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Edeka
Der lange Weg zum neuen Edeka-Markt

 Zehn Jahre war er Thema im Ortsrat Blieskastel-Mitte, jetzt ist er da: Der Edeka-Markt in der Homburger Straße im Blieskasteler Stadtteil Lautzkirchen.
Zehn Jahre war er Thema im Ortsrat Blieskastel-Mitte, jetzt ist er da: Der Edeka-Markt in der Homburger Straße im Blieskasteler Stadtteil Lautzkirchen. FOTO: Hans Hurth
Lautzkirchen. Das Für und Wider eines Supermarktes in Lautzkirchen war im Ortsrat Blieskastel-Mitte ein Jahrzehnt lang Thema. Von Hans Hurth

Gut zwei Monate nach der Eröffnung des Edeka-Markts in Lautzkirchen, haben Carmen und Torsten Berberich, die den Markt führen, eine positive Bilanz gezogen. „Der Zuspruch auch aus umliegenden Orten ist gut, es gibt von den Kunden viele Komplimente und Lob für das Team“, heißt es. Prima Anklang fänden die so genannte Lyoner-Treppe für die Jüngsten und die großzügigen Eltern/Kind-Parkplätze. Mehrmals genutzt wurde bereits die Ladesäule für Elektroautos (wir berichteten).


Die Vorgeschichte um das Für und Wider eines Supermarktes im Kurort war im Ortsrat Blieskastel-Mitte ein Jahrzehnt lang Thema. Im Jahre 2008 wollte ein Investor aus Mannheim auf dem Gelände der ehemaligen Schuhfabrik Brand in der Florianstraße ein Fachmarktzentrum mit einem Lebensmittelmarkt errichten. Christel Leiner und Horst Sommer, Mitglieder der SPD- Fraktion im Ortsrat-Mitte, kämpften mit einer Unterschriftenaktion für dieses Vorhaben, 200 Bürger unterzeichneten. Im Bauausschuss der Stadt sowie im Ortsrat wurde jedoch bereits die Bauvoranfrage mit Stimmen der CDU-Mehrheit abgelehnt. Einige Jahre später, nach dem Umzug der Fundgrube nach Aßweiler, wurde das heutige Fachmarktzentrum mit Geschäften wie Netto und Rossmann doch verwirklicht. Im Jahre 2015 stellte die Pirmasenser Unternehmensgruppe Schenk den Antrag, auf dem Homburger Platz an der Straße nach Bierbach einen Edeka-Markt zu errichten. Dieser Platz bot sich an, da der Plan zum Bau eines Dorfgemeinschaftshauses mit dem neuen Pfarrheim an der Kirche Makulatur war, die Freifläche wurde lediglich noch als Parkplatz genutzt. Nach dem Eingang des Schenk-Planes hatte für die SPD-Fraktion Mathias Zumpf sowohl im Orts- wie im Stadtrat angeregt, vor dem Bau eines Edeka-Marktes zunächst eine Bürgerbefragung durchzuführen. „Die Bürger sollen gefragt werden, ob sie überhaupt einen Lebensmittelmarkt in Lautzkirchen möchten oder nicht“, so Zumpf, dessen Antrag der Stadtrat jedoch ablehnte.

Fachbereichsleiter Jens Welsch hatte nämlich zuvor darauf hingewiesen, dass eine Bürgerbefragung für einen einzelnen Stadtteil nicht zulässig sei. „Der Edeka-Markt in Lautzkirchen macht Sinn, denn viele Einheimische kaufen in Kirkel und Niederwürzbach ein und auch die kleineren Geschäfte im Ort werden sich mit ihrer Qualität durchsetzen“, so Ortsvorsteher Jürgen Trautmann (CDU). Das Vorhaben fand letztlich Zustimmung, eine Ausfahrt unmittelbar an der Nähe des Bahnübergangs hatte der Ortsrat früh verworfen, Zu- und Abfahrt gibt es nur in der Homburger Straße. Karl-Theo Schuler, 16 Jahre engagierter Wanderführer der Stadt und Markt-Anlieger, hat seit Beginn das Bauvorhaben im Foto festgehalten. Auf Anregung der Grünen und der CDU im Ortsrat wurden wichtige Änderungen im Bauplan vorgenommen, etwa im Einsatz nachhaltiger Energieträger.



„Dank einer Wärmegewinnungsanlage, der klimaneutralen CO2-Kälteanlage, einer Wärmepumpe, Photovoltaik und LED-Beleuchtung wird der Energieverbrauch im Markt deutlich reduziert“, erklärte Torsten Berberich. Der Edeka-Markt in Lautzkirchen verfügt neben einer Ladesäule über einen Defibrillator für Notfälle, einem Wickelraum und DHL-Paketshop, kostenloses Wlan und einen Taxi-Ruf für Kunden.