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Fünf Bürgerinitiativen bündeln für den Bliesgau ihre Kräfte

Blieskastel/Mandelbachtal. Fünf Bürgerinitiativen im Bliesgau machen gegen „industrielle Großprojekte“ in der Biosphäre mobil. Konkret nennt eine Resolution an die Landesregierung dabei Windkraftanlagen und den Kalk-Tagebau bei Rubenheim. bea

In dem Schreiben an die Landesregierung haben die fünf Bürgerinitiativen diese aufgefordert, das Biosphärenreservat Bliesgau als Ausschlussgebiet für die industrielle Windenergienutzung zu definieren. Großwindanlagen und andere Natur zerstörende sowie Menschen schädigende Projekte seien im dicht besiedelten und artenreichen Bliesgau fehl am Platz. Unterzeichnet haben die Resolution Vertreter der Bürgerinitiative Böckweiler ,,Windkraftfreie Biosphäre", die Interessengemeinschaft Biosphäre, die Bürgerinitiative Bliesmenger-Gegenwind, die Interessengemeinschaft Erfweiler-Ehlingen gegen Schwerlastverkehr sowie die Bürgerinitiative gegen den Tagebau im Bliesgau . Eine der großen Gefährdungen dieses einzigartigen Natur- und Kulturraums stelle, so heißt es in dem umfangreichen Brief an Ministerpräsentin Annegret Kramp-Karrenbauer, die Errichtung von industriellen Windenergieanlagen dar.

Protestveranstaltungen, Gespräche in der Staatskanzlei und im Umweltministerium, drei Petitionen, regelmäßige Bürgerdemonstrationen und mehrere Unterschriftenaktionen hätten die Problematik bewiesen. Die Ministerpräsidentin wird gebeten, im Landtag eine Entscheidung herbeizuführen, damit das Biosphärenreservat Bliesgau eine konsequente Naturregion bleibe. Auch unter ökonomischen Gesichtspunkten machten Großwindanlagen im windschwachen Bliesgau keinerlei Sinn, so die Unterzeichner der Resolution. Im Gegenteil, sie seien kontraproduktiv sowohl für die angespannte Finanzsituation der Bliesgau-Kommunen als auch für die prekäre Haushaltslage des Saarlandes. Alle überdimensionierten Industrieanlagen und Projekte, die mit einem nicht angemessenen Flächenverbrauch einhergehen, seien im Bliesgau fehl am Platz. Und dies betreffe nicht nur Windkraftanlagen, sondern auch andere überdimensionierte technische Anlagen. Darunter falle zum Beispiel der industriell betriebene Kalksteintagebau bei Rubenheim ,,Auf dem Hanickel", der direkt an die Kernzone der Biosphäre angrenze und vollständig von Naturschutzgebieten umgeben sei. Hier seien von Behördenseite bereits mehrere Ausnahmegenehmigungen zum Bundesnaturschutzgesetz erteilt und eine erneute Erweiterung stehe im Raum. Diese müsse verhindert werden. Zu den vielfältigen negativen Auswirkungen des mit dem Tagebau verbundenen Schwerlastverkehrs gehörten die Gefährdung der Verkehrsteilnehmer durch 30- und 40-Tonner auf den zu schmalen Streckenabschnitten von und zum Steinbruch und ebenso gesundheitliche Beeinträchtigungen sowohl der betroffenen Anwohner als auch der Touristen.



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