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Blieskastel
Für Ruanda in die Pedale treten

Auf dem Blieskasteler Paradeplatz machten 350 Teilnehmer der Fairplay-Tour durch die Großregion Station und wurden dort verpflegt. Die Räder standen derweil in der Straße vor dem Rathaus.
Auf dem Blieskasteler Paradeplatz machten 350 Teilnehmer der Fairplay-Tour durch die Großregion Station und wurden dort verpflegt. Die Räder standen derweil in der Straße vor dem Rathaus. FOTO: Hans Hurth
Blieskastel. Die Fahrrad Fairplay-Tour machte am Freitag Station in der Barockstadt. Gut 300 Jugendliche waren bei dieser Etappe am Start. Von Hans Hurth

Auf dem Paradeplatz in Blieskastel war am vergangenen Freitagnachmittag für knapp 90 Minuten mächtig Betrieb, als 300 Jugendliche und 50 Betreuer bei der Fahrrad Fairplay-Tour Station machten. „Inmitten des Unesco-Biosphärenreservats Bliesgau ist dies ein idealer Ort, um sich zu stärken und neue Kraft zu tanken“, begrüßte Landrat und Verbandsvorsteher Theophil Gallo die Teilnehmer der Tour durch die Großregion Rheinland-Pfalz, Saarland und Luxemburg. Die Tour sei eine gute Möglichkeit, jungen Menschen Werte wie Toleranz und besonders Fair- Play zu vermitteln. „Der faire Umgang miteinander ist die Grundlage jedes menschlichen Zusammenwirkens. Dies gilt im Sport ebenso wie in der Politik, der Arbeitswelt oder in der Familie. Mit der Tour soll im respektvollen und grenzüberschreitenden Miteinander völkerverbindend der europäische Gedanke gefördert werden. Des Weiteren wird die Solidarität für Afrika durch Unterstützung der Deutschen Welthungerhilfe in Ruanda durch Spenden gestärkt“, stellte der saarpfälzische Landrat Theophil Gallo heraus. Blieskastels Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener freute sich, dass die Fairplay-Tour – nach 2016 – im Jubiläumsjahr wieder in der Stadt Blieskastel Station mache.


„Auch unsere Stadt fühlt sich dem fairen Gedanken verpflichtet, der nicht nur den fairen Handel, sondern auch den Umgang miteinander betrifft.“ Im Gespräch mit unserer Zeitung gab Klaus Duppich aus Gerolstein am vorletzten Tag der neun Tage dauernden Fairplay-Tour einige Einblicke. „Ich bin bereits im zwölften Jahr dabei, pro Tag treten wir um die 110 Kilometer in die Pedalen. Heute, von Birkenfeld über Blieskastel nach Saarbrücken zur Übernachtung – meist in Turnhallen und Schulen – sind es 115 Kilometer. Zum Tour-Abschluss geht es an der Saar vorbei nach Konz, alle 30, 40 Kilometer wird eine kleine Pause eingelegt“, nannte der Pädagoge Zahlen.

„Die gegenseitige Hilfe, die Gruppendynamik und die Erfahrungen der Jugendlichen, mal aus dem Elternhaus für eine Woche weg zu sein, unterstützen das Lernen im Sozialverhalten. Es sind auch Schüler dabei, die Beeinträchtigungen etwa der Sprache haben, gar taubstumm sind oder deren Motorik Alleinfahren nicht erlaubt. Die fahren dann bei den Betreuern auf dem Tandem mit, dies ist für alle ein gutes Gefühl“, betonte der 62-Jährige, ehe sich die Radler-Familie mit Obst und Muffins, gespendet vom Lions-Club Blieskastel, sowie an der eigens gewünschten Currywurst mit Pommes stärkte. Spendiert hatten diese der Deutsche Gewerkschaftsbund sowie der Gewerkschaftsrat der Großregion um MdL Eugen Roth und Jean- Claude Bernardini. „Seit Jahren unterstützen wir die Tour als Vorbild und Sinnbild für ein soziales Europa“, betonte Eugen Roth. Engagierte Lehrerteams der Schulen aus der Großregion sind seit 1999 in die Organisation eingebunden. Ein besonderer Dank galt Myriam Backes von der Saarbrücker Gesamtschule Rastbachtal als Mitorganisatorin und eifrige Spendensammlerin. Der Erlös fließt nach Ruanda, dort soll die mittlerweile 19. Schule gebaut werden.



Durch Kuchenverkauf nach Gottesdiensten im Kloster Blieskastel kamen 800 Euro in den Spendentopf, Freunde vom Lauftreff aus Schönenberg-Kübelberg übergaben auf dem Paradeplatz in Blieskastel einen Scheck über 3000 Euro an die Aktion. Nach dem Segen von Minoriten- Pater Jozef ging es für die Radler dann weiter Richtung Saargemünd, für jeden Teilnehmer stieg zum Abschied ein Luftballon in den Himmel. „Eine tolle Idee für junge Menschen zum ,Erfahren’ der europäischen Kernregion“, fasste Hans Korn, mit 88 Jahren selbst noch passionierter Radler, seine Eindrücke zusammen.