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Ortsrat Blieskastel
Gegen Autoverkehr durchs Langental

Trotz Durchfahrverbot wird das Langental zwischen den Blieskasteler Stadtteilen Alschbach und Biesingen von Verkehrsteilnehmern zunehmend als Abkürzung genutzt.
Trotz Durchfahrverbot wird das Langental zwischen den Blieskasteler Stadtteilen Alschbach und Biesingen von Verkehrsteilnehmern zunehmend als Abkürzung genutzt. FOTO: Hans Hurth
Blieskastel. Der Ortsrat Blieskastel-Mitte hat die Stadt beauftragt, zu prüfen, wie der Durchgangsverkehr durchs Langental verhindert werden kann. Von Hans Hurth

Der viel genutzte aber nicht zulässige Durchgangsverkehr im Langental zwischen Alschbach und Biesingen war Thema in der Sitzung des Ortsrates Blieskastel-Mitte. „Immer wieder gibt dieser Durchgangsverkehr Anlass zu Beschwerden von Anwohnern und Spaziergängern“, stellte für die CDU-Fraktion Jutta Schmitt-Lang deren Antrag vor. „Der Verbindungsweg zwischen den beiden Stadtteilen soll und kann nicht gesperrt werden, denn er muss für Land- und Forstwirtschaft nutzbar sein. Allerdings wird der Weg mit steigender Frequenz als Abkürzung von Verkehrsteilnehmern insbesondere im Berufsverkehr missbraucht. So wollen Pendler den Umweg über Blieskastel und Lautzkirchen vermeiden und Zeit sparen“, sagte Jutta Schmitt-Lang. Das schlechte Beispiel finde deutlich Nachahmer, die zudem oft mit erhöhter Geschwindigkeit unterwegs seien. Dies sorge für Unmut bei den Alschbacher Bürgern und allen, die im Langental Ruhe und Naherholung suchen.


„Auch die übrigen Anwohner in den Alschbacher Wohngebieten sind von dem erhöhtem Verkehrsaufkommen betroffen“, wusste Anna Uhl (Grüne). Ratsmitglied Oswald Morguet (CDU) sei von Alschbacher Mitbürgern berichtet worden, dass mittlerweile auch kleinere Lkw, Paketdienste und Motorräder den Weg nutzen. „Für Rollstuhlfahrer oder Mütter mit Kinderwagen gibt es fast keine Ausweichmöglichkeit“, so Morguet. Hinzu komme: Seit dem Verbot des Gassi-Gehens für Hundehalter in den Webenheimer Wiesen hätte dies zu einer Zunahme von auswärtigen Tierliebhabern mit Autos im Alschbacher Tal geführt. „Auch die Verbindung durch den Wieblinger Weg als zweite Fahrmöglichkeit wird genutzt“, hatte Jutta Schmitt-Lang ausgemacht. Einstimmig der Beschluss des kommunalen Gremiums: Die Stadtverwaltung solle prüfen, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um den Durchgangsverkehr durch das Langental und den Wiebling-Weg zu unterbinden.

Die Umwidmung von Haushaltsmitteln war ein weiteres Thema im Ortsrat. Ein Betrag von 6000 Euro, bisher für Urnenwände veranschlagt, soll dazu verwandt werden, freie Flächen auf den Friedhöfen Alschbach, Lautzkirchen und Blieskastel-Mitte zu Blumenwiesen umzugestalten. „Die Bestattungskultur hat mit Blick auf die demographische Entwicklung einen Wandel erfahren. So entstand der Friedwald in Blickweiler aus einer Initiative des Ortsrates Blieskastel-Mitte heraus und bereichert das Angebot bei Bestattungen“, stellte Ortsvorsteher Jürgen Trautmann (CDU) fest. Bereits im Februar 2016 habe der Ortsrat Mitte die Schaffung von Rasen-Urnengräbern angeregt. Die 6000 Euro für Urnenwände seien frei und verfügbar. „Es bietet sich also an, die großen, freien Flächen in Zusammenarbeit mit den städtischen Gärtnern zu Blumenwiesen umzugestalten und eine weitere Form der Bestattung zu ermöglichen.“

Ablehnung erfuhr vom Ortsrat das Schenker Logistik-Großprojekt am Standort Ensheim. „Dies würde zu einer nicht vertretbaren weiteren Verkehrsbelastung durch Transitverkehr auf der B 423 führen. In Blieskastel wäre die Saargemünderstraße stark betroffen“, begründete Jürgen Trautmann die einstimmig angenommene Ablehnung.