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Ballweiler
Segen für das neue Ballweiler Kreuz

In einer Andacht neben der Pfarrkirche übergaben Pfarrer Hieronim (rechts) und Udo May den renovierten Grabstein der Öffentlichkeit.
In einer Andacht neben der Pfarrkirche übergaben Pfarrer Hieronim (rechts) und Udo May den renovierten Grabstein der Öffentlichkeit. FOTO: Hans Hurth
Ballweiler. Das geschmiedete Grabkreuz soll das Turmkreuz der Notkirche der Kirchengemeinde werden. Von Hans Hurth

In einem feierlichen Gottesdienst gedachte die Pfarrgemeinde St. Josef Ballweiler-Wecklingen der Wohltäter der Ballweiler Pfarrkirche. Zelebrant war Pfarrer Hieronim, Mitgestalter der Musikverein Ballweiler und der heimische Kirchenchor. Danach ging es in einer kleinen Prozession zur Andacht neben das Gotteshaus an das wiedererrichtete, renovierte Kreuz samt Grabstein des Ehepaares Johann und Katharina Ries, die als großzügige Stifter des Grundstücks dafür sorgten, dass die Pfarrkirche erbaut und 1929 eingeweiht werden konnte. Das geschmiedete Grabkreuz soll das Turmkreuz der Notkirche sein.


„Bis zur Reformationszeit gehörten die Leute von Ballweiler und Wecklingen zur alten Pfarrei Wecklingen in der Diözese Metz. Ihre Pfarrkirche mit Friedhof stand in Wecklingen. Eine Ausgrabung von 1968 stellte ihre Fundamente und Fundstücke fest. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war diese Kirche verfallen und wurde nicht wieder aufgebaut. Die Katholiken von Ballweiler und Wecklingen betreute Blieskastel mit. Ab 1776 wurden sie der Pfarrei Biesingen und ab 1808 der Pfarrei Blickweiler zugeteilt“, betonte bei der Segnung des Grabsteins der Vorsitzende des Pfarreirates Udo May.

Da sich die örtliche Bevölkerung im Laufe der Zeit stark vergrößerte, habe während der Gottesdienste in Blickweiler bald ständiger Platzmangel geherrscht. „Um eine eigene Kirche zu bauen und eine selbstständige Pfarrei zu werden, hat sich im Jahr 1899 ein Kirchenbauverein gegründet.“ Regelmäßige Sammlungen brachten Geld zusammen, für den Bauplatz stiftete der Wirt Johann Ries zwei Grundstücke, ein weiteres wurde dazugekauft. Der Bau der Kirche konnte erst 1929 verwirklicht werden, denn nachdem Kaplan Franz Weber 1925 nach Ballweiler kam, wurden alle Bemühungen verstärkt, um das nötige Kapital zusammen zu bringen.



In nur einem Jahr entstand die Pfarrkirche St. Josef in Ballweiler – vom ersten Spatenstich am 24. März, über die Grundsteinlegung am 26. Mai, bis zur Einweihung durch den Bischof von Speyer, Ludwig Sebastian am 1. Dezember 1929. Das gesamte Dorf war beteiligt mit Vereinsbeiträgen, Spenden, Stiftungen, Arbeit am Bau und beim Transport des Baumaterials. „Die Steine mussten mit Pferde- und Kuhfuhrwerken vom Bahnhof in Blickweiler zum Bauplatz gebracht werden, wobei das Beladen der Fahrwerke überwiegend Frauen besorgten“, hat die Heimatkundlerin Katharina Hurth zu den Geschehnissen damals akribisch recherchiert.