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Reinheim
Reinheim liegt mitten in Europa

In Anwesenheit von Weinkönigin Johanna I. und Prinzessin Anna I. eröffnete Reinheims Ortsvorsteher Jürgen Wack das diesjährige Biosphärenfest.
In Anwesenheit von Weinkönigin Johanna I. und Prinzessin Anna I. eröffnete Reinheims Ortsvorsteher Jürgen Wack das diesjährige Biosphärenfest. FOTO: Erich Schwarz
Reinheim. Im Europäschen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim wurde das Biosphärenfest gefeiert. Viele Gäste betonten den europäischen Gedanken. Von Erich Schwarz

Mit Reinheim war am gestrigen Sonntag nach Niedergailbach zum zweiten Mal ein Ortsteil der Gemeinde Gersheim Ausrichter des jährlich wechselnden Biosphärenfestes. „Eines der schönsten Fleckchen im Saarland“ lobte Umweltminister Reinhold Jost den diesjährigen Veranstaltungsort in seiner Eröffnungsrede.



Und Reinheims Ortsvorsteher Jürgen Wack nannte den Europäischen Kulturpark einen „mystischen Ort“, an dem sich schon Kelten und Römer wohlgefühlt hätten. Für Reinheim sei es ein würdiger Abschluss der Feiern zum 750-jährigen Jubiläum des Dorfes, das man in diesem Jahr gefeiert hatte. Alexander Rubeck erinnerte ebenfalls an die lange Geschichte der Region. Sein Dank galt vor allem den vielen Helfern, die an diesem Fest beteiligt waren. Alle Redner nahmen auch Bezug zum Veranstaltungsort auf der früheren Grenze zu Frankreich:

„Wir feiern hier im Herzen Europas“, stellte Landrat Theophil Gallo fest. Und dass der europäische Gedanke in Reinheim gelebt wird, wurde auch beim Biosphärenfest wieder deutlich: Zahlreiche Maires aus Frankreich waren gekommen, Jürgen Wack grüßte stellvertretend für alle den Maire Jean-Luc Lutz der französischen Nachbargemeinde Bliesbruck, deren Fußballverein ebenfalls mit einem großen Stand auf dem Fest vertreten war.

Und um den multinationalen und europäischen Gedanken weiter voranzubringen, will Landrat Theophil Gallo – mit Unterstützung der ebenfalls anwesenden Staatssekretärin aus dem Bildungsministerium Christine Streichert-Clivot, ein Sprachzentrum auf dem Gelände des Kulturparks vorantreiben.

Er verwies bei seiner Eröffnungsrede auf das vielfältige Angebot des Biosphärenfestes, von der Kunst über das Handwerk bis hin zu den vielen kulinarischen Köstlichkeiten. Und hier hob Gallo besonders das neue Brot aus der Biosphäre, die „Bliesgaukruste“ , hervor.

Umweltminister Reinhold Jost gab schließlich ein flammendes Bekenntnis zu Europa und zur Biosphäre ab: „Die Biosphäre ist viel weiter und viel besser, als manche es meinen oder aber auch wünschen“, stellte der saarländische Minister heraus. Und auf der früheren Grenze zeige sich das „wahre Europa“, das nicht nur aus bürokratischen Zwängen wie einer bestimmten Gurkenkrümmung bestehe. Hier zeige sich, wie aus früheren „Erbfeinden“ innerhalb weniger Generationen Freunde geworden seien. Und dann konnten sich die vielen Besucher ein Bild von der Vielfalt und der Leistungsfähigkeit der Biosphärenregion machen. Insgesamt 99 Stände waren auf dem Gelände des Kulturparks aufgebaut.

Das Angebot reichte von der Ausstellung künstlerischen Arbeiten bis hin zu den Ständen der Institutionen und Verbände. Dazwischen reichlich Kunsthandwerk, Biosphärenprodukte und natürlich Essen und Trinken. Hier waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt, von der saarländischen Lyonerpfanne bis zur klassischen Rostwurst aus der Region war alles vertreten.

Und Moderator Herbert Buhr konnte im Verlaufe des Tages ein sehr abwechslungsreiches Bühnenprogramm präsentieren. Nach dem Eröffnungsgottesdienst und den Ansprachen der Politiker spielte der Bliesgau-Bigband auf. Viele Vereine, Schulen und Kindertagesstätten trugen ebenso zum Programm bei wie zahlreiche Chöre aus der Region.

Daneben gab es am Sonntag auch noch Tanzvorführungen, etwa durch den Carnevalclub Reinheim oder Elmiras Orient. Auch für Kinder war einiges geboten, etwa Bildhauerei, Aktionen zum Thema Bienen, ein Melkspiel und vieles mehr.

Gut angenommen bei kühlem Wetter am Morgen wurde der Kaffee der Landfrauen aus dem Bliestal.
Gut angenommen bei kühlem Wetter am Morgen wurde der Kaffee der Landfrauen aus dem Bliestal. FOTO: Erich Schwarz
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