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Niederwürzbach
Umgeben vom Duft gerösteter Kastanien

  Bei Robert Gärtner (links) deckten sich große und kleine Wanderer mit frisch gerösteten Kastanien ein.
 Bei Robert Gärtner (links) deckten sich große und kleine Wanderer mit frisch gerösteten Kastanien ein. FOTO: Hans Hurth
Homburg/Niederwürzbach. Am Wochenende kamen am Würzbacher Weiher wieder viele Bliesgauer und Gäste zusammen: Die Kastanienwanderung stand an. Von Hans Hurth

Die Erfolgsgeschichte der Würzbacher Kastanienwanderung fand in der achten Auflage ihre Fortsetzung. Bereits bei der Eröffnung am Stand des Veranstalters, des Heimat- und Verkehrsvereins Niederwürzbach, durch dessen stellvertretende Vorsitzende Petra Linz, zugleich Ortsvorsteherin, und durch Schirmherr Gerd Lang nahmen die ersten Gäste ihren Wanderpass entgegen. „Dabei waren Wanderfreunde aus dem gesamten Saarland, der Pfalz, NRW, Frankreich und dem Trierer Raum, teils mit dem Zug in Gruppen angereist“, hatte Harald Pauly, zusammen mit Anneliese Moses, Uwe Mayer und Harald Hauth an der Anlaufstelle beim Gang in den Herbst zum Anfassen, Schmecken und Probieren festgestellt.


Beeindruckend das unglaublich vielseitige Angebot um den Würzbacher Weiher, auch die etwas entfernteren Hubertushof Born und der Bahnhof sorgten mit Köstlichkeiten rund um die Kastanie für Stärkung. Ob vom Grill, dem Suppentopf, bei Brot und Kuchen, Likör, Soßen oder Bier – überall war die Baumfrucht mitverarbeitet. Lecker beim MGV Liederkranz das Baguette mit Kastanien-Ziegenfrischkäse-Creme sowie die Kastaniensuppe, mit der sich am Sonntag zur Mittagszeit Dirigent Dieter Schnepp (74) seinen Akku als fleißiger Helfer auflud.

Der bekannte Chorleiter hatte zuvor nämlich schon drei Sonntagsschichten hinter sich als Organist bei Gottesdiensten in Rohrbach, Hassel und Erfweiler-Ehlingen. Seit dem ersten Fest dabei ist Robert Gärtner mit frisch gerösteten Kastanien, die mit dem besonderen Röstgeruch Groß und Klein anlockten. „Meine Kastanien kommen aus Portugal, denn hier gesammelte Kastanien darf ich nicht anbieten“, verriet uns der Saarbrücker. Beginnend bei der Grillstube und Forellen Gutzler, vorbei an der Petri-Klause, die Maronenreis anbot, sowie den beiden von Gerd Lang gestifteten Bänken boten Jörg Meisel und Björn Schmidt Kastanien-Saumagen-Burger sowie ein 6,8-prozentiges Kastanienbier einer kleinen Pirmasenser Brauerei an. Dem 67-jährigen Jürgen Pressmann („Ich bin am Weiher groß geworden“) schmeckte das regionale Produkt ebenso wie die Brotzeit beim Musikverein. Viel gefragt bei Doris Kaffke waren deren selbstgebackene Herzwaffeln mit Kastanien-Karamell-Sahne, ebenso Kastanienlikör. Herbstlich beseelt beendeten die Wandergäste nach einem Zwischenstopp am Platz der Philippslust den Rundgang mit seinen 16 Stationen bei Gartenbau Zeller mit seiner offenen Tür und beim Obst- und Gartenbauverein, wo Hochbetrieb herrschte.



Wie zuvor, durften auch hier die Besucher die Freundlichkeit und den Einsatz der Ehrenamtlichen genießen. „Ich bin zwar nicht im Verein, aber mit meiner Jenny gerne beim OGV als Helfer dabei“, sagte uns Torsten Germann. Lob zuhauf gab es nach den zwei Tagen von Petra Linz. „Was die freiwilligen Helfer der Vereine an Engagement, auch im Vorfeld und nach der Veranstaltung zeigten, kann nicht hoch genug gewürdigt werden“, freute sie sich, die zusammen mit Schirmherr Gerd Lang alle Stationen besuchte. „Was wären wir in Würzbach ohne Gerd Lang? Der Malermeister ist seit Jahrzehnten im Heimat- und Verkehrsverein und ein unermüdlicher Helfer, Unterstützer und Vorbild im Ort. Ob bei Grubenlore, Wanderkarte, Zunftbaum oder Wanderkarte, in Vereinen und Organisationen, er hat immer ein offenes Ohr, wenn es darum geht, unseren Ort liebens- und lebenswert zu erhalten und zu verschönern“, stellte Petra Linz heraus.

Auch sie trug erstmals das neue T-Shirt mit dem Aufdruck „Ich bin verliebt in Würzbach am Weiher“. Diesen Slogan dürften nach der gelungenen Kastanienwanderung auch Besucher mitgenommen haben und im nächsten Jahr wieder gerne dabei sein, wie bei der diesjährigen Auflage deutlich wurde.