| 20:09 Uhr

Breitfurt
Der Präsident auf bunten Marken

Der 71-jährige pensionierte Zollbeamte Karl-Heinz Martin aus Breitfurt zeigt am Sonntag in Zweibrücken eine Briefmarken-Sonderausstellung zum 55. Jahrestag des Attentates auf John F. Kennedy.
Der 71-jährige pensionierte Zollbeamte Karl-Heinz Martin aus Breitfurt zeigt am Sonntag in Zweibrücken eine Briefmarken-Sonderausstellung zum 55. Jahrestag des Attentates auf John F. Kennedy. FOTO: Wolfgang Degott
Breitfurt/Zweibrücken. Breitfurter Briefmarkensammler stellt am Sonntag Briefmarken aus, die an das Kennedy-Attentat vor 55 Jahren erinnern. Von Wolfgang Degott

„Ich bin ein Berliner“, ist einer der bekanntesten Zitate des 35. Präsidenten der USA, John F. Kennedy. Am 22. November jährte sich zum 55. Mal, dass der charismatische Politiker in Dallas ermordet wurde. Am kommenden Sonntag, 25. November, widmet der Breitfurter Karl-Heinz Martin der Ikone amerikanischer Geschichte eine Briefmarkenausstellung im Tauschtreff des Briefmarken- und Münzsammelvereins Zweibrücken, Vereinsheim des SVN Zweibrücken.


Als ausgesprochener Kennedy-Fan kann sich Martin noch gut an den Tag erinnern, als die ganze Welt mit Entsetzen und Trauer in die texanische Metropole blickte. „Ich war damals 16 Jahre alt. Sein Tod war für mich ein Einschnitt. Für mich ist John F. Kennedy ein Symbol von Freiheit“, so Martin, Mitglied im Briefmarken- und Münzensammelverein Zweibrücken. Die gezackten Motive, die aus vielen Ländern aller Kontinente der Erde stammen, sind das Jahr über Teil der rund 100 000 Exemplare umfassenden „Weltausstellung“ des 71-jährigen pensionierten Zollbeamten. Fein säuberlich geordnet schlummern sie zumeist in Alben gehefteter Vordruckblätter.

Der Briefmarken-Sammelvirus habe ihn gepackt, als er nach dem Tod seiner Mutter vor fünf Jahren die Saarland-Sammlung seines Vaters in die Hände bekam. Sie umfasste alle von 1920 bis 1935, der Völkerbundzeit, und von 1948 bis 1959, als das Saarland autonom war. „Es fehlen nur sechs der insgesamt 447 erschienenen Postwertzeichen“, so Martin. Jedes seiner drei Geschwister habe eines der vier Alben bekommen. In der Folge hat er die eigene Sammlung ständig erweitert. Insbesondere habe er ganze Briefmarkensammlungen Anderer aufgekauft. Darunter sei auch eine Kennedy-Sammlung, die er von einem holländischen Sammler gekauft hat. Er habe aber auch an vielen Versteigerungen teilgenommen und auf Flohmärkten geschmökert. Stolz ist er darauf, dass er vor einem Monat in Homburg von den Erben den Nachlass eines Dillinger Sammlers kaufen konnte, der viele Kennedy-Karten beinhaltete. Sie werden in der am Sonntag in Zweibrücken zu sehende Exposition eingebaut sein. Eine der ersten Marken, die über „JFK“ hergestellt wurde, ist eine fünf-Cent-Marke, datiert auf den 29. Mai 1964, die sogenannte Marke, die die amerikanischen Post zu seinem Tod herausgegeben hatte.



In den USA existiert nur noch eine zweite 13-Cent-Marke, herausgegeben am 29. Mai 1967. Ansonsten hat ihn sein Heimatland nicht mehr als Briefmarkenmotiv verwandt. Das sei auch nichts Außergewöhnliches, weiß Martin zu berichten. Auch andere Präsidenten seien in ähnlicher Weise behandelt worden. Trotzdem stellt die Person John Fitzgerald „Jack“ Kennedy im weltweiten Briefmarkenverbund eine Besonderheit dar, ist er doch neben der englischen Königin Elizabeth II., dem ehemaligen Premierminister Winston Churchill und Lady Diana einer von vier Menschen, die weltweit am meisten auf Briefmarken abgebildet seien.