| 19:52 Uhr

Geplantes Naturschutzgebiet soll Existenzen gefährden

Zwischen Peppenkum und Altheim (links) ist das Tal sehr weitläufig, durch das sich die Bickenalb schlängelt. Foto: Wolfgang Degott
Zwischen Peppenkum und Altheim (links) ist das Tal sehr weitläufig, durch das sich die Bickenalb schlängelt. Foto: Wolfgang Degott FOTO: Wolfgang Degott
Blieskastel. Der Blieskasteler Stadtrat hat ohne Gegenstimme das geplante Naturschutzgebiet im Bickenalbtal abgelehnt und sich damit der Meinung des Ortsrats Altheim angeschlossen (wir berichteten). ert/red

Wie die Christdemokraten zum geplanten Naturschutzgebiet im Bickenalbtal mitteilen, sehe man "schwere handwerkliche Mängel ". Wie die Partei betont, habe das saarländische Umweltministerium per Verordnung im Bickenalbtal ein neues Naturschutzgebiet geplant. Dabei sei wohl im Vorfeld einiges schief gegangen. "Die CDU-Stadtratsfraktion lehnt das Vorhaben daher wegen schwerer inhaltlicher Mängel ab", so CDU-Fraktionschef Holger Schmitt.


Die Planung schaffe aus Sicht der CDU Härtefälle und gefährde Existenzen. Denn Hauptbetroffene seien die ohnehin arg gebeutelten Milchbauern, die Grünlandwirtschaft betreiben. Viele Bauern seien auf frühe Mahdtermine angewiesen, was künftig stark eingeschränkt werden solle.

In einigen Fällen sei ein Großteil der Betriebsflächen betroffen, was zu schweren wirtschaftlichen Einbußen führen dürfte. Ein ökologisch arbeitender Betrieb sei sogar mit über 90 Prozent seiner Flächen betroffen. Weiterhin sehe die CDU schwere handwerkliche Fehler und inhaltliche Mängel bei der Planung. Eine aktuelle und korrekte Bestandserhebung sei nicht erfolgt. Die Kartierung entspreche nicht den tatsächlichen Verhältnissen vor Ort.

Die letzte Landzusammenlegung sei in der Planung nicht eingearbeitet worden. Im Ergebnis müssten Landwirte innerhalb ihrer Flächen unter anderem unterschiedliche Vorgaben und Mahdtermine einhalten, was einer Zersplitterung ihrer Flächen gleichkomme. Teilweise müssten die Landwirte Inseln innerhalb ihrer Flächen berücksichtigen. Eine sinnvolle Bewirtschaftung der aktuellen Flächen sei dadurch kaum möglich. "Besonders ärgerlich ist aus Sicht der CDU , dass die Planung im Hau-Ruck-Verfahren durchgezogen werden soll. Die Betroffenen seien im Vorfeld nicht ausreichend über die Lage ihres Grundstücks informiert worden, Karten wurden nur in großem Maßstab versendet. Die Anhörungsfrist für die Stadt Blieskastel ist sehr kurz, eine weitere Erörterung war nicht möglich gewesen. Das Ministerium hat nach Ansicht der CDU-Fraktion jahrelang Zeit für ein geordnetes Verfahren gehabt. Dieses Vorgehen mit der Brechstange ist aus unserer Sicht weder transparent, noch fördert es die Akzeptanz der Bürger", so CDU-Fraktionschef Holger Schmitt abschließend. Auch in der Gemeinde Gersheim regt sich Widerstand gegen die Ausweisung des Naturschutzgebietes. Wie die Gemeindeverwaltung mitteilt, habe sich der Gemeinderat bereits gegen die Pläne ausgesprochen.