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Caveau Chanson
Freude an französischer Gesangskultur

Marie Baraton und Pierre-André Athané beim Caveau Chanson in der Orangerie Blieskastel.
Marie Baraton und Pierre-André Athané beim Caveau Chanson in der Orangerie Blieskastel. FOTO: Rudi Kleinpeter
Blieskastel. Marie Baraton und Pierre-André Athané begeisterten die Freunde des französischen Chansons bei „Caveau Chanson“ in der Orangerie. red

(red) Ein Glanzlicht des französischen Chansons erlebten die Besucher der ersten Veranstaltung der Reihe „Caveau Chanson“ nach der Sommerpause in der gut gefüllten Orangerie in Blieskastel. Rudi Kleinpeter, seit acht Jahren Leiter des KEB-Kurses „Vive la Chanson“ und mit Kursteilnehmer Bodo Ecker Berater des Kulturamtes der Stadt Blieskastel bei der Auswahl der Künstlerinnen und Künstler fürs Caveau Chanson, konnte dazu – direkt aus Paris angereist – Marie Baraton und Pierre-André Athané begrüßen.


Beide sind in der Welt des Chansons keine unbeschriebenen Blätter mehr: so wurde Marie Baraton bereits im Jahre 2014 beim renommierten Grand Prix Georges Moustaki mit der Bronzemedaille ausgezeichnet und trat seitdem in bekannten Chanson-Cafés und auf renommierten Bühnen in Paris und ganz Frankreich auf, in letzter Zeit zunehmend auch im Ausland, vor allem in Deutschland, und hier besonders oft im Saarland und in der Pfalz (zum Beispiel Bistrot Musique und Schülerkonzert beim SR, Altstadtfest Saarbrücken, Kulturzentrum Kammgarn Kaiserslautern).Gute Kritiken erhielten auch ihre zusammen mit Pierre-André Athané produzierten CDs „L‘un et l’autre“ (2013) und „Ma folie aime“ (2016).

Pierre-André Athané ist ein in Frankreich schon länger bekannter Musiker, der auch schon in anderen Formationen und in anderen musikalischen Stilrichtungen tätig war. Er schreibt im Zusammenwirken mit Marie Baraton die Texte und die Musik für ihre Chansons und begleitete die Sängerin an der Gitarre mit ungewöhnlicher Leichtigkeit und Transparenz.Beeindruckend die thematische Vielfalt des Liedprogramms: es reichte vom Schlaflied für Kinder („Les étoiles du ciel“) über ein locker-leichtes Lied über den Eiffelturm, der sich selbstständig macht und nach China auswandert („La Tour Eiffel est partie“), und ein Lied, das die ganze Aufgeregtheit und Vorfreude vor einem Rendezvous zum Ausdruck bringt („Mon rendez-vous“) bis zu einem sehr ernsten Lied über häusliche Gewalt („Tu silences“) und zu einer Auseinandersetzung mit einer eigenen körperlichen Behinderung („Ma petite main“).



Besonders erwähnenswert auch die ausdrucksstarke, glockenhelle, transparente Stimme der Sängerin. So war es nicht verwunderlich, dass die beiden Künstler die Anwesenden sehr schnell für sich einnehmen konnten. Davon legten auch Rückmeldungen aus dem Kreis des Publikums Zeugnis ab: „ein exzellenter Ohrenschmaus, ein Fest für die Sinne“ (Marion Kribelbauer, Bexbach), „Gänsehautmusik, die berührt“ (Birgit Grünebach, Blieskastel-Mimbach), „authentisch“ (Bernd Kuntz, Homburg), „die Lieder gehen zu Herzen“ (Bodo Ecker, Blieskastel-Niederwürzbach), „erfrischend“ (Patrizia Dejon, Homburg), „gute, samtweiche Stimme“ (Agnes Ebersohl, Lautzkirchen). Als besonders wohltuend wurde auch die Beschallung aufgenommen – besonders wichtig bei der Kunstform Chanson; bei Tontechniker Florian Kutzler von der Firma Stagelight Wesely war der „gute Ton“ – auch angesichts der nicht leichten Akustiksituation in der Orangerie – in bekannt guten Händen, wofür er auch einen besonderen Dank des Publikums in Empfang nehmen konnte.

Rudi Kleinpeter bedankte sich bei Marie Baraton und Pierre-André Athané für den rundum gelungenen Abend und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Künstler irgendwann einmal erneut in Blieskastel auftreten werden, „auch dann, wenn sie auf der Erfolgsleiter des französischen Chansons noch viel weiter oben stehen als jetzt schon“.