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Dekanat Zweibrücken
Kirche mit Schall, Klang und Glockenschlag 

Die junge Rockband Calvary bei ihrem Auftritt im Hof der Brenschelbacher Kirche: Christian Krutsch, Anna-Marie Horn und Jonas Fröbe (von links).
Die junge Rockband Calvary bei ihrem Auftritt im Hof der Brenschelbacher Kirche: Christian Krutsch, Anna-Marie Horn und Jonas Fröbe (von links). FOTO: Wolfgang Degott
Brenschelbach. Zum siebten Mal fand ein musikalische Netzwerk im Dekanat Zweibrücken statt. Es bot einen besonderen Querschnitt durch die Welt der Musik.

Die protestantische Kirche in Brenschelbach war am Samstag Schauplatz des siebten musikalischen Netzwerks für Bildung, Männerarbeit, Frauenarbeit und Jugendarbeit im Dekanat Zweibrücken. Dessen Dekan Peter Butz sprach vom Anspruch, in der Veranstaltung zusammenzubringen, „von dem wir denken, dass es geistesverwandt“ ist. Gerade ein Gotteshaus sei der richtige Ort Geistesverwandtschaft in verschiedenen Stilen und Richtungen zu entdecken. Im Netzwerk, das vor über zehn Jahren in Einöd gegründet wurde, haben sich 25 Kirchengemeinden aus den Dekanaten Homburg und Zweibrücken zusammengefunden.


Es habe sich zu einem außergewöhnlichen Querschnitt durch die Welt der Musik, bestehend aus Chorgesang, Soul, Latin Jazz und Polit-Songs entwickelt, so Initiator Jürgen Karl Neumann, Vorsitzender der Bezirkssynode Zweibrücken. Es sei einzigartig in der gesamten Landeskirche und wohl auch bundesweit, transparent, grenzüberschreitend und talentstiftend, symbolisiere eine offene und bunte Kirche und Ökumene. Brenschelbach nannte er als einen prädestinierten Netzwerk-Standort. Es sei ein Dorf, zur Stadt Blieskastel und dem Kirchenbezirk Zweibrücken gehörend, das im saarländisch-lothringische-pfälzischen Raum vielfältige grenzüberschreitende Freundschaften pflege. Erstmals in der Geschichte der Veranstaltungsreihe, die unter dem Titel „Mit Schall, Klang und Glockenschlag“ stand, wurden Lieder sowohl im Innenraum als auch im Außenbereich vorgetragen, wobei das Trio Cantina, bestehend aus Arminho Wagner, Wolfgang Massing und Jürgen Schirra mit dem bekannten Jose Bens „Mas que nada“ den Schlusspunkt setzte. Eröffnet wurde das Programm vom Posaunenchor der Zweibrücker Stadtmission. „Wenn grenzenlos die Zusammenarbeit über Konfessionen hinweg gestaltet wird, dann hat das etwas ganz Besonderes“, meinte der Schirmherr Jürgen Gundacker, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zweibrücken.

Die Netzwerker stellten sich damit in den Dienst der Gemeinschaft, bauten Brücken und rissen Mauern ab. Brenschelbachs stellvertretender Ortsvorsteher Oliver Leiner zitierte Hermann Lahm und sprach davon dass die Musik Treppe und Kirchenmusik der Aufzug zum Himmel sei. Die beiden Moderatoren, Matthias Fernau, Chorleiter des Gesangvereins Eintracht Brenschelbach, der als erstes Vokalensemble auftrat und dabei auch Grolls Lachende Welt intonierte, sowie der protestantische Pfarrer Daniel Seel, führten durch das Programm.



Darin vertreten waren auch die beiden Liedermacher Lisa Ludes, die seit acht Jahren eigene Popmusik zur Gitarre schreibt, und Andreas Vogel, seit 1971 in der saarländischen Musikszene zuhause. Hatte die Homburgerin in ihren eigenen Kompositionen lebensbejahende eigene Songs im Gepäck, gelang Vogel aus Schwarzenacker und seinen sozialkritischen un dpolitischen Texten die rund 200 Besucher zum Nachdenken anzuregen. Beide Künstler hatten in der Coverversion des Dylan-Titels „forever young“ (für immer jung) auch noch einen gemeinsamen Auftritt eingebaut.

Anspruchsvolle Arrangements zur klassischen Gitarre, darunter das viel umjubelte „Spain“ aus der Feder von Chick Corea, spielte das Duo Apasionado (Günter Weber, Jürgen Schirra), ansonsten in der musikalischen Renaissance, der Klassik bis hin zum Jazz zuhause. Mit 30 Akteuren stellte der Gesangverein Gemischter Chor Einöd die größte Gruppe, die unter anderem die Hymne des 9. September, Enyas „Only Time“, mitgebracht hatte. Sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kirchenmauern absolvierte das Walsheimer Chor-Projektes „Choract“ seine Auftritte im abwechslungsreichen Programm. Mit New Gospel, christian music wie „In your arms“ aber auch der Beatles-Interpretation „With a little help from my friends“ zeigte die Bandbreite des 18-köpfigen Ensembles, das sich mit Bassgitarre, Percussion und Piano instrumental begleitete. Botschafter der worshipmusik war die Gruppe Bad Calvary, die aus Mitgliedern der evangelischen Jugend Hornbach bestand und wie alle anderen Auftritte das Nachmittags durch das Team von Patrick Gauter aus der Jugendzentrale Hornbach technisch unterstützt wurde. Die Kirchengemeinde, die Landfrauen und der Chor aus Brenschelbach hatten den Tag mitorganisiert.