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Lesermeinung
Lehren ziehen aus diesem Sommer

Klimaschutz in Blieskastel red

In diesem Sommer leiden unter der großen Hitze Mensch und Natur. Besonders in den Städten, wo sich durch die ungebremste Sonneneinstrahlung vor allem Straßen und Gebäude aufheizen und die gespeicherte Wärme auch des Nachts abgeben, wird der Wärmestau zu einer zunehmenden Belastung. Es ist daher dringend erforderlich, dagegen entsprechende Maßnahmen zu treffen. Solche sind vor allem Anpflanzungen Schatten spendender Bäume, wo immer dies aus technischen Gründen möglich ist, und die Schaffung grüner Inseln. Beides empfahl ich u.a. schon 1997 nach einem langen Vorgespräch mit dem damaligen Ortsvorsteher Herrn Greff, der die Vorschläge dann an das Bürgermeisteramt weiterleitete; von dort leider keine Reaktion. Stattdessen wurden in der Zwischenzeit im Stadtgebiet zahlreiche Bäume gefällt, ohne dass Ersatzpflanzungen erfolgten. Ebenso wurden große Flächen gerodet und durch Baumaßnahmen versiegelt wie z. B. bei der Errichtung des umstrittenen Edeka-Marktes in Lautzkirchen oder bei dem Wohnungsprojekt des Caritas-Förderzentrums In den Lohgärten. Hier in der Nähe des Seniorenheimes St. Josef wäre, wie ich 1997 ebenfalls empfahl, eine Parkanlage als Ruhezone sehr nützlich gewesen. Es ist erstaunlich, dass solche der Umwelt dienlichen Überlegungen in Blieskastel anscheinend kaum Anklang finden, obwohl jetzt sogar die „Grünen“ Regierungspartei sind. In Anbetracht des Klimawandels wird es endlich Zeit, dass außer den begrüßenswerten Gemüsehochbeeten auch sogenannte Hochgrün das Leben in unserer Stadt erleichtern und verschönern kann. Auch bei der Planung der neuen Straßenführung „Umgehung Altstadt-Ost“ sollte daher unserem städtischen Ökosystem ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Schaffen wir eine Biosphäre in der Stadt!


Dr. Bonifaz Ullrich, Blieskastel