zu einer Höhe von 4,50 Metern freigeschnitten. Dabei werde auch der jeweils erforderliche Freiraum seitlich der Fahrbahn berücksichtigt. Erst nach Schaffung dieser Voraussetzung könnten die Transportfahrzeuge mit den Bauteilen für die Windkraftanlage ohne Beeinträchtigungen oder Beschädigungen passieren.

"Alle erforderlichen Schnittarbeiten werden von einem qualifizierten Fachbetrieb erledigt, so dass die vom Zuschnitt betroffenen Bäume und Sträucher keine Beeinträchtigungen oder irreparablen Schäden davontragen", teilt die Stadt weiter mit. Derzeit fänden bereits Schotteranlieferungen für die Zufahrt der Windräderbereiche statt. Zwei Stationen für den Unterbau der Anlagen seien bereits fertig gestellt, die dritte Plattform sei in Arbeit. In dieser Woche könne dann voraussichtlich mit der Fundamentlegung begonnen werden. Mitte Oktober solle mit den eigentlichen Installationsarbeiten begonnen werden. Mit der Errichtung der Türme und einem Installationsabschluss dürfte etwa um Mitte November zu rechnen sein. Vor der Inbetriebnahme der Windkraftanlage seien dann noch elektrische Arbeiten zu erledigen, so die Verwaltung abschließend.

blieskastel.de

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Hintergrund Die Bürgerinitiative (BI) "Windkraftfreie Biosphäre" Böckweiler hat kritisiert, dass bereits seit April bekannt war, dass keine Informationsveranstaltung zum geplanten Windpark in Webenheim stattfindet. Erst Wochen später hätten die Stadtratsfraktionen auf eine derartige Veranstaltung gedrängt. So habe man wertvolle Zeit verstreichen lassen. Daher stelle sich die BI die Frage, ob Transparenz und eine Beteiligung der Bürger an Entscheidungen wirklich gewünscht sei. Die Erfahrung der BI sei, dass Versuche, die Stadtratsfraktionen mit kritischen und sachlichen Informationen zu versorgen, um auch negative Auswirkungen der Windenergie aufzuzeigen, bei einigen Fraktionen auf Ablehnung stießen. Nach wie vor stehe die Bürgerinitiative der "industriellen Windkraftnutzung in unserer Biosphäre ablehnend gegenüber". ert