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Liederabend mit Werken aus der Romantik

Blieskastel. So viele Mitwanderer waren bereit, der Sopranistin Sabine von Blohn und ihrem Klavierbegleiter Helmut Hofmann auf ihrem Weg durch die Musik der Romantik zu folgen, dass die Stühle in der Orangerie kaum ausreichten. bea

. Der Freundeskreis Saarpfälzische Musiktage hatte zum Liederabend eingeladen. Mit ihrer modulationsfähigen Stimme und großem Stilgefühl interpretierte Sabine von Blohn die Liebeslieder von Franz Schubert genauso zu Herzen gehend, wie das von leiser Todessehnsucht geprägte "Wandrers Nachtlied" oder das von Robert Schumann vertonte Eichendorff-Gedicht "Mondnacht". Expressiv-romantisch komponierte Alban Berg an der Schwelle zum 20. Jahrhundert seine sieben frühen Lieder, von denen von Blohn "Die Nachtigall" und "Im Zimmer" strahlend zum Ausdruck brachte.

Aber, sie kann auch komödiantisch: George Gershwins "I got rhythm", so keck interpretiert, dass viele im Publikum die Füße nicht mehr stillhalten konnten. Jäher Stimmungswechsel dann mit Leonhard Bernsteins "Somewhere". Das Lied war so authentisch und aus tiefster Seele gesungen, dass selbst die Interpretin eine Träne nicht zurückhalten konnte.

Der Tatsache, dass auch im nüchternen 21. Jahrhundert die Sehnsucht nach Romantik nicht untergegangen ist, hatte das Publikum eine Welturaufführung zu verdanken. Helmut Hofmann war nicht nur der einfühlsame Klavierbegleiter, er bewies auch sein Können als Komponist. So nahtlos fügten sich seine Vertonungen des bekannten Gedichtes über die Liebe von Erich Fried "Es ist, was es ist" und Joseph von Eichendorffs "Die Nacht" in das Programm ein, dass man meinen konnte, ein anderer Großer des 19. Jahrhunderts, nämlich Johannes Brahms , hätte ihm zugezwinkert. Da hielt es die Zuhörer nicht auf den Stühlen. Großer Beifall und als Zugabe Franz Schuberts Huldigung "An die Musik".