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SLLV
Grundschul-Lehrermangel und Turbulenzen in der Bildungspolitik

Geehrt wurden beim Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverband Saarpfalz (von links) Ilse Schildt und Birgit Abel, die SLLV-Landesvorsitzende Lisa Brausch, Leo Schmitt und die Kreisvorsitzende Judith Lacher.
Geehrt wurden beim Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverband Saarpfalz (von links) Ilse Schildt und Birgit Abel, die SLLV-Landesvorsitzende Lisa Brausch, Leo Schmitt und die Kreisvorsitzende Judith Lacher. FOTO: Herbert Buhr
Niederwürzbach. Bei der Versammlung des Lehrerverbandes richtete der SLLV den Blick auf die Zukunft.

Die Mitgliederzahl habe sich in den letzten Monaten erhöht, berichtete die Vorsitzendes des Kreisverbandes Saarpfalz im Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (SLLV), Judith Lacher, bei der Generalversammlung im Niederwürzbacher Hotel Hubertushof. So seien in diesem Zeitraum immerhin 20 Eintritte zu verzeichnen gewesen.



Schwerpunktthemen innerhalb der Verbandsarbeit seien die Organisation der Personalratswahlen und die Wahlen der Frauenbeauftragten gewesen. Die Besichtigung des Biolandhofes Wack, die viertägige Studienreise nach Dresden und das Konzert in der Orangerie in Blieskastel anlässlich des Reformationsjubiläums hob die Kreisvorsitzende als bedeutende Veranstaltung heraus. Der saarpfälzische Kreisverband sei mit Michaela Günther als Vorsitzende des Hauptpersonalrates Förderschulen, Landesgeschäftsführer Horst Heib, der auch gleichzeitig Beauftragter für Seniorenfragen ist, und sie selbst im SLLV-Landesvorstand vertreten. Sie kündigte beispielsweise eine Personalräteschulung zusammen mit dem Kreisverband Saarbrücken, eine kulinarische Wanderung durch Saarbrücken, eventuell eine Kräuterwanderung, eine Saarlandfahrt oder eine erlebnispädagogische Veranstaltung an. 2019 soll Hamburg das Ziel der mehrtägigen Studienfahrt sein, wobei sie nicht wie üblich über Fronleichnam, sondern in der ersten Sommer-Ferienwoche stattfinden soll.

Zu Landesausschuss-Delegierten wurden Petra Kirschhock, Julia Leis, Teresa Jochum und Nadine Müller gewählt. Mitglieder des Landesausschusses sind kraft Amtes Judith Lacher, Michaela Günther und Horst Heib. Landesvorsitzende Lisa Brausch konnte auf ein „turbulentes Jahr“ für die saarländische Schul- und Bildungspolitik zurückblicken. „Die vergangene Advents- und Weihnachtszeit war bildungspolitisch eine sehr unruhige Zeit, ausgelöst durch den Brandbrief einer saarländischen Gemeinschaftsschule“, die Landeschefin und bedauerte, dass es erst einer solchen Aktion bedürfe, dass das Ministerium „wach“ werde. Sie wies auch darauf hin, dass dieser Hilferuf keineswegs ein Einzelfall sei. „Uns erreichten schon viele Anfragen von Kollegen, und das nicht nur aus Ballungsgebieten, sondern auch aus dem ländlichen Raum, die sich über die Situation an ihrer Schule beklagten und um Rat und Hilfe fragten“, so Brausch.

Sie mahnte Verbesserungen bei den Gemeinschaftsschulen an. „Wir haben zwei Wege zum Abitur. Damit auch die Gemeinschaftsschule als Alternative zum Gymnasium und als gleichwertig anerkannt wird, muss diese Schulform weiter gestärkt werden“, forderte sie. Für den Grundschulbereich beklagte sie einen massiven Lehrermangel. Neben etwa 100 Lehrkräften, die aus anderen Schulformen eingesetzt werden, erschwere die Situiation, dass etwa 90 Vollzeitstellen in der Hausaufgabenbetreuung gebunden seien.