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Stadt sucht keinen privaten Wohnraum mehr

Die Blieskasteler helfen den Flüchtlingen bei der Integration. Hier kochen Syrer bei der Freiwilligen Feuerwehr Ballweiler-Wecklingen. Foto: Pascal Kochert
Die Blieskasteler helfen den Flüchtlingen bei der Integration. Hier kochen Syrer bei der Freiwilligen Feuerwehr Ballweiler-Wecklingen. Foto: Pascal Kochert FOTO: Pascal Kochert
Blieskastel. „Sichtbar entspannt“ habe sich die Lage bei den Flüchtlingen, sagt Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener. Das Ziel der dezentralen Unterbringung sei erreicht, man werde die Situation natürlich im Auge behalten. Joachim Schickert

Die Stadt Blieskastel sucht vorerst keinen privaten Wohnraum mehr zur Unterbringung von Flüchtlingen. "Die Lage bei den Zuwanderungszahlen hat sich in den vergangenen Monaten sichtbar entspannt", so Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener . Wie die Stabsstelle Migration der Stadt mitteilt, kommen aktuell zwei oder drei Flüchtlinge pro Woche nach Blieskastel . In den Monaten Dezember 2015 und Januar 2016 waren es in der Spitze 35 Flüchtlinge pro Woche gewesen. Für die Zukunft könne die Stabstelle jedoch - auch angesichts der jüngsten Nachrichten aus der Türkei - keine Prognosen abgeben. Man beobachte die Lage sehr aufmerksam und halte sich vorbereitet. "In Blieskastel und den Stadtteilen leben zurzeit genau 500 Flüchtlinge . Davon sind 278 in städtisch angemieteten Wohnungen untergebracht. Das oberste Ziel einer dezentralen Unterbringung aller Flüchtlinge konnten wir bisher erfüllen", so die Verwaltungschefin. Auch die Zusammenarbeit zwischen der eingerichteten Stabsstelle Migration mit ihren Aufgabenbereichen "Flüchtlinge , Asyl und Migration" und der Flüchtlingshilfe Blieskastel funktioniere hervorragend. Dies sei der Situation geschuldet, dass beide im Haus des Bürgers untergebracht sind und Synergieeffekte und kurze Wege genutzt werden könnten.


Die Blieskasteler hatten sich von Anfang an um die Flüchtlinge gekümmert. Der Ortsrat Blieskastel-Mitte hatte gemeinsam mit der Stadt im Januar vergangenen Jahres erstmals zu einem "Tag der Begegnung" mit Flüchtlingen eingeladen. Damals waren 45 Asylbewerber, hauptsächlich aus Syrien und Eritrea, in der Barockstadt untergebracht. "Es sind Menschen, die ihre Heimat unter größten Schwierigkeiten verlassen mussten, um sich vor Mord, Krieg und Tyrannei in Sicherheit zu bringen", hatte Ortsvorsteher Jürgen Trautmann betont. Alle seien gefordert, den Betroffenen zu helfen. Zur besseren Integration seien Sprachkurse in Blieskastel erforderlich, Hilfestellung könne ebenso von Vereinen wie von Einzelpersonen mit Mal-, Musik- und Sprachunterricht kommen. Trautmann hatte sich gefreut, dass sich viele Jugendliche engagieren. So hatte bereits damals das Team des P-Werks (Juz) jede Menge Kleidungsstücke gesammelt.

Die Flüchtlingshilfe Blieskastel hatte sich am 1. Juli 2015 als Verein organisiert. Hier ist jeder willkommen, der helfen möchte. Egal, ob er ehrenamtlich eine Patenschaft auch ohne Vereinsmitgliedschaft übernehmen möchte oder ob er mit Sach- oder Geldspenden helfen will. Der Verein versucht in enger Zusammenarbeit mit der Stadt den Menschen, die in der Stadt Zuflucht gefunden haben, bei der Integration, bei behördlichen Problemen, bei einem Arztbesuch oder auch einfach nur beim Einkauf zur Seite zu stehen und mit Rat und Tat zu helfen. Die neue Stabsstelle Migration der Stadtverwaltung hatte zu Beginn dieses Jahres ihre Arbeit aufgenommen und ihre neuen Büros bezogen.

Auch räumlich sollten Kompetenzen gebündelt werden, damit auch hier keine Reibungsverluste entstehen. Die Stabsstelle vereint Mitarbeiter und Entscheidungsbefugnisse aus unterschiedlichen Sachgebieten, um stringente Arbeitsabläufe und gleiche Informationsstände sicherzustellen. Vorrangiges Ziel war bisher die Beschaffung von privatem Wohnraum zur Unterbringung von Flüchtlingen.

Zum Thema:



Auf einen Blick Bei Fragen zum Thema Flüchtlinge kann man sich an die städtische Stabsstelle für Migration, Tel. (0 68 42) 926 13 12, wenden. Sie ist im Haus des Bürgers, Luitpoldplatz 5, im ersten Obergeschoss untergebracht. Das Büro der Flüchtlingshilfe Blieskastel befindet sich im Erdgeschoss, mit dem seitlichen Zugang von der Florianstraße. Die ehrenamtlichen Helfer sind dienstags und donnerstags von 14 bis 18 Uhr im "Kaschdler Treff" anzutreffen. Anfragen auch unter E-Mail info@fluechtlingshilfe-blieskastel.de oder fluechtlinge@blieskastel.de für die Stabsstelle. Das Caritas-Zentrum Saarpfalz bietet eine Migration-Erstberatung im Haus des Bürgers an. Das Angebot gilt für alle Flüchtlinge und Migranten, die im ersten Jahr in Deutschland leben. Beratung ist jeden Dienstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr. ert