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Vogelschützer sorgen sich um die Zukunft der Eule

Blickweiler. In der Generalversammlung des Natur- und Vogelschutzvereins Blickweiler wurde Klaus Walter als Vorsitzender wiedergewählt. Der Verein ist seit 44 Jahren im Einsatz für die Vogelwelt und die Natur. Hans Hurth

Im Gasthaus Waldschenke begrüßte Klaus Walter besonders den Ehrenvorsitzenden und Gründungsmitglied Ottmar Gaa sowie das Ehrenmitglied Karl-Heinz Keller. Der Natur- und Vogelschutzverein Blickweiler war maßgeblich an der Entwicklung des Naturschutzgebietes Bliesaue beteiligt. "Bei der Vereinsgründung ging es zunächst um den Erhalt der Vogelarten an der Blies, doch bereits einige Jahre danach wurden 50 Pachtverträge mit den Grundbesitzern für das über 20 Hektar große Schutzgebiet abgeschlossen", blickte Klaus Walter zurück.

Später kauften der Bund für Vogelschutz und die Naturlandstiftung Saar das Gelände. "Ottmar Gaa und seine Mitstreiter hielten es in Ordnung, pflanzten Schwarzerlen, Beerenhecken und Weiden, um den Vögeln Nistmöglichkeiten und Winternahrung zu verschaffen. Dazu wurden Teiche angelegt - alles ehrenamtlich." Klaus Walter stellte erfreut fest, dass im vergangenen Jahr die Nistkästen in der Gemarkung zu 90 Prozent belegt waren. Bei der Vogelwanderung in der Bliesaue wurden 60 Vogelarten ausgemacht, darunter seltene wie Nilgans, Tuch- und Tafelente sowie der Silberreiher. Den Habicht als Vogel des Jahres, nur im Flugbild vom Bussard zu unterschieden, stellte Peter Bastian vor, der auch über die Eulen berichtete. "Der Eulen-Bestand geht allerdings stark zurück, da Dohlen alle Nistmöglichkeiten, etwa der Schleiereule, belegen. Die Dohlen schaffen große Mengen Holzabfälle heran. So war der Blickweiler Kirchturm, in dem sich seit Jahren Schleiereulen niederlassen, von Holz total belegt", sagte Bastian. "Im letzten Jahr zählten wir lediglich fünf junge Eulen gegenüber 68 im Jahr 2013 und gar 186 im Jahr 2012." Besser stünde es um den Steinkauz, dem Wappenzeichen des Bliestals und der Biosphäre. "Er ist im Saarland zwar rückläufig, hat aber im Bliestal noch weiterhin nennenswerte Bestände."

Die Zahl der Biber habe sich nach der ersten Ansiedlung in der Bliesaue (2004) im Land auf 610 gesteigert. "Derzeit ist der bis zu 1,30 Meter große Biber wieder als Holzfäller unterwegs", berichtete Biberwart Christof Graus in einem Bildervortrag. Seit über 40 Jahren ist Willi Motsch aus Lautzkirchen Jagdpächter in Blickweiler , auch im Bereich des Naturschutzgebietes. Motsch informierte über seine Arbeit, wobei die Überpopulation der Wildschweine ein Problem darstelle.



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Auf einen BlickDie Neuwahlen: Vorsitzender Klaus Walter, Stellvertreter Peter Bastian, Hauptkassierer Michael Müller , Schriftführer Joachim Bastian, Kassenprüfer Helmut Stopp und Manfred Schetting, Vogelwarte Bernhard Frangart, Helmut Stopp, Michael Müller , Gerhard Porte, Biberwarte Christof und Conny Graus, Otmar Gaa, Peter Bastian, Klaus Walter. hh