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Orgel
Ein Stück der Mayer-Orgel klingt weiter

Bischof Karl-Heinz Wiesemann bei der Einweihung der neuen Orgel in der Blieskasteler Schlosskirche; links daneben der Hauptorganist Professor Matthias Leiner.
Bischof Karl-Heinz Wiesemann bei der Einweihung der neuen Orgel in der Blieskasteler Schlosskirche; links daneben der Hauptorganist Professor Matthias Leiner. FOTO: Jörg Martin
Blieskastel. In der Blieskasteler Schlosskirche wurde bei einem Pontifikalamt die überarbeitete Orgel eingeweiht.

Mit „Sie haben in den letzten Jahren gezeigt, dass Sie ein großes Herz für die Kirche und für die Orgel haben“, bedankte sich Pfarrer P. Hieronim Jopek am Sonntagmorgen bei den Gläubigen in der Schlosskirche. Im Rahmen eines Pontifikalamtes wurde dort nach einem Jahr die neue, überarbeitete Orgel eingeweiht. Das Instrument war während der Renovierung der Kirche stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Bischof Karl-Heinz Wiesemann stellte in seiner Predigt eine innige Beziehung zwischen dem Instrument und der Kirche her.


„Die Orgel ist ein Bild der Kirche“, so Wiesemann. Und sie sei gleichzeitig ein besonderes Bild der Kirche von heute. Der Bischoff erinnerte an den langen Weg der Entscheidung. Das sei ein Ringen zwischen dem, was man hat, und Neuem gewesen. Die Orgel wurde nämlich erneuert, verblieb aber in ihrem Gehäuse. Das Kirchenoberhaupt sprach gar von „im Bestand erneuern“, womit sinnbildlich auch die Kirche als Institution gemeint sei. Er forderte in seiner leidenschaftlichen Rede mehr Einheit, weniger Missgunst und sprach von „Raum gewinnen“. „Manches Verstellte muss raus, damit Luft rein kommt“. „Ich bin dankbar, mit Ihnen diesen Moment zu erleben“, freute sich auch Stephan Toscani (CDU), der die Schirmherrschaft übernommen hatte.

Er sei der Schlosskirche eng verbunden, da er im benachbarten Gymnasium zur Schule ging, so der der Landtagspräsident. Toscani erinnerte an den langwierigen Prozess der Kirchenrenovierung von 20 Jahren. Dieser sei nun mit der Weihe der Orgel abgeschlossen. „Die Renovierung des kulturhistorischen Zentrums der Region war ein großes Zusammenspiel“, blickte der Schirmherr zurück. Auch Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener (CDU) brachte ihre Freude über die Einweihung zum Ausdruck. Der Prozess der Kirchenrenovierung habe sie seit ihrem Amtsantritt begleitet. Der Chor der Schlosskirche (Leitung: Sebastian Brand) umrahmte das Hochamt mit der Missa Brevis in B (Christopher Tambling) sowie der Schlussfuge aus der Psalmkantate „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“ von Mendelssohn Bartholdy.



Gregorianische Gesänge waren der Schwerpunkt der Schola Cantorum. Musiker des Saarländischen Staatsorchesters sowie Christina Mayer (Sopran) und Gregor Berg (Cello) bereicherten das Klangspektrum. Matthias Leiner, Hauptorganist der Schlosskirche, sowie Dekanatskantor Christian von Blohn nahmen die Orgel quasi offiziell in Betrieb. Die Pfarrgemeinde St. Sebastian feierte an diesem Tag auch das Jubiläum 240 Jahre Weihe der Schlosskirche St. Anna und Philipp.