| 20:10 Uhr

Im Bliesgau schafft Holz Arbeitsplätze mit Zukunft

Holz aus der Biosphäre ist wichtig für die heimische Wirtschaft. Symbolfoto: Sven Hoppe/dpa
Holz aus der Biosphäre ist wichtig für die heimische Wirtschaft. Symbolfoto: Sven Hoppe/dpa
Saarpfalzkreis. Neben Auen und fruchtbaren Streuobstwiesen sind nicht zuletzt die ausgedehnten Wälder landschaftsprägend im Biosphärenreservat Bliesgau. Eine Wanderausstellung zeigt erstmals, wie eine naturgerechte Waldwirtschaft die Umwelt schont, die Wirtschaft fördert und damit den Menschen der Region hilft. Jürgen Neumann

Eine besondere Ausstellung in der Biosphärenregion, zu der Kleinblittersdorf gehört, dürfte auf großes Interesse stoßen. Sie heißt "Inwertsetzung heimischer Hölzer im Biosphärenreservat Bliesgau" und ist als Wanderausstellung konzipiert.



Der Landrat des Saarpfalz-Kreises, Theophil Gallo , sagte bei der Eröffnung: "Die Ausstellung ist ein wichtiger Beitrag einerseits zur Information darüber, was mit dem wertvollen Werkstoff Holz getan werden kann. Ebenso wichtig ist andererseits die damit einhergehende, weitere Sensibilisierung der Menschen in unserem ,Biosphärenkreis Saarpfalz' mit Blick auf den schonenden, umweltbewussten und damit auch nachhaltigen Umgang mit diesem unverzichtbaren Rohstoff, den die Natur uns bietet. Deshalb sage ich allen an der Realisierung dieser Ausstellung beteiligten Akteuren ganz herzlichen Dank."

Die Ausstellung besteht aus aufrollbaren Info-Ständern über das Holz der Region und aus Modellen heimischer Hölzer. Hinzu kommen Möbelstücke und Kunstgegenstände aus heimischen Hölzern von Schreinern und Künstlern aus der Region sowie aus dem St. Wendeler Land. Als Aussteller sind dabei: Jürgen Ries (St. Ingbert: Möbelstücke aus heimischen Hölzern, Bett und Stuhl), Ralf Meisel (Wörschweiler) und Gerhard Niklas (Kirkel) mit Drechselarbeiten. Hinzu kommen Ausstellungsstücke von St. Wendeler Schreinern.

Zum Hintergrund: Das Biosphärenreservat Bliesgau ist zu einem Drittel mit Wald bedeckt. Dieser wird fast ausschließlich naturnah bewirtschaftet. Die Stadt Blieskastel ist einer der größten saarländischen Kommunalwaldbesitzer und der mit 2000 Hektar mit Abstand größte Kommunalwaldbesitzer im Biosphärenreservat.

Zudem werden der 350 Hektar große Stadtwald Homburg sowie mehrere Privatwälder mitbetreut. Für Helmut Wolf, der die Ausstellung konzipierte, ist klar: "Die Inwertsetzung unserer heimischen Hölzer ist daher ein natürliches Anliegen des Waldbesitzers. Dabei sollen sowohl ökonomische, ökologische als auch soziale und soziokulturelle Aspekte Berücksichtigung finden. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Bereiche Bildung für nachhaltige Entwicklung und sanfter Tourismus. Neben Auenlandschaft und Streuobstwiesen sind nicht zuletzt unsere Wälder mit einem Flächenanteil von knapp 30 Prozent für das Biosphärenreservat Bliesgau landschaftsprägend." Holz sei ein wichtiger und zugleich CO-neutraler nachwachsender Rohstoff.

Daher bestehe die Notwendigkeit, Holz aus dem Biosphärenreservat Bliesgau aufzuwerten und dadurch die regionale Wertschöpfung zu erhöhen.

Für Doris Gaa von der Wirtschaftsförderung im Saarpfalz-Kreis ist klar, dass Biosphärenholz erste wirtschaftliche Erfolge habe. So finde beispielsweise Birkenholz aus dem Bliesgau mittlerweile bundesweit sowie im angrenzenden Ausland Verwendung im Saunabau.

Die Ausstellung ist in Homburg bis Ende August zu sehen. Ab Montag, 19. September, ist sie im Kuppelsaal in St. Ingbert aufgebaut.